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  2. Netzwerklösung
  3. Tablets in der Schule
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    3. Tablets in der Schule

      Einleitung

      Mit Tablets halten neue Betriebssysteme (iOS und Android) Einzug in die Schule. Aufgrund der einfacheren Bedienung sind die Systeme bei Anwendern beliebt. Intuitive Bedienkonzepte, die mit den klassischen Eingabegeräten Maus und Tastatur konkurrieren, machen den Tablet-Einsatz interessant im schulischen Kontext. Nicht nur im Grundschulbereich fühlen sich Tablets geschmeidiger an, als ein klassischer Desktop-PC. Kinder kennen die Bedienkonzepte vom Handy der Eltern, intuitive Oberflächen bieten einen niederschwelligen Einstieg in die Arbeit mit digitalen Medien.

      Der Betrieb in der Schule stellt besondere Herausforderungen an die Netzverantwortlichen. Die Geräte sollten zuverlässig mit einheitlichen Apps ausgestattet sein und ein einheitliches Erscheinungsbild bieten, damit sich Lehrkräfte und Schüler schnell zurechtfinden. Da Tablet-Betriebssysteme auf den Betrieb mit der Cloud entwickelt werden, müssen Vorkehrungen getroffen werden, damit personenbezogene Daten nicht unkontrolliert in der Cloud gespeichert werden. Es ist außerdem vermutlich sinnvoll die Rechte von Schülern einzuschränken, um beispielsweise zu verhindern, dass Geräte mit eigenen Apps bespielt werden.

      Aktuelle Datenschutzvorgaben verlangen außerdem, dass die Benutzerdaten von den Geräten gelöscht werden, bevor sie an die nächsten Schüler übergeben werden. Dies bedeutet, dass nach jeder Unterrichtsstunde alle Tablets komplett neu ausgerollt werden müssen, da die Hersteller eine Funktion für das Löschen von Anwendungsdaten nicht implementiert haben.

      Der Bezug von Software vieler Geräte über das Internet und regelmäßige Updates von Betriebssystem und Apps lasten die Internetleitung der Schule aus und erfordern spezielle Vorkehrungen, damit der Betrieb reibungslos erfolgt.

      Mädchen vor Tablet

      gettyimages/xijian

      Wichtige Überlegungen vor dem Kauf von Tablets

      Beim Einsatz von Tablets empfiehlt es sich im Vorfeld des Kaufs ein Konzept für die Nutzung zu entwerfen und den Geräteeinsatz in einen MEP (vgl. www.lmz-bw.de/medienentwicklungsplan.html) einzubetten. Hierbei werden Fragen nach dem (pädagogischen) Einsatz im Unterricht, der Finanzierung, der Qualifikation des Kollegiums und der Gerätebetreuung, geklärt.
      Die Einführung neuer Geräte stellt neue Anforderungen an die schulische IT und es gibt Fragen, die zu klären sind, bevor neue Geräte beschafft werden:

      • Wie sollen die Geräte verwaltet, das heißt mit Software versorgt und konfiguriert werden?
      • Wird dafür ein Mobile Device Management System benötigt?
      • Wer übernimmt die Aufgabe der Geräteverwaltung?
      • In welchen Fächern und mit welcher Software soll gearbeitet werden?
      • Welche Unterrichtsszenarien sollen ermöglicht werden? Und davon abhängig: Welche Funktionen der Gerä-te (z.B. Kamera, Bluetooth, usw.) sollen verfügbar sein?
      • Welche Geräte sollen beschafft werden?
      • Entstehen besondere Anforderungen für meine schulische IT-Infrastruktur?
      • Wie geschieht eine Gerätezuordnung? (Jeder Schüler ein eigenes Gerät, nur Lehrergeräte, alle nutzen alle Tablets, Bring Your Own Device)
      • (Wie/Wo) Sollen Daten der Anwender gespeichert werden?
      • Was ist beim Thema Datenschutz zu beachten?
      • Braucht die Schule eine Benutzerordnung?

      Bei der Einführung von Tablets gilt es ein paar Dinge zu beachten, damit der erhoffte Gewinn vom Tablet-Einsatz im Unterricht nicht zu einem Alptraum bei der Verwaltung der Geräte wird. Im Kontext unseres Pilotprojektes haben wir Erkenntnisse gesammelt, die wir mit Ihnen teilen wollen.

      Tablet im Bücherregal

      GettyImages/baona

      Modellversuch: Mobile Device Management in Schulen

      Seit Dezember 2017 evaluiert eine Projektgruppe am Landesmedienzentrum Baden-Württemberg (LMZ), wie Schulen bei der Arbeit mit Tablets unterstützt werden kön-nen. Interessenten können sich unter www.lmz-bw.de/technische-unterstuetzung/aktuelles/mdm-modellschulen.html für unseren Modellversuch „MDM in Schulen“ registrieren. Wir bieten unseren Kunden ein MDM-System, über das die Einrichtung und die Verwaltung von Tablets vorgenommen werden. Als technische Plattform kommt das Produkt „Relution“ der Stuttgarter Firma „M-Way Solutions“ zum Einsatz.

      Das Hosting – also die Einrichtung des Systems, die Administration des Servers, das Einspielen von Updates des MDM-Systems und da Monitoring übernimmt das LMZ. Ziel hierbei ist es eine Infrastruktur zu bieten, die den Schulen einen weiteren Server im Schulnetz sowie dessen Betreuung abnimmt. Über eine Hotline erhalten Kunden Support bei technischen Fragen und Problemen im Alltag. Ein geschlossenes Forum dient dem Austausch der Anwender untereinander. Aktuell betreuen wir 35 Kunden und es werden im Rahmen des Modellversuchs über 1000 Geräte verwaltet (Stand Juli 2018). Der Modellversuch endet am 31. Dezember 2018.

