Nie wieder SIM-Karten tauschen: die neue eSIM

Jiří Hönes
SIM-Karte wechseln

Könnte bald ein Ende haben: der Wechsel von SIM-Karten | GettyImages/unaplus_M.Faba

Fest verbaute Chips statt Wechselkarten

SIM-Karten sind bislang nicht selten eine lästige Angelegenheit. Beim Kauf eines neuen Smartphones ist plötzlich eine neue Karte fällig, weil die alte nicht mehr in den Slot passt. Oder wer hat nicht schon am Flughafen mit einer Büroklammern herumhantiert, um wieder die heimatliche SIM-Karte einzulegen? Mit der eSIM ist das nicht mehr nötig. Es handelt sich dabei um einen fest verbauten Chip im Smartphone, auf dem die Informationen über den Mobilfunkvertrag gespeichert werden können. Ein solches Profil kann auf den Chips mehrerer Endgeräte eingespielt werden, sodass der Kunde diese Geräte über einen Mobilfunkvertrag nutzen kann. Die Probleme mit den unterschiedlichen Größen von SIM-Karten sind damit hinfällig. Zudem muss bei einem Anbieterwechsel keine Karte getauscht werden und die Kunden müssen nicht mehr auf eine per Post zugeschickte Karte waren.

Das „e“ steht bei der eSIM für „embedded“, also „integriert“. Für die Hersteller der Smartphones bringt die neue Technologie Vorteile, denn durch sie entfällt mit den SIM-Karten-Slots ein störanfälliges Bauteil. Technisch ist es auch möglich, mehrere Profile auf einem Gerät zu speichern. Doch diese an sich sinnvolle Funktion wird wohl in der Regel fehlen. Laut dem Portal Golem.de hat zum Beispiel die eSIM der Telekom keine Dual-SIM-Funktion. Auf einem Chip kann pro Land immer nur ein Profil genutzt werden. Somit verhindert der Anbieter, dass die Kunden zwischen zwei Netzbetreibern hin- und herwechseln können. Die Telekom wirbt zwar damit, dass Kunden zwischen zwei Verträgen wechseln können. Dies gilt jedoch nur bei Telekom-Verträgen, denn in den FAQ steht: „Endet Ihr Mobilfunkvertrag oder möchten Sie bei einem anderen Anbieter einen neuen abschließen, werden die bisher gespeicherten Informationen auf der eSIM gelöscht oder umgeschrieben.“ Einfach zwischen Anbietern hin- und herschalten geht also nicht.

Im Nicht-EU-Ausland ermöglicht die Telekom ihren Kunden dagegen das Einspielen eines weiteren Profils. Auf Reisen können diese also problemlos die Dienste eines lokalen Mobilfunkanbieters mit ihrem Gerät nutzen.

Bis die eSIM flächendeckend zum Einsatz kommt, könnte es allerdings noch eine Weile dauern. Die GSM Association, die internationale Industrievereinigung der GSM-Mobilfunkanbieter, hat den Standard zwar schon 2015 entwickelt, doch sind bis heute noch wenige Endgeräte mit der Technologie ausgestattet. Dies sind zum Beispiel einige Smart Watches von Apple und Samsung sowie seit Herbst 2018 die Apple iPhones XS und XR. Dazu kommen die Smartphones Google Pixel 3 und Google Pixel 3 XL. Seit 2018 wird die Funktionalität von allen drei deutschen Netzbetreibern, Telekom, Vodafone und Telefónica, unterstützt und angeboten.

Jiří Hönes

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