Drei Jugendschutz- und Filter-Apps für Android vorgestellt

Sascha Schmidt
Handy mit Jugendschutz-Filter

GettyImages/Jane_Kelly

TimeLimit

Laut aktueller KIM-Studie 2018 kennt ein Großteil der Eltern keine Jugendschutz- und Filter-Apps. Aus diesem Anlass stellen wir drei Apps vor, die verschiedene Schutzfunktionen für Kinder bieten.

TimeLimit ist eine Android-App zur Begrenzung der Nutzungszeit des Smartphones. Eltern können beispielsweise die Gesamtnutzungsdauer an einem Tag oder über mehrere Tage hinweg festlegen. Dabei lässt sich auch regeln, dass die Kinder an Wochenenden das Smartphone länger nutzen dürfen als an Werktagen. TimeLimit erlaubt es zudem, Zeitlimits für einzelne Apps festzulegen. So ist es unter anderem möglich, für Spiele-Apps andere Nutzungszeiten vorzugeben als für Messenger-Apps. Auch die erlaubten Uhrzeiten für einzelne Apps lassen sich regulieren. So können Eltern beispielsweise verhindern, dass Kinder auch noch spät abends Spiele-Apps nutzen. TimeLimit bietet keine Überwachungsfunktion, sondern setzt seinen Fokus auf das Erstellen von Zeitregeln und -limits. Daten überträgt die App mit einer Ende-zu-Ende-Verschlüsselung. TimeLimit ist in einer reduzierten Variante kostenlos im Google Play Store erhältlich. Eine umfangreichere Version kann für einen Jahresbeitrag von 9,99 Euro erworben werden.

TimeLimit im Google Play Store

Kids Zone

Mit der App Kids Zone lässt sich ein eigenständiges Nutzerprofil für Kinder auf dem Smartphone einrichten. Eltern können hierbei festlegen, welche Apps ihre Kinder überhaupt nutzen dürfen. Die Kinder bewegen sich also auf einer eigenen Nutzeroberfläche, die von der Android-Nutzeroberfläche des Smartphones getrennt ist. Auch ein Zeitlimit für die Nutzungsdauer lässt sich festlegen, jedoch sind die Zeit-Funktionen nicht so umfangreich wie bei TimeLimit. Kids Zone ist nicht optimal für sämtliche Endgeräte optimiert, wodurch es je nach Gerät zu Leistungsschwankungen und leichten Zeitverzögerungen bei der Bedienung kommen kann. Die App überträgt offiziell keinerlei Daten an den Anbieter und verfügt über keine Überwachungsfunktion. Generell schränkt die App jedoch viele Funktionen des Smartphones ein und ist aufgrund seiner vergleichsweise unflexiblen Zeitregelung eher für junge Kinder geeignet. Kids Zone ist als kostenfreie Basisvariante im Google Play Store erhältlich. Die umfangreichere Vollversion, mit der sich beispielsweise auch Telefonanrufe regulieren lassen, ist für einmalig 3,79 Euro erhältlich.

Kids Zone im Google Play Store

fragFINN – Sicher surfen

fragFINN ist eine Suchmaschinen-App, mit der Kinder nur auf von Medienpädagogen geprüften Websites unterwegs sind. Die sogenannte Whitelist der App wird täglich aktualisiert und geprüft. fragFINN ist in seiner Basis eine Browser-App und vor allem für Kinder von sechs bis zwölf Jahren geeignet. Sie kann keine anderen Apps und Browser blockieren, sondern ermöglicht unbedenkliches Surfen ausschließlich innerhalb der fragFINN App. Um andere Apps zu sperren, müssen Eltern somit auf externe Sicherheitstools zurückgreifen. fragFINN ist kostenfrei im Google Play Store erhältlich.

fragFINN im Google Play Store

Hinweise zur Nutzung der Apps

Generell lassen sich keine pauschalen Empfehlungen für Jugendschutz-Apps aussprechen. Eltern müssen individuell entscheiden, welche Apps für das Mediennutzungsverhalten ihrer Kinder geeignet sind. Hierzu empfehlen wir, die verschiedenen Apps auszuprobieren und vor der Installation die geforderten Berechtigungen der App nochmals zu prüfen. Jugendschutz-Apps ersetzen jedoch keinesfalls die Vermittlung von Medienkompetenz. Eltern sollten sich stets gemeinsam mit ihren Kindern mit den Chancen und Herausforderungen der App-Angebote und Nutzungsmöglichkeiten digitaler Medien auseinandersetzen.

Google selbst bietet für den Play Store auch ohne externe Apps verschiedene Jugendschutzeinstellungen. Um diese zu nutzen, klicken Sie im Google Play Store auf das Menüsymbol mit den drei Balken und wählen Sie „Einstellungen“ und anschließend „Jugendschutzeinstellungen“. Unter diesem Menüpunkt können Eltern mit Hilfe eines PIN unter anderem einstellen, welche Apps ihre Kinder herunterladen dürfen.

Mehr Informationen zu Smartphones und Apps finden Sie hier.

Sascha Schmidt

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