Vergleichsportale im Internet: Zuverlässig oder nicht?

Sascha Schmidt

Vielen Portalen fehlt es an Transparenz

Egal ob für Reisen, Stromanbieter oder Versicherungen: Im Netz gibt es zahlreiche Vergleichsportale für die verschiedensten Branchen. Aber liefern die Portale auch objektive und zuverlässige Ergebnisse? Laut einer jüngst veröffentlichten Untersuchung des Bundeskartellamts können sich Verbraucher keinesfalls auf die Ergebnisse verlassen. Im Gegenteil: Wer auf Vergleichsportale setzt, kommt manchmal sogar schlechter weg.

Das Bundeskartellamt hat in einer Untersuchung insgesamt 36 Vergleichsportale der Branchen Reisen, Energie, Versicherungen, Finanzen und Telekommunikation unter die Lupe genommen und kommt zu folgendem Ergebnis: Wer auf Vergleichsportalen nach einer Angebotsübersicht sucht, der muss durchaus wachsam sein. Den Nutzerinnen und Nutzern werde oft nicht transparent gemacht, wie die Ergebnisse zustande kämen. Dieser Mangel bezieht sich zum einen auf die Rangfolge der Suchergebnisse, zum anderen aber auch auf deren Darstellung. Mehrere Portale setzen beispielsweise farblich gekennzeichnete Empfehlungen in den Suchergebnissen ein, welche durch bezahlte Werbung und Provisionen zustande kommen. Diese Mechanismen seien aber nicht immer ausreichend gekennzeichnet, sodass Nutzer/-innen durchaus getäuscht werden können, stellt das Bundeskartellamt fest.

Marktabdeckung teils gering

Die Untersuchung brachte zudem hervor, dass die Vergleichsportale in einigen Branchen eine relativ geringe Marktabdeckung aufweisen. Diese liegt teilweise sogar unter 50 Prozent und bietet somit keine vollumfängliche Übersicht des gesamten Markts. Für Verbraucher empfiehlt es sich bei der Nutzung solcher Portale also stets, auf mehrere Anbieter zurückzugreifen und diese auch miteinander zu vergleichen. Zudem müssen Nutzer/-innen darauf achten, dass farblich gekennzeichnete Suchergebnisse nicht immer Teil der Rangliste sein müssen, sondern teilweise schlichtweg bezahlte Werbung darstellen können. Bei den Vergleichsportalen handelt es sich schließlich größtenteils um Unternehmen mit kommerziellen Absichten.

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Sascha Schmidt

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