Kollege KI – Künstliche Intelligenz als Wirtschaftsfaktor

Madeleine Hankele-Gauß
Chatbot

B4LLS

13 Prozent Wirtschaftswachstum bis 2025 durch künstliche Intelligenz

Produkte, die vom Himmel fallen? In Marc-Uwe Klings fiktiver Zukunftswelt „QualityLand“ ist das Normalität. Lieferdrohnen stellen den Bewohner/-innen von QualityLand Produkte zu, die diese gar nicht bestellt haben. Eine im Hintergrund arbeitende künstliche Intelligenz berechnet für alle Bewohner/-innen, welche Produkte sie wann erhalten möchten.

Entwickelt sich die Zukunft des deutschen Einzelhandels so, wie von einer kürzlich veröffentlichten Studie beschrieben, spielt künstliche Intelligenz dort bereits in wenigen Jahren tatsächlich eine entscheidende Rolle. Die im Auftrag des Verbands der Internetwirtschaft eco veröffentlichte Studie geht davon aus, dass das Bruttoinlandsprodukt durch einen flächendeckenden Einsatz von KI in der deutschen Wirtschaft bis zum Jahr 2025 bis zu 13 Prozent wachsen könnte. Dies entspricht einem Wachstum in Höhe von 488 Milliarden Euro.

Wachstumspotenzial insbesondere für Handels- und Energiebranche

Davon entfallen laut Studie jeweils knapp 100 Milliarden Euro auf die Branchen „Handel & Konsum“ sowie „Energie, Umwelt & Chemie“. Auf den beiden hinteren Plätzen liegen die Wirtschaftszweige „Automobil“ sowie „Finanzen & Versicherung“. Anwendungen auf Basis künstlicher Intelligenz könnten im Einzelhandel insbesondere Lieferketten besser steuern, Angebote individuell auf Kunden zuschneiden oder Preise dynamisch an die Nachfrage anpassen. Ein intelligenter Beratungsassistent beim Einkauf könnte beispielsweise die Retourenquote senken.

Vier Voraussetzungen für erfolgreichen KI-Einsatz in Unternehmen

Um künstliche Intelligenz erfolgreich zu nutzen, müssen Unternehmen gemäß der Studie allerdings vier Voraussetzungen erfüllen:

  • Sie benötigen Verfahren, um die richtigen Daten als „täglich Brot“ für KI-Anwendungen zu erheben. Ebenso müssen sie die Verfügungsrechte über diese Daten besitzen.
  • Ohne schnelle Datenübertragung kann eine künstliche Intelligenz nicht arbeiten. Unternehmen benötigen daher ultraschnelles Breitband, um KI-Anwendungen am Laufen zu halten. Derzeit verfügen allerdings nur 21 Prozent der Unternehmen über einen Glasfaseranschluss.
  • Anwendungen auf Basis künstlicher Intelligenz erfordern ein viermal höheres Speichervolumen und eine viermal höhere Rechenleistung als herkömmliche Analyseprozesse. Dies kann z. B. über Cloud-Infrastrukturen abgedeckt werden.
  • Um Daten richtig interpretieren und klassifizieren zu können, muss spezifisches Branchen- und Unternehmenswissen in KI-Anwendungen eingebracht werden.

Insgesamt zeichnet die eco-Studie eine sehr optimistische und rasante Entwicklung des Einsatzes von künstlicher Intelligenz. Angesichts der Tatsache, dass aktuell nur jedes zehnte Unternehmen bereits KI-Anwendungen im Einsatz hat, muss die Studie wohl auch als eine Handlungsaufforderung an die deutsche Wirtschaft verstanden werden.
 

Zum Unterrichtsimpuls zu Algorithmen und Künstlicher Intelligenz

Künstliche Intelligenz im Jahr 2025

Aufgaben in Unternehmen, die im Jahr 2025 laut eco-Studie von einer künstlichen Intelligenz erledigt werden können: (Bildquellen: 1 Getty/B4LLS, Getty/E+, 2 Getty/gorodenkoff, 3 Getty/Chaosamran_Studio, 4 Getty/PhonlamaiPhoto, 5 Getty/svetikd, 6 Getty/milindri, 7 Getty/anyaberkut, 8 Getty/filmfoto, 9 Getty/monkeybusinessimages)

Madeleine Hankele-Gauß

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