70 Jahre Grundgesetz – Kinderrechte und Medien

Corinna Kirstein

Kinderrechte: Zugang zu Bildung und Medien im geschützten Bereich - GettyImages-511121560-Geber86

Die Würde des Kindes ist unantastbar!

Kinder sind die Zukunft unserer Gesellschaft. Menschenwürde, Persönlichkeitsrecht und Gleichberechtigung sind in den Artikeln 1 bis 4 des Grundgesetzes festgehalten. Das am 23. Mai 1949 in Kraft getretene Gesetz schützt Menschen jeglichen Alters. Menschenrechte sind damit auch Kinderrechte. Kinder haben ein Recht auf unverletzliche Menschenwürde und ein eigenes Recht auf freie Entfaltung ihrer Persönlichkeit. 

Kinderrechte und Mediennutzung 
Kinder haben ein Recht auf Bildung, Freizeit, Spiel und Erholung. Diese Rechte gelten auch im digitalen Raum und bei der Mediennutzung. Medien unterstützen Kinder dabei, ihre Rechte wahrzunehmen. Die Initiative „SCHAU HIN! Was Dein Kind mit Medien macht“ hat in Bezug auf Medienerziehung folgende Kinder-Grundrechte zusammengestellt:

  • Gleichbehandlung und Schutz vor Diskriminierung unabhängig von Religion, Herkunft und Geschlecht
  • Diskriminierung, Mobbing und Belästigung finden auch im Internet statt. Kinder sollten dabei unterstützt werden, in solchen Situationen angemessen zu reagieren und sich im Zweifelsfall Hilfe zu holen. Außerdem müssen Kinder lernen, selbst auch fair mit anderen umzugehen.
  • Bildung und Ausbildung
  • Zur Bildung gehören immer auch die Medienerziehung und die Förderung von Medienkompetenz – in der Familie, in der Schule und in allen anderen Bildungskontexten.
  • Freizeit, Spiel und Erholung
  • Die sichere Mediennutzung von Kindern betrifft dabei das Recht auf Freizeit, Spiel und Erholung, indem Kinder passende Unterhaltungsangebote nutzen. 
  • Sich informieren, mitteilen, versammeln und gehört werden
  • Kinder können kindgerechte Angebote wie z.B. Kinderseiten und -suchmaschinen oder moderierte Kinderchats nutzen. Zentral ist das Recht des Kindes auf Beteiligung und Berücksichtigung seiner Meinung. Kinder sollten entsprechend ihrem Alter und ihrer Reife beteiligt werden und ihre Interessen müssen Beachtung finden.
  • Privatsphäre und gewaltfreie Erziehung
  • Zum Recht der Privatsphäre gehört auch, den Datenschutz im Internet zu gewährleisten und Kindern verständlich zu machen, welche ihrer persönlichen Daten öffentlich zugänglich sind. Zur gewaltfreien Erziehung gehört, Kinder vor der Konfrontation mit Gewalt in Medien zu schützen.
  • Eine Familie, elterliche Fürsorge und ein sicheres Zuhause
  • Dazu gehört auch, dass Eltern ihre Kinder in der Medienwelt begleiten und vor ungeeigneten Inhalten oder Kontakten schützen, beispielsweise auch durch die Aktivierung von Sicherheitseinstellungen.

Mehr zum Thema:
https://www.schau-hin.info/artikel/kinderrechte-bei-der-mediennutzung/

Recht auf Sicherheit und Schutz

Wichtig für die Kinder ist der sichere Einsatz der Medien. Dazu brauchen sie kindgerechte Angebote, einen umfassenden Jugendmedien- und Datenschutz und vor allem die Unterstützung von Eltern, Erziehenden und Medienschaffenden. Kinder sollen geschützt aufwachsen. Kein Kind darf diskriminiert oder gemobbt werden. Aufgabe der Erwachsenen ist, Kinder über Chancen und Risiken sozialer Medien aufzuklären und mit ihnen auch Spielregeln wie z.B. das Recht am eigenen Bild und die Grenzen der Verwendung fremder Bilder zu besprechen. So ist gewährleistet, dass Kinder frühzeitig über die eigenen Urheber- und Persönlichkeitsrechte sowie über die der anderen Bescheid wissen. Vertiefte Infos hierzu:

