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Digitalpakt: Neue Applikation „MEP BW“ unterstützt Schulen und Kommunen beim Medienentwicklungsplan 

Corinna Kirstein

Wichtige Planungshilfe für Schulträger

Mit Start des Schuljahrs 2019/2020 bietet das Landesmedienzentrum Baden-Württemberg (LMZ) die Webapplikation MEP BW an. Mit MEP BW werden Schulen und Schulträger Schritt für Schritt durch die Medienentwicklungsplanung (MEP) geführt. Darüber hinaus unterstützen die Berater an den Kreismedienzentren bei der Arbeit mit dem MEP BW. Schulen und Schulträger, die dieses Angebot nutzen, können damit ein wichtiges Kriterium erfüllen, um Fördergelder aus dem von Bund und Ländern vereinbarten Digitalpakt zu bekommen, denn ein freigegebener MEP ist Voraussetzung für diese Zuschüsse. Aus dem DigitalPakt stehen in den kommenden fünf Jahren insgesamt Fördergelder in Höhe bis zu 650 Millionen Euro für baden-württembergische Schulträger zur Verfügung. Mit den Mitteln können sie ihre Schulen bei der Digitalisierung unterstützen. 

Die Webapplikation MEP BW hat das LMZ im Auftrag des Kultusministeriums entwickelt. Der MEP BW unterstützt die medienbezogene Schulentwicklung und hilft, die vom Ministerium für Kultus, Jugend und Sport festgelegten Förderrichtlinien umzusetzen. Schulträger und Schulen, die mit Hilfe des MEP BW und der Beratung durch Experten des jeweiligen Medienzentrums vor Ort einen Medienentwicklungsplan erstellen, können diesen im vereinfachten Verfahren für die Antragstellung bei der L-Bank ihrem Schulträger zuleiten. Damit steht der Auszahlung der Fördermittel schulischerseits nichts mehr im Wege.  

„Der MEP BW erfüllt alle formalen und inhaltlichen Kriterien, die für einen fundierten Medienentwicklungsplan notwendig sind“, sagt Wolfgang Kraft, Direktor des LMZ. „Wenn dann noch unsere Beraterinnen und Berater den Schulen und Schulträgern unterstützend an wichtigen Punkten zur Seite stehen, ist eine Freigabeempfehlung für den so entstandenen Medienentwicklungsplan in Form eines Zertifikats enthalten.“ 

Medienentwicklungspläne, die im Auftrag der Antragsteller von externen Dienstleistern erarbeitet werden, bedürften allerdings einer intensiven Prüfung. „Ein Medienentwicklungsplan ist kein Einkaufszettel, sondern ein pädagogisch und technisch durchdachtes Konzept, das die Gegebenheiten jeder Schule angemessen berücksichtigt.“ 

Das LMZ hat die Aufgabe, die eingereichten Medienentwicklungspläne auf ihre pädagogische Schlüssigkeit und vollständige Abbildung der Anforderung der Förderrichtlinie hin zu prüfen. „Während der MEP BW als Instrument schon alle relevanten Kriterien berücksichtigt, müssen diese bei auf anderem Weg entstandenen Konzepten erst überprüft werden“, so Kraft weiter. 

LMZ prüft – L-Bank schüttet Fördergelder aus

Ab Oktober 2019 startet auch die L-Bank mit ihrer Arbeit in Zusammenhang mit dem DigitalPakt. Sie ist für die Ausschüttung der Fördergelder aus dem DigitalPakt zuständig. Eingereichte Medienentwicklungspläne werden im Vorfeld von den Experten des LMZ anhand der festgelegten Kriterien geprüft. Sind diese erfüllt, spricht das LMZ eine Freigabeempfehlung aus, die der Schulträger seinem Antrag bei der L-Bank beifügt. Entspricht der eingereichte Medienentwicklungsplan nicht oder nicht in Gänze den Förderkriterien, erhalten die Schulen die Rückmeldung mit der Bitte, die Konzepte anhand der Kriterien nachzuarbeiten. Medienentwicklungspläne können mit Beginn des neuen Schuljahres 2019/2020 ab dem 11. September 2019 von den Schulen in Abstimmung mit ihrem Schulträger an das LMZ zur Prüfung gegeben werden.   
 

