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Cybermobbing unter Jugendlichen und Erwachsenen – Aktuelle Zahlen und Daten

Sascha Schmidt

Jeder fünfte Heranwachsende war bereits Opfer von Cybermobbing

Das Thema Cybermobbing war in den vergangenen Jahren vermehrt Gegenstand verschiedener Studien. Diese untersuchten das Phänomen nicht nur im Kontext von Jugendlichen, sondern auch von Erwachsenen. Wir haben zentrale Ergebnisse aktueller Studien für Sie zusammengefasst.

Laut JIM-Studie 2018 gibt jeder fünfte Jugendliche an, dass bereits falsche oder beleidigende Inhalte über die eigene Person online verbreitet wurden. Bezogen auf Bildmaterial bestätigen elf Prozent der Jugendlichen, dass andere Personen bereits peinliche oder beleidigende Fotos oder Videos über sie in Umlauf brachten. Hiervon sind Heranwachsende im Alter von 16 bis 17 Jahren stärker betroffen als in den jüngeren Altersstufen.

Ein Drittel der Jugendlichen hat bereits Formen von Cybermobbing im Bekanntenkreis miterlebt. Der Anteil der Mädchen, die dies bestätigen, ist mit 40 Prozent höher als der von Jungen (30 Prozent). Jeder fünfte Jugendliche gibt zudem an, häufig mit Hassbotschaften im Netz in Kontakt zu kommen. Mit zunehmendem Alter der Jugendlichen steigt auch die Wahrscheinlichkeit, auf Hassbotschaften zu treffen. Geben im Altersbereich von 12 bis 13 Jahren noch 53 Prozent der Jugendlichen an, bislang keinen Hassbotschaften im Netz begegnet zu sein, so sind es bei den 16- bis 17-Jährigen nur noch 24 Prozent. Plattformen, auf denen die Heranwachsenden häufig Hassbotschaften erleben, sind vor allem Instagram und YouTube.

Laut einer Umfrage von Statista wurden 60 Prozent der Lehrkräfte bereits mit Cybermobbing an ihrer Schule konfrontiert. Als Täter nennen sie in den meisten Fällen Mitschülerinnen und -schüler. Knapp 30 Prozent der befragten Lehrkräfte äußern, dass ein konkreter Ansatz fehle, Cybermobbing effektiv entgegenzuwirken.

18 Prozent der befragten Jugendlichen geben an, selbst bereits Opfer von Cybermobbing-Attacken gewesen zu sein. Damit stimmen die Zahlen von Statista in etwa mit den Ergebnissen der JIM-Studie überein. Als Grund für Cybermobbing-Attacken nennen 62 Prozent ihr Aussehen.

Cybermobbing als geläufiger Begriff unter Erwachsenen

Dass Cybermobbing nicht nur unter Heranwachsenden eine Rolle spielt, zeigt eine Studie des Bündnisses gegen Cybermobbing. Dieses untersucht die Erfahrungen von Erwachsenen ab 18 Jahren mit Cybermobbing. Der Begriff Cybermobbing ist dabei 94 Prozent der befragten Erwachsenen geläufig. 60 Prozent geben an, dass sie schon einmal in Mobbing- oder Cybermobbingsituationen involviert waren. Etwa 30 Prozent der Erwachsenen waren bereits selbst Opfer von (Cyber-)Mobbingattacken. Das Risiko, Opfer von Cybermobbing zu werden, ist bei Frauen um das 1,5-fache höher als bei Männern. Interessant ist auch der Umstand, dass 80 Prozent der Täter zuvor bereits selbst Opfer waren. Ein höheres Risiko für (Cyber-)Mobbing ist grundsätzlich bei sozialen Berufen festzustellen. Aus Sicht der Opfer ist Neid die häufigste Ursache, die Täter hingegen nennen Ärger über die betroffenen Personen als Hauptgrund.

Bei Fragen zum Thema Cybermobbing und Gewaltprävention können Sie sich an unsere medienpädagogische Beratungsstelle wenden. Weitere Informationen rund um das Thema Cybermobbing finden Sie hier.

 

Sascha Schmidt

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