https://www.lmz-bw.de/medien-und-bildung/medienwissen/social-media/soziale-netzwerke/

https://www.lmz-bw.de/medien-und-bildung/medienwissen/social-media/soziale-netzwerke/risiken-sozialer-netzwerke-und-messenger/

https://www.klicksafe.de/fuer-kinder/

https://www.schau-hin.info/daten-jugendschutz/

Das Thema Medien in der Kinderrechtskonvention

Am 20. November 1989 wurde die UN-Kinderrechtskonvention beschlossen. Sie legt in 54 Artikeln die ganz speziellen Rechte für Kinder fest. Fast alle Länder der Erde haben das akzeptiert und unterschrieben. Sie arbeiten gemeinsam, egal welcher Kultur und welcher Religion sie angehören, daran, die Kinderrechte für alle 2,2 Milliarden Kinder dieser Welt Wirklichkeit werden zu lassen. Artikel 17 dieser Konvention beschreibt die Verpflichtung der Vertragsstaaten, Kinder vor schädlichen Einflüssen in den Medien zu schützen. Bei kindgerechtem Einsatz sei der positive Einfluss der Massen-medien auf Kinder größer als der schädliche. Die Vertragsstaaten unterliegen der Verpflichtung, auf die Ausstrahlung von geeigneten Kindersendungen und die Verbreitung von Kinderbüchern hinzuwirken. Sie erkennen die wichtige Rolle der Medien an und stellen sicher, dass das Kind Zugang hat zu Informationen und Material aus einer Vielfalt nationaler und internationaler Quellen, insbesondere derjenigen, welche die Förderung seines sozialen, seelischen und sittlichen Wohlergehens sowie seiner körperlichen und geistigen Gesundheit zum Ziel haben. Zu diesem Zweck sollen die Vertragsstaaten

  • „die Massenmedien ermutigen, Informationen und Material zu verbreiten, die für das Kind von sozialem und kulturellem Nutzen sind und 
  • das Kind auf ein verantwortungsbewusstes Leben in einer freien Gesellschaft im Geist der Verständigung, des Friedens und der Toleranz vorbereiten,
  • die internationale Zusammenarbeit bei der Herstellung, beim Austausch und bei der Verbreitung dieser Informationen und dieses Materials fördern,
  • die Massenmedien ermutigen, den sprachlichen Bedürfnissen eines Kindes, das einer Minderheit angehört oder Ureinwohner ist, besonders Rechnung zu tragen und
  • die Erarbeitung geeigneter Richtlinien zum Schutz des Kindes vor Informationen und Material, die sein Wohlergehen beeinträchtigen, fördern …“ 

Quelle:
https://www.kinderrechtskonvention.info/massenmedien-kinderfernsehen-und-kinderbuecher-3554

Unterrichtsmaterial

Internetseiten

www.unicef.de/informieren/schulen/unterrichtsmaterial/-/kinderrechte/107392

www.unicef.de/informieren/schulen

www.klick-tipps.net/kinder/themen/detail/n/kinderrechte/

www.klicksafe.de/paedagogen-bereich/

www.jugendstiftung.de/onlineshop/aktionskalender-respekt-zeigen/


Filmtipp 
Rund die Hälfte der Medienzentren in Baden-Württemberg hält den Film „Kinder haben Rechte“(2013) für Lehrkräfte im Verleih bereit. Er darf im Unterricht gezeigt werden. Inhalt: Kinder haben Rechte! Kinderrechte sind von zentraler Bedeutung für eine Welt mit Frieden, Fairness, Sicherheit und Respekt für die Umwelt. Der Film zeigt die Lebensweisen und -umstände von Kindern in verschiedenen Ländern. Es werden mangelnde Schulbildung, Kinderarbeit und schlechte ärztliche Versorgung angesprochen. Zudem stellt der Film stellt die UN-Kinderrechtskonvention vor und zeigt auf, welche Rechte für Kinder beschlossen wurden. Es wird erläutert, dass die Durchsetzung der Kinderrechte schwierig ist und dass es notwendig ist, mit vielfältigen Aktionen auf sie aufmerksam zu machen. Infos hierzu in unserer SESAM-Mediathek

Corinna Kirstein

E-Mail senden

Diese Seite teilen:

Weitere Informationen

Kategorien: