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Amnesty International: Gefährden Google und Facebook Menschenrechte und Meinungsfreiheit?

Sascha Schmidt

Sind wir inzwischen auf Google und Co. angewiesen?

Laut einem kürzlich veröffentlichten Bericht von Amnesty International gefährden Facebook und Google durch die ständige Überwachung von Milliarden Menschen auf der ganzen Welt Menschenrechte und die Meinungsfreiheit. Amnesty International fordert die Konzerne daher auf, ihr Geschäftsmodell zu ändern und nicht mehr auf gesammelte Daten angewiesen zu sein.

Die sogenannten „Big Five“ Tech-Unternehmen – Amazon, Apple, Facebook, Google und Microsoft – dominieren heutzutage einen Großteil der Online-Dienste. Wenn es um Kommunikation und freie Meinungsäußerung geht, sind laut Amnesty International die Konzerne Facebook und Google besonders mächtig. Der Bericht weist darauf hin, dass Google inzwischen 90 Prozent der weltweiten Suchmaschinen-Nutzung kontrolliert. Zudem beherrscht Facebook mit WhatsApp und dem Facebook Messenger 75 Prozent des mobilen Messaging-Marktes. Im Video-Bereich stellt YouTube inzwischen die zweitgrößte Suchmaschine und gleichzeitig die größte Video-Plattform dar. Google Chrome ist der weltweit am meisten genutzte Web-Browser und Android das verbreitetste mobile Betriebssystem. Im Bereich Online-Werbung umfassen Facebook und Google zusammen 60 Prozent des weltweiten Marktes. Die Volksrepublik China ist aufgrund der dort vorherrschenden Regulationen in den genannten Zahlen nicht berücksichtigt.

Die Marktmacht der Konzerne sei laut Bericht inzwischen so groß, dass die Menschen auf deren Dienste angewiesen sind, um das Internet überhaupt nutzen zu können. Amnesty International betrachtet vor allem die fehlenden Alternativen als kritisch: „Entweder wir müssen uns dieser allgegenwärtigen Überwachungsmaschinerie unterwerfen – (…) – oder wir müssen auf die Vorteile der digitalen Welt verzichten“, heißt es im Bericht. Eine mögliche Lösung sieht die NGO (Nichtregierungsorganisation) nur darin, das Geschäftsmodell zu ändern. Solange sich die Tech-Unternehmen auf Werbeanzeigen als Einnahmequelle verlassen, werden sie stets auf Benutzerdaten angewiesen sein. Konkrete Alternativen nennt Amnesty International im Bericht nicht. Als zweiten Teil der Lösung führen sie mehr politische Regulierung auf. Regierungen seien aufgefordert, neue Datenschutzgesetze zu verabschieden und die bereits geltenden stärker einzufordern. „Jetzt ist es an der Zeit, diesen wichtigen öffentlichen Raum für alle zurückzugewinnen“, so der Bericht.

Mehr Informationen zum Thema Datenschutz finden Sie hier.

Sascha Schmidt

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