Europäische Union legt Maßnahmen gegen Fake News vor

Sascha Schmidt
Fake News

GettyImages/marchmeena

Zusammenarbeit mit Facebook, Google und Co.

Die Europäische Union hat eine Reihe von Maßnahmen ergriffen, um gegen Desinformation im Netz vorzugehen. Hierzu zählen neben der Selbstverpflichtung der betroffenen Plattformen auch Investitionen in Medienkompetenzprojekte.

Soziale Netzwerke wie Facebook und Instagram, aber auch Suchmaschinengigant Google sind es, die in besonderem Maße von Fake News betroffen sind. Aus diesem Grund nimmt die Europäische Union jene digitalen Plattformen in die Pflicht, selbst gegen Desinformation vorzugehen. Vertreter/-innen der Konzerne erarbeiten in Zusammenarbeit mit der Europäischen Kommission hierzu aktuell einen Verhaltenskodex. In diesem verpflichten sich die Plattformen, gezielt Maßnahmen zu ergreifen, um die Verbreitung von Desinformation einzudämmen. Eine wichtige Rolle spielen hierbei Werbeanzeigen, die meist nutzerspezifisch von Werbenetzwerken auf den jeweiligen Plattformen geschaltet werden. Auch Google betreibt ein solches Werbenetzwerk. Websites, die gezielt Desinformation verbreiten, will Google zukünftig aus dem Werbenetzwerk ausschließen. Zu den weiteren Maßnahmen gehört mehr Transparenz bei politischer Werbung. Facebook hat hierzu eine Werbebibliothek eingerichtet, wo Nutzer/-innen alle politischen Werbeanzeigen mitsamt hinterlegter Daten einsehen können.

Können Algorithmen Fake News erkennen?

Die Algorithmen bekannter Online-Plattformen sind in erster Linie dafür ausgelegt, den Nutzerinnen und Nutzern Inhalte anzuzeigen, die ihren Interessen entsprechen und sie so möglichst lange auf den Plattformen zu halten. Es stellt sich also die Frage, inwiefern jene Algorithmen überhaupt desinformierende Beiträge erkennen können. Facebook will deshalb vertrauenswürdige Quellen priorisiert in den Feeds ausspielen. Quellen von irreführenden Inhalten sollen von den Algorithmen hingegen abgewertet werden. Auch den Kampf gegen Fake Accounts und Social Bots möchten die Plattformen weiter vorantreiben. Geschlossene Kommunikationsräume wie in Messenger-Diensten (beispielsweise WhatsApp) sind von den Selbstverpflichtungen jedoch generell ausgeschlossen.

Neben der Selbstverpflichtung der Konzerne will die Europäische Union auch die Medienkompetenz der Nutzer/-innen weiter stärken und so für Fake News sensibilisieren. Hierzu hat die EU mehrere Initiativen und Projekte gestartet, darunter beispielsweise die Veranstaltungswoche European Media Literacy Week. Zu den Fördermaßnahmen zählen außerdem Projekte, die technische Instrumente zur Erkennung von Fake News entwickeln sollen. Eine sichere europäische Online-Plattform zum Thema Desinformation soll zudem Faktenchecker aus der gesamten EU miteinander vernetzen.

Gesetz gegen Fake News in Singapur

Noch radikaler als die Europäische Union geht Singapur gegen Fake News vor. Der Stadtstaat hat kürzlich sogar ein Gesetz gegen die Verbreitung irreführender Nachrichten verabschiedet. Dieses verpflichtet Medienkonzerne und Online-Plattformen dazu, Beiträge nach staatlicher Aufforderung zu entfernen und unter bestimmten Umständen sogar Berichtigungshinweise zu veröffentlichen. Kritiker befürchten, dass mit dem Gesetz die Pressefreiheit Singapurs weiter eingeschränkt werden könnte.

Mehr Informationen zum Thema Fake News finden Sie hier.

Sascha Schmidt

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