Fast jeder zweite Schüler nutzt YouTube zum Lernen

Sascha Schmidt
Schüler mit Smartphone

GettyImages/shironosov

YouTube-Videos als Lernhilfen

YouTube zählt zweifelsohne zu den beliebtesten Online-Angeboten bei Kindern und Jugendlichen. Eine Studie zeigt nun, dass viele Schüler/-innen die Video-Plattform auch ganz bewusst zum Lernen nutzen.

Nach WhatsApp ist YouTube die zweitbeliebteste App unter Kindern und Jugendlichen. 86 Prozent der 12- bis 19-Jährigen nutzen YouTube regelmäßig. Obwohl die Video-Plattform ursprünglich nicht primär für den Bildungsbereich ausgelegt war, gewinnt sie dort immer mehr an Bedeutung. Eine Studie fand nun heraus, dass viele Jugendliche YouTube ganz selbstverständlich für Lernprozesse nutzen. Fast die Hälfte der Schülerinnen und Schüler hält YouTube-Videos für schulische Zwecke für wichtig bis sehr wichtig. Die Videos werden vor allem verwendet, um nicht verstandene Inhalte aus dem Unterricht zu wiederholen (73 Prozent) und um Hausaufgaben sowie Hausarbeiten zu erledigen (70 Prozent). 60 Prozent der YouTube-Nutzer/-innen sprechen sich für eine kritische Auseinandersetzung mit der Video-Plattform im Unterricht aus. Die Vor- und Nachteile der Videos sind den Jugendlichen dabei durchaus bewusst. Die Vorteile der Webvideos im Vergleich zum Unterricht in der Schule sehen die Befragten in der ständigen Verfügbarkeit, der Präsentationsart sowie der Möglichkeit, das Video beliebig oft zu wiederholen. Als Nachteil betrachten sie den fehlenden Austausch und Kontakt zu den Lehrkräften sowie Mitschüler/-innen. Mehr als die Hälfte der YouTube-Nutzer/-innen wünscht sich zudem mehr Unterstützung seitens der Schulen beim Erstellen von Webvideos, also beispielsweise beim Filmen oder Schneiden des Videomaterials.

Bei der Auswahl der Videos spielen Empfehlungen von Freunden, Bekannten und auch Influencern eine zentrale Rolle. Etwa die Hälfte der Befragten nutzt zum Einstieg die gezielte Suche nach Inhalten, während sich etwa ein Drittel über die YouTube-Empfehlungen von Video zu Video klickt. Bei der Auswahl kommt es den meisten jungen Nutzerinnen und Nutzern darauf an, dass die Videos „unterhaltsam“ und „witzig“ sind.

Die Studie zeigt auch Zusammenhänge zwischen den konsumierten Videos und den Hobbys der Jugendlichen. So werden beispielsweise Mädchen, die YouTube nutzen, von Tanz- und Choreographie-Videos dazu angeregt, selbst mit dem Tanzen anzufangen (40 Prozent). Ähnliche Effekte sind auch bei anderen Hobbys wie beispielsweise Gaming, Musik, Fotografie oder Zeichnen festzustellen.

Die Studie „Jugend / YouTube / Kulturelle Bildung. Horizont 2019“ des Rats für Kulturelle Bildung befragte insgesamt 818 deutschsprachige Jugendliche im Alter von 12 bis 19 Jahren zu ihren YouTube-Nutzungsgewohnheiten.

Mehr Informationen zu sozialen Netzwerken finden Sie hier.

Sascha Schmidt

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