1. Sie befinden sich hier:
  2. Newsroom
  3. Aktuelle Beiträge aller Bereiche
  4. Mario Kart Tour – Nintendos Rennspiel-App und ihre Kostenfallen

Mario Kart Tour – Nintendos Rennspiel-App und ihre Kostenfallen

Sascha Schmidt

App bricht Download-Rekorde

Mit Mario Kart Tour veröffentlicht Nintendo den ersten Smartphone-Ableger der beliebten Rennspiel-Serie. Doch trotz neuer Download-Rekorde steht das Spiel in der Kritik – allem voran aufgrund der umstrittenen Lootboxen, die im Spiel vorkommen. Dabei handelt es sich um eine Art virtueller Kisten, die zufällig ausgewählte Items enthalten. Diese Lootboxen sind jedoch mit realen Kosten verbunden.

Mario Kart Tour erschien am 25. September 2019 für Android- und iOS-Geräte. Mit 20 Millionen Downloads in den ersten 24 Stunden nach Veröffentlichung brach es direkt sämtliche Download-Rekorde und überholte sogar den bisherigen Spitzenreiter Pokémon GO mit 6,7 Millionen Downloads im gleichen Zeitraum. Das Spielprinzip dürfte Kennern der Spielserie bereits bekannt sein: Ziel ist es, mit einer Figur aus dem Super Mario Universum Rennen zu fahren und dabei eine möglichst hohe Platzierung zu erreichen. Zudem sammeln die Spieler/-innen während dern Rennen Münzen, die sie später gegen andere Items eintauschen können. Für die Smartphone-Version wurde die Steuerung des Rennspiels stark vereinfacht. Die Fahrzeuge beschleunigen automatisch. Per Wischbewegung lenken die Spieler/-innen nach links und rechts, während durch Tippen vorher gesammelte Items wie beispielsweise ein Geschwindigkeitsboost aktiviert werden. Im alternativen Steuerungsmodus können Spieler/-innen zudem sogenannte Drifts durchführen, die durch zeitgenaues Gedrückthalten und Loslassen des Touchscreens aktiviert werden. Gespielt wird gegen Computergegner, obwohl die App durch die Anzeige „Teilnehmer werden gesucht“ vor jedem Rennen den Spieler/-innen durchaus das Gefühl vermittelt, gegen echte Kontrahenten anzutreten.

In-Game-Währungen in Hülle und Fülle

Obwohl die Gegner computergesteuert sind, benötigt Mario Kart Tour eine permanente Internetverbindung. Zudem müssen Spieler/-innen einen Nintendo-Account anlegen, um die App zu nutzen. Mario Kart Tour ist ein sogenanntes Free-to-Play-Spiel. Dies bedeutet, dass Spieler/-innen es zunächst kostenlos herunterladen und spielen können. Wie viele andere mobile Spiele bietet es einen In-Game-Shop für den Erwerb von Figuren, Skins und Items. Generell setzt das Spiel auf mehrere In-Game-Währungen gleichzeitig. Durch die schiere Menge an Währungen ist vor allem zu Beginn überhaupt nicht klar, welche Währung für welche Shop-Items eingesetzt und wie diese erlangt werden können. Die im Spiel vorkommenden Währungen sind Goldmünzen, Sterne, Rubine und Sternentickets.

  • Goldmünzen: Diese können in den Rennen gesammelt und im Shop gegen wechselnde Tagesangebote getauscht werden. Über ein Bonusrennen können Spieler/-innen zusätzliche Münzen einsammeln. Für das Bonusrennen werden allerdings Sternentickets benötigt. Durch den Einsatz von Rubinen können Spieler/-innen den Erhalt von Münzen im Bonusrennen vervielfachen.
  • Sterne: Nach dem Absolvieren von Cups (mehrere Rennen in Folge) erhalten die Spieler/-innen Sterne. Diese werden benötigt, um weitere Cups sowie Bonus-Figuren und -Rubine freizuschalten.
  • Rubine: Rubine können im Shop für Echtgeld erworben werden. Zehn Rubine kosten hier aktuell 6,99 Euro. Mit dem Einsatz von fünf Rubinen können Spieler/-innen „die Röhre zünden“. Per Wischbewegung aktivieren die Spieler/-innen hier die aus den Super Mario Spielen bekannte grüne Röhre, die anschließend ein vom Spiel zufällig ausgewähltes Item auswirft. Dies können beispielsweise neue Spielfiguren oder Fahrzeuge sein. Die Röhrenfunktion entspricht einer klassischen Lootbox. Spieler/-innen wissen also vorher nicht, welches Item sie durch den Einsatz der Rubine erwerben. Lootboxen standen in der Vergangenheit bereits häufig in der Kritik. Ihnen wird vorgeworfen, auf Glücksspielmechaniken zu setzen und damit Suchtpotential hervorzurufen. Wenn der Mehrspielermodus des Spiels in naher Zukunft freigeschaltet wird, dann dürfte den Lootboxen durch die Vergleichbarkeit mit echten Gegnern möglicherweise eine noch größere Bedeutung zukommen.
  • Sternentickets: Diese können ausschließlich gegen Echtgeld erworben werden und erfüllen dieselben Funktionen wie Sterne.

Neben den In-Game-Währungen bietet Mario Kart Tour auch eine Abo-Funktion. Für 5,49 Euro im Monat erhalten die Spieler/-innen unter anderem Zugriff auf eine höhere Rennklasse und damit einen höheren Schwierigkeitsgrad. Thematisch passend zu jedem Cup bietet der In-Game-Shop auch vorgeschnürte Pakete, die beispielsweise aus Fahrzeugen, Spielfiguren und Sternentickets bestehen. Das New-York-Paket mit einer Spielfigur, 45 Rubinen und fünf Sternentickets wird im Shop aktuell für 21,99 Euro angeboten.

In-Game-Käufe unbedingt deaktivieren

Insgesamt setzt Nintendo bei Mario Kart Tour also auf verschiedene In-Game-Währungen sowie ein Abo-System, die in Kombination vor allem eines bewirken: Sie verschleiern durch ihre durchaus komplexen Abhängigkeiten die tatsächlichen Kosten. Zwar können viele Inhalte auch im Einzelspielermodus freigespielt werden, jedoch benötigt dies wie bei vielen anderen Free-to-Play-Spielen enorm viel Zeit. Beim Spielen von Mario Kart Tour ist es deshalb ratsam, In-Game-Käufe auf den Smartphones der Kinder und Jugendlichen generell zu deaktivieren. Bei iOS-Geräten ist dies bei Einstellungen/Allgemein/Einschränkungen möglich. Android-Nutzer/-innen müssen hierzu im Google Play Store das Menü öffnen und unter Einstellungen „Authentifizierung für Käufe erforderlich“ wählen.

Mehr Informationen zu digitalen Spielen finden Sie hier.

Sascha Schmidt

E-Mail senden

Diese Seite teilen:

Weitere Informationen

Kategorien: