Mobilfunknetz 5G: Das sollten Sie wissen

Sascha Schmidt
5G Mobilfunkstandard

GettyImages/Vertigo3d

Fünf Fragen rund um 5G

Der Ausbau des Mobilfunknetzes 5G hat in den vergangenen Wochen immer wieder für Schlagzeilen gesorgt. Wir haben wichtige Informationen rund um den neuen Mobilfunkstandard für Sie zusammengefasst.

Was bedeutet 5G?

5G bezeichnet die fünfte Generation des Mobilfunknetzes. Die vierte Generation bezieht sich auf den aktuellen Mobilfunkstandard LTE. Ein wichtiger Unterschied zwischen 5G und den bisherigen Generationen ist, dass die Zahl der Mobilfunkstationen in einem Gebiet nicht mehr primär von der Besiedlungsdichte abhängt. Vielmehr soll sich die Netzarchitektur an den Bedürfnissen vor Ort orientieren. Beispielsweise sind in einem Gewerbegebiet andere Datenraten und damit eine andere technische Infrastruktur nötig als in einem Wohngebiet. Die 5G-Dachstandorte und Masten sollen sich also in ihrer örtlichen Leistungsfähigkeit stärker unterscheiden als bisher.

Warum benötigen wir 5G?

Die derzeit vierte Mobilfunkgeneration LTE ermöglicht eine Datenrate von etwa 2 GBit/s. 5G hingegen soll bis zu 10 GBit/s Downloadgeschwindigkeit schaffen. Zudem bietet der neue Mobilfunkstandard wesentlich geringere Latenzzeiten. Der Begriff Latenzzeit bezieht sich auf die Zeit zwischen dem Start der Datenübertragung und dem Sichtbarwerden auf dem jeweiligen Endgerät. Zwar reicht LTE derzeit für alle gängigen Internetanwendungen im Privatbereich aus. Die Leistung von 5G soll aber vor allem im Industriesektor voll ausgeschöpft werden. Im Privatbereich könnte 5G bei datenintensiveren Anwendungen wie Augmented-Reality-Apps oder Multiplayer-Spielen zum Einsatz kommen. Möglicherweise spielt 5G auch beim Spiele-Streaming eine zentrale Rolle.

Wann soll 5G in Deutschland kommen?

Die kommerzielle Einführung von 5G soll noch im Jahr 2019 stattfinden. Allerdings ist der Netzstart von Faktoren wie dem Glasfaserausbau abhängig. Die 5G-Mobilfunkstationen müssen an das Glasfasernetz angeschlossen sein, um die Vorteile der Technologie in vollem Umfang zu nutzen. Ein investitionsintensiver Netzausbau bildet somit die Grundlage des 5G-Aufbaus. Es ist damit zu rechnen, dass der 5G-Mobilstandard erst nach und nach gebietsweise eingeführt wird. Bis zu einer möglichst flächendeckenden Verfügbarkeit können also Jahre vergehen. Die ersten Smartphones mit integriertem 5G-Standard sollen allerdings noch 2019 auf den Markt kommen.

Wer betreibt 5G in Deutschland?

Für den Mobilfunkstandard 5G steht ein bestimmtes Frequenzspektrum zur Verfügung, welches in Blöcke unterteilt wird. Zur