Pädagogisches Ziel ist Kern des Medienentwicklungsplans

Im Mittelpunkt eines Medienentwicklungsplans steht die Frage nach dem pädagogischen Ziel des Medieneinsatzes an einer Schule. „Der MEP BW führt Schule und Schulträger gemeinsam durch die Konzepterstellung – von der Aufnahme des Ist-Zustands bis hin zur Evaluation und zur Darstellung der Konsequenzen“, sagt Kraft. Dabei gehe es von Beginn an auch darum, mit den gegebenen Ressourcen sinnvoll zu haushalten und zugleich den pädagogischen Bedürfnissen gerecht zu werden. „Der MEP BW hat zudem den großen Vorteil, dass Schule und Schulträger gemeinsam den Planungsprozess dokumentieren und am Ende ein Zertifikat für die Beantragung der Fördergelder erhalten“, erläutert der Direktor des LMZ. 

Der MEP BW ist eine browserbasierte Anwendung. Es sind also lediglich ein Internetzugang und die entsprechenden Login-Daten erforderlich. Zielgruppe sind alle Schulträger und Schulen – also auch jene, die noch ganz am Beginn der Arbeit mit digitalen Medien im Unterricht stehen. Auch die Größe der Schule spielt für den MEP BW keine Rolle. 

Der MEP BW bietet eine Vielzahl an Unterstützungsmaterialien und Anregungen, an denen sich Schulen und Schulträger im Laufe des Prozesses orientieren können. Insbesondere ermöglicht der MEP BW großen Schulträgern, für alle ihre Schulen leicht und unkompliziert technische Rahmenbedingungen zugrunde zu legen.

Schulträger können Investition in die Digitalisierung der Schule besser planen – Berater unterstützen

Für Kommunen und weitere Schulträger liegt der Vorteil eines Medienentwicklungsplans in der sicheren Planung von Investitionen, die in die Digitalisierung von Schulen fließen. Der Arbeits- und Abstimmungsprozess zwischen Schule und Schulträger wird durch die Anwendung klar strukturiert. Beide Seiten gehen die einzelnen Schritte des MEP BW durch und liefern die jeweils notwendigen Informationen und Materialien zur Planung, Finanzierung und Organisation des für die jeweilige Schule individuell passenden Medienkonzepts. Die digitale Anwendung ist für alle öffentlichen Schulen und Schulträger kostenlos. 

Auch Privatschulen können den MEP BW zusammen mit der Begleitung der Berater buchen – müssen dafür aber für die Beratung einen Unkostenbeitrag leisten. Die Beraterinnen und Berater der regionalen Medienzentren sowie die Medienzentrenleitungen stehen als Ansprechpartner für den MEP BW zur Verfügung.  

Universität Mannheim hat MEP BW evaluiert

Die Experten der Universität Mannheim haben die Applikation in der Pilotphase der vergangenen Monate evaluiert – mit positivem Ergebnis: „Jede Schule muss sich die Frage stellen, wie sie digital unterrichten möchte“, sagt Professor Dr. Dirk Ifenthaler. „Mit dem MEP BW haben alle an der Medienentwicklungsplanung Beteiligten ein umfassendes Instrument verfügbar, um eine ganzheitliche Schulentwicklung umsetzen zu können. Die Applikation verbindet die pädagogischen, personalen, organisatorischen und technischen Anforderungen und berücksichtigt gleichermaßen die Interessen von Schule und Schulträger.“

Weitere Informationen zur Medienentwicklungsplanung und zum MEP BW

Corinna Kirstein

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