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        3. Schulischer Alltag mit Tablets und Apps

        Lernen mit Tablets und Apps

        Lernen mit Tablets und Apps | GettyImages/KeremYucel

        Im letzten Teil dieser Artikelserie setzen wir uns mit der Praxis auseinander. Wer mit Tablets unterrichtet, arbeitet in der Regel mit Apps, also mit (Lern-) Anwendungen, die auf den Tablets laufen. Wir erklären Ihnen, was Sie dabei beachten sollten und beleuchten dabei folgende Fragen:

        • Wie können Sie Apps beschaffen und auf Tablets verteilen?
        • Welche Apps können wie sinnvoll eingesetzt werden?
        • Wo finden Sie Anregungen für den Unterricht mit Tablets?
        • Welche rechtlich-organisatorischen Aspekte sollten Sie beachten?

        3.1 Apps

        Die Verwaltung von iOS-Apps in der Schule geht am einfachsten mit dem „Volume Purchase Program“ (VPP). Damit können Schulen und Bildungseinrichtungen App-Lizenzen in großer Stückzahl für ihre Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte und Mitarbeiter erwerben. Die Lizenzen sind, im Gegensatz zu privaten Apple-Konten, nicht an einzelne Benutzerinnen und Benutzer, sondern an das VPP-Konto der Schule gebunden. Hierdurch können Sie die lizensierten Apps an beliebig viele Geräte verteilen.
        Im Apple-School-Manager ist das VPP integriert. Hier kaufen Sie Ihre Lizenzen. Sie müssen dort auch die Lizenzen kostenloser Apps erwerben, damit diese an die Geräte ausgespielt werden können. Bücher sind aktuell in Deutschland nicht verfügbar.

        Das App-Inventar der Schule können Sie (über eine Verknüpfung) mit VPP in Ihr Mobile Device Management (MDM) synchronisieren, Lizenzen zuweisen und die Apps verteilen. Personalisierte Benutzerkonten sind nicht notwendig. Wenn Sie eine App von einem Gerät entfernen, können Sie die Lizenz für ein anderes Gerät zur Verfügung stellen. Dies ist zum Beispiel interessant, wenn Sie (teure) kostenpflichtige Apps erwerben, die Sie einzelnen Kolleginnen und Kollegen für einen bestimmten Zeitraum zur Verfügung stellen. Wird die App von einer Kollegin oder einem Kollegen nicht mehr benötigt, kann sie auf das Gerät der nächsten Kollegin bzw. des nächsten Kollegen eingespielt werden.

        Apps, die Sie an (teilverwaltete) private Geräte verteilen, verbleiben im Besitz der Schule und können wieder von den Geräten entzogen werden. Viele App-Anbieter haben Rabatte für Bildungseinrichtungen. Dabei handelt es sich laut unserem Kenntnisstand um einen Preisnachlass von 50 Prozent ab 20 abgenommenen Lizenzen. Das ist sicherlich einer der Gründe, warum Apple überprüft, ob Sie eine Bildungseinrichtung sind, wenn Sie sich beim Apple-School-Manager registrieren.

        Tabletklasse

        Tabletklasse | GettyImages-monkeybusinessimages

        Hinweis: Anmeldung beim Apple School Manager

        Registrierung der Schule beim Apple-School-Manager. Geben Sie eine Funktionsadresse an (z.B. apple@meineschule.de), damit die Anmeldung nicht an ein persönliches E-Mail-Konto gebunden ist und Sie mit Kollegen gemeinsam die Verwaltung übernehmen können.

        • Die Angabe der Kontaktinformationen der Schulleitung ist notwendig, da Apple eine Prüfung der Daten durch einen Anruf bei der Schulleitung durchführt.
        • Sobald die Aktivierung des School-Accounts vorliegt, können Sie das Portal nutzen.
        • Der Kauf von Geräten über den Dienstleister sollte mit Eintragung in das DEP-Konto der Schule geschehen. Dadurch werden die Schulgeräte einfacher in das MDM eingebunden.
        • Der Kauf von Apps geschieht über VPP. Auch Lizenzen für kostenlose Apps werden hier erworben. Apps aus dem VVP-Store können über das MDM verteilt werden.
        • Durch die Verknüpfung von DEP/VPP mit dem MDM-Server können sie die Funktionen nutzen.

         

        Jungs mit Tablet beim Lernen

        Jungs mit Tablet beim Lernen | GettyImages/SolStock

        3.2 App-Updates

        Achten Sie bitte darauf, dass alle Tablets im Unterricht identisch eingerichtet sind. Alle Icons sollten am selben Platz erscheinen und alle Programme sollten auf dem gleichen Versionsstand sein. Hierfür ist ein MDM ideal, denn alle Geräte, die mit der gleichen Konfiguration versehen sind, lassen sich später schnell installieren. Auch die App-Ausstattung wird im MDM definiert und ist auf allen Geräten gleich.