       

       

      Betriebsysteme im Vergleich

      Am Anfang unseres Modellversuchs haben wir uns mit iOS- und mit Android-Geräten auseinandergesetzt. Dabei wurde schnell klar, dass Apple sich gut auf den Bildungsmarkt positioniert, während Anbieter von Android-Geräten hier verhalten agieren.
      Apple bietet mit dem School-Manager (school.apple.com) eine Plattform für Schulen, in die die Angebote für Geräteverwaltung (Device Enrollment Programm (DEP)) und App-Lizensierung (Volume Purchase Programm (VPP)) integriert sind. Über dieses Portal können die Informationen mit dem MDM-System verknüpft und die Administration der Geräte und der App-Lizenzen der Schule werden enorm vereinfacht.
      Um das Thema Android ist es leider nicht so gut bestellt. Hier ist aktuell Einiges im Umbruch und es wird sich hoffentlich ein für Schulen einfaches Verfahren herauskristallisieren, wie Android-Geräte verwaltet werden können. Wir sehen im Moment Gründe, warum wir Android Geräte nur eingeschränkt für den schulischen Einsatz geeignet halten:

      • Heterogenität der Hardware – nur Samsung Geräte mit Knox Mobile Enroll-ment (KME) können sinnvoll verwaltet werden – im Gegensatz zu iOS sind die Einstellungsmöglichkeiten gering.
      • Keine verlässlichen Updatezyklen der Hersteller – Apple gibt für Endgeräte fünf Jahre Updates, die in regelmäßigen Zyklen veröffentlicht werden. Bei And-roid-Geräten werden Updates eher unzuverlässig veröffentlicht. Neue Android-Versionen sind für viele Geräte nicht verfügbar.
      • App-Lizenzen werden an Benutzerkonten gebunden, die von der Schule verwaltet werden müssen.
      • Updates von Apps müssen manuell in das von uns evaluierte MDM das eingespielt werden.
      • Geringes Angebot an hochwertigen Apps für den Bildungsbereich als bei iOS

       

      Die hier genannten Gründe haben uns dazu bewegt abzuwarten, ob sich Android als zuverlässiges Produkt auf dem schulischen Markt etablieren kann. In dieser Artikelserie konzentrieren wir uns auf iPads und deren Einsatz in der Schule.

      Sofern Sie eine praktikable Lösung für die Frage nach einem für Schulen handhabbaren Management für Android-Apps haben, freuen wir uns über Ihre Anregungen.

      Vorausschau Artikelreihe

      Wir werden hier in den nächsten Wochen drei Artikel zu vorwiegend technischen Fragestellungen beim Tableteinsatz an der Schule veröffentlichen.

      • Im ersten Teil wollen wir uns mit dem Thema „Technik“ auseinandersetzen. Welche infrastrukturellen Erfordernisse sind umzusetzen, damit Tablets in der Schule eingesetzt werden können? Was ist beim Thema WLAN zu beachten? Welche Vorteile bietet ein Mobile Device Management System (MDM)?
      • Der zweite Teil widmet sich dem Thema „Verwaltung“ – Welche Möglichkeiten der Geräteverwaltung gibt es? Welche Angebote bietet Apple für das Management der Geräte.
      • Der dritte und letzte Teil dieser Artikelserie widmet sich der Frage nach dem Umgang mit Apps und gibt Surftipps zum Unterrichten mit den Geräten. Außerdem werden darin rechtliche Fragestellungen angerissen.

      Feedback erwünscht

      Als Autor der vorliegenden Artikelserie hoffe ich, dass die hier zur Verfügung gestellten Informationen hilfreich sind und Sie bei der Einführung und/oder dem Betrieb von Tablets in der Schule unterstützen. Wenn Sie mir ein Feedback, Anregungen und Kritik geben wollen, freue ich mich über eine Mail.

       

      Hier gelangen Sie zum ersten Artikel der Reihe „Tablets in der Schule. Teil 1. Technik“.

      Lehrerin beim Vortrag mit Tablet in der Hand

      GettyImages/FangXiaNuo

      Zu den Artikeln der Serie

      Artikel 1: Technik

      In diesem Artikel beleuchten wir die technischen Voraussetzungen für einen erfolgreichen Tablet-Einsatz in der Schule: Wie können Tablets verwaltet werden? Welche Vorzüge bietet ein MDM für Tablets? Was benötigen Sie an (Netzwerk-) Infrastruktur?

      Mehr erfahren

      Artikel 2: Verwaltung von Tablets

      Der zweite Artikel beschäftigt sich mit der Verwaltung von Tablets in der Schule. Wie können Sie Tablets Personen zuordnen und welche Konfigurationen sind dabei notwendig? Und wie funktioniert der Apple School Manager zur Geräte- und App-Verwaltung?

      Mehr erfahren

      Artikel 3: Mit Tablets unterrichten

      Der dritte Artikel beschäftigt sich mit dem Einsatz von Tablets und Apps im Unterricht. Wie können Schulen Lizenzen für Lern-Apps in großer Stückzahl beschaffen? Welche Apps eignen sich und wie kommen sie auf alle Tablets einer Klasse?

      Mehr erfahren

      Roland Walter

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