Film- und Fernsehwelten der Kinder

Corinna Kirstein

Mobile Geräte ersetzen zunehmend den klassischen Fernseher.

Filme altersgerecht auswählen und mit dem Kind aufarbeiten

Der Alltag von Vorschulkindern ist vom Leitmedium Film geprägt. Die Fernsehlandschaft wird immer vielfältiger: Interaktive Programme ersetzen das klassische lineare Fernsehangebot. SmartTV-Geräte, Streaming-Boxen, Smartphones und Tablets sind hinzugekommen. Der Zugriff auf Bewegtbilder ist nicht mehr an Zeiten und Orte gebunden. Zwischen TV- und Onlineangeboten wie Mediatheken, Video-on-Demand-Diensten und verschiedenen Apps besteht keine Abgrenzung mehr. Eltern und pädagogische Fachkräfte sollten die Inhalte sorgsam auswählen und aufpassen, was die Kinder jeweils schauen. Medien sollen andere Lern- und Freizeitangebote nicht ersetzen, sondern lediglich sinnvoll ergänzen. Wichtig ist, Kleinkinder bei ihren Medienerfahrungen nicht alleine zu lassen.

Wie erleben Kinder Film und Fernsehen?

Kinder lieben Abenteuer, die ihre Fantasie anregen. Sie möchten, dass ihre „Filmhelden“ jede Situation meistern. Die Figuren greifen für Kinder wichtige Themen wie Selbstbewusstsein, Mut, Stärke, Zusammenhalt, Familie und Freundschaft auf. Allerdings sehen die Kleinen anders fern als Erwachsene. Sie erleben das Geschehen ganz aus der Sicht der Darsteller und lernen erst mit zunehmendem Alter, sich davon zu distanzieren und längere Spannungsmomente auszuhalten. Zu wählen sind deshalb kindgerechte Geschichten und Filme mit 

  • einfachem Aufbau, 
  • wenigen Figuren,
  • Bezug zum kindlichen Alltag, 
  • langsamer Erzählweise (ohne schnelle Schnitte, Rückblenden oder Nebenhandlungen),
  • Auflösungen und gutem harmonischen Ende sowie
  • Wiederholungen (Kinder haben Freude am Wiedererkennen). 

Trotz ihrer Neugierde sollten Kinder Nachrichten für Erwachsene nicht zu sehen bekommen: Katastrophenmeldungen verunsichern und machen Angst. Für ältere Grundschulkinder eignen sich Nachrichtenformate wie logo!. Vorschulkinder wären damit noch überfordert. Schwierig sind zudem Casting-Formate, bei denen Menschen oft grundlos diffamiert werden.

Fernsehen in der Familie am jeweils jüngsten Kind ausrichten

Kleinkinder tun sich noch schwer, den Zusammenhang von „medialen Botschaften“ zu verstehen. Ab drei Jahren kann mit fünf- bis zehnminütigen Sendungen wie „Sandmännchen“ oder der „Sendung mit dem Elefanten“ begonnen werden. Die Zeit vor dem Ins-Bett-gehen ist eher ruhigeren Beschäftigungen zu widmen. Die Auswahl in Anwesenheit der Kleinen sollte sich stets an den jüngsten Kindern einer Familie orientieren, die dabei zudem nicht alleine gelassen werden dürfen. Mit zunehmendem Alter entsteht bei ihnen das Interesse an längeren Filmen und Kinobesuchen (Familienhighlight). Geachtet werden muss auf die (je nach Vorwissen und Land unterschiedlichen) Altersfreigaben. Hinweise gibt die Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (FSK).

Auf der Webseite www.kinderfilmwelt.de stehen Informationen über Kinderfilme bereit.

KiKA-Online-Programme finden sich u.a. bei den Sendern ARD und ZDFtivi sowie auf den Seiten SuperRTL (Toggo plus), Nick, Disney Channel und RiC. (Gebührenpflichtig sind Netflix, Amazon Prime Video und Maxdome). Die Plattform YouTube Kids vereint Zeichentrickserien, Musikclips, Realfilme etc.; die werbefreie Premium-Variante ist allerdings kostenpflichtig. 

 

Einsatzmöglichkeiten in der Kita

Die Film- und Fernseherfahrungen der Kinder können in der Kita u.a. mit folgenden Aktionen reflektiert werden:

  • Gespräche und Erzählungen zum Gesehenen
  • Rollenspiele, Be- und Verkleidungsspiele
  • die Filmhelden der Kinder ernst nehmen
  • auf Werbeteile aufmerksam machen und Klischees vorbeugen
  • eigene Audioaufnahmen und Filmproduktionen
  • Zeichnungen, Daumenkino oder Trickfilme
  • Filmberufe üben (Schauspieler, Kamerafrau/-mann, Bühnen-/Maskenbildner)
  • den Unterschied zwischen Realität und Fiktion im Film bewusstmachen 

Praxisbeispiele finden Sie in unserer Broschüre „Die Welt entdecken – Medien gehören dazu“.

 

Zur Online-Version der Broschüre „Die Welt entdecken – Medien gehören dazu“

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FLIMMO – TV-Tipps für Kinder

Film- und Kinotipps für Kinder: www.kinderfilmwelt.de

Corinna Kirstein

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