        Der MDM-Server aktualisiert App-Updates automatisch. Eine Versionierung der Apps ist in der Regel nicht möglich. Es wird immer die neueste Version einer App auf die Endgeräte ausgespielt. Große Versionsänderungen in einer App verursachen im Unterricht manchmal Probleme. So könnte im schlimmsten Fall ein App-Update dazu führen, dass Arbeitsblätter nicht mehr verwendbar sind, weil die App ein neues Layout und neue Funktionen erhalten hat. Dann finden Schülerinnen und Schüler die Funktionen nicht mehr an der gewohnten Stelle, weil sie neu angeordnet wurden. Auch das kann die Abläufe im Unterricht zeitweise stören. Achten Sie deswegen immer darauf, dass die Geräte eines Klassensatzes zeitgleich mit Software bespielt werden, damit einheitliche Versionsstände von Apps verfügbar sind.

        3.3 Anregungen für den Unterrichtsalltag

        Vor ein paar Jahren war eine regelrechte Euphorie zu spüren: „Tablets revolutionieren den Unterricht! (Digitales) Lernen wird sich in den nächsten Jahren grundlegend ändern! Wenn wir auf diesen Zug nicht aufspringen, verpassen wir den Anschluss!“ Heute ist ein pragmatischerer Umgang mit der Technologie spürbar. Tablets werden als Werkzeug und nicht mehr als Heilsbringer gesehen. Sie ergänzen das Portfolio im „digitalen Klassenzimmer“, haben den klassischen PC-Raum aber bislang nicht verdrängen können.

        Um den Unterricht mit Tablets gewinnbringend und motivierend gestalten zu können, ist es ratsam, Anregungen und Hintergrundinformationen einzuholen. Hier finden Sie ein paar nützliche Links:

         

        Mädchen mit Tablet

        Experimentieren und recherchieren mit Tablets.

        Lehrerin erklärt Aufgabe am Tablet

        Lehrerin erklärt Schülerin eine Aufgabe am Tablet. | GettyImages/ monkeybusinessimages

        3.4 Rechtliche Vorgaben

        Wir weisen Sie ausdrücklich darauf hin, dass es sich im folgenden Abschnitt um keine Rechtsberatung handelt. Hier finden Sie lediglich Hinweise zu rechtlichen Fragestellungen, die Sie beim Einsatz von Tablets beachten sollten.

        Unter IT.Kultus-BW finden Sie Vorgaben des Kultusministeriums Baden-Württemberg zur IT-Sicherheit. Ein Dokument gibt „Hinweise für den Einsatz mobiler Endgeräte im Unterricht“, ein weiteres liefert einen „Leitfaden für die datenschutzkonforme Auswahl und Nutzung von Apps“. Hierbei werden verschiedene Aspekte besprochen, die wir nur kurz umreißen möchten.

        Die Informationen auf der genannten Webseite sind wichtig, denn bedenken Sie: Die Verantwortung für die Einhaltung des Datenschutzes liegt bei der Schule!

        Hinweise zum Einsatz von Tablets

        Das Dokument „Hinweise für den Einsatz mobiler Endgeräte im Unterricht“ beschreibt ausführlich, worauf Schulen bei der Einrichtung und dem Betrieb schuleigener Geräte im Hinblick auf den Datenschutz achten sollten: Geklärt werden muss, wie beispielsweise mit personenbezogenen Daten umgegangen wird, welche Daten verarbeitet und wie Daten anonymisiert werden können. Das Papier erklärt Ihnen weiter, wie die Schule mit Bildern und Videos aus Schülerprojekten umgehen kann und welche Einwilligungen im Vorfeld von den Erziehungsberechtigten und von den Schülerinnen und Schülern eingeholt werden müssen. Das Dokument behandelt außerdem die Themen „Störerhaftung“ und „Providerhaftung“ aus schulischer Sicht, wie mit strafrechtlich relevanten Inhalten umzugehen ist und wann personenbezogene Schülerdaten verschlüsselt werden müssen.

        Leitfaden für die Nutzung von Apps

        Der „Leitfaden für die datenschutzkonforme Auswahl und Nutzung von Apps“ behandelt den Umgang mit personenbezogenen Daten, die bei der Nutzung von Apps entstehen. Das Dokument verweist darauf, dass die Schule selbst für den Schutz der Daten verantwortlich ist, die beim Einsatz von Apps anfallen. Vor der Nutzung von Apps sind diese eingehend auf folgende Kriterien zu prüfen:

        • auf die Art der verarbeiteten Daten,
        • die Sicherheit bei der Übertragung,
        • die Speicherung personenbezogener Daten beim Hersteller und
        • die Nutzungsbedingungen.

        So dürfen Apps zum Beispiel keine Daten für Werbezwecke erheben und die Weitergabe an Dritte ist ebenfalls untersagt. Sobald Daten in die Cloud übertragen werden, sind Schulen laut der Vorgaben des Leitfadens verpflichtet, einen Auftragsverarbeitungsvertrag mit dem Hersteller einer App abzuschließen. Es dürfen nur Daten erhoben werden, die zwingend für den Betrieb der App notwendig sind. Die Daten sollten nach Möglichkeit anonymisiert sein.

        Ein Kriterienkatalog zeigt auf, welche Bedingungen erfüllt sein müssen, damit Schulen eine App im Unterricht einsetzen können. Wenn diese Kriterien nicht erfüllt sind, muss die Schule von einer Nutzung der App absehen. Es ist zu hoffen, dass in naher Zukunft Prüfstellen diese Aufgabe übernehmen und Apps für den schulischen Einsatz zertifizieren.

        Nutzungsvereinbarung

        Für den schulischen Computereinsatz raten wir Ihnen dringend, Nutzungsvereinbarungen zu erstellen. Sie klären die Anwender über ihre Rechte und Pflichten auf. Bei der Lehrerfortbildung finden Sie Beispiele für Formulare für Nutzungsordnungen. Das Landesinstitut für Schulentwicklung hat im Rahmen seiner Projekte ebenfalls Nutzungsordnungen füt Tabletklassen erarbeitet.

        Verarbeitungsverzeichnis

        Im Verarbeitungsverzeichnis sind personenbezogene Daten dokumentiert. Sofern Sie personenbezogene Daten beim Einsatz von Tablets verarbeiten, müssen Sie hierfür ein Verarbeitungsverzeichnis führen. Beispiele für Verarbeitungsverzeichnisse der paedML finden Sie unter Verfahrensverzeichnisse der paedML. Weitere Informationen zum Thema Verfahrenverzeichnis können Sie bei den Kolleginnen und Kollegen der Lehrerfortbildung abrufen.

        Protokollierung der Gerätenutzung

        Zu guter Letzt sei noch auf das Thema „Protokollierung der Gerätenutzung“ hingewiesen. Leider gibt es aktuell kein Verfahren, mit dem der Zugriff der Nutzung automatisch protokolliert wird. Insbesondere bei anonymisierten Geräten stellt dies ein Problem dar. Sofern die Geräte über einen (paedML-) Proxyserver mit dem Internet verbunden werden, findet in der Regel eine Protokollierung der Gerätekennung (MAC-Adressen) statt. Aus Logdateien können Sie dann unter Umständen auslesen, welches Gerät wann eine Verbindung zum Internet aufgebaut hat. Daher ist es ratsam, manuelle Benutzerlisten zu führen, um im Falle strafrechtlich relevanter Handlungen nachvollziehen zu können, wer wann welches Gerät genutzt hat. Bitte sprechen Sie dieses Verfahren mit Ihrem Datenschutzbeauftragten ab und achten Sie auf Löschfristen der erhobenen Daten.

        3.5 Ausblick

        Unser Pilotprojekt zum Einsatz von Mobile-Device-Management an Schulen dauert noch bis Ende 2018. Die gesammelten Erfahrungen haben wir in einem Projektbericht dokumentiert. Zusammen mit einem Positionspapier des Medienzentrenverbundes werden wir den Bericht dem Kultusministerium vorlegen. Darin skizzieren wir unter anderem auch, wie ein Support-Konzept für Tablets an den Schulen aussehen könnte.

        Derzeit können wir noch keine Aussage darüber treffen, ob und wie ein konkretes Angebot für die Kunden des Landesmedienzentrums umgesetzt wird. Wir hoffen auf eine zeitnahe Entscheidung, um Schulen bei der technischen Verwaltung ihrer Tablets zu unterstützen.

        Aktuell arbeiten wir Konzepte für die Anbindung von Tablets an die pädagogischen Musterlösungen (paedMLs) aus, die wir unseren Kunden zur Verfügung stellen werden.

        Wir wünschen Ihnen weiterhin viel Erfolg bei Ihren „Tablet-Projekten“!

         

         

        Luftballons

        Thinkstock/jakkapan21

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        Roland Walter, der Autor der vorliegenden Artikelserie, hofft, dass die Informationen hilfreich sind und Sie bei der Einführung und/oder dem Betrieb von Tablets in der Schule unterstützen. Er freut sich über Feedback, Anregungen und Kritik per E-Mail.

        Roland Walter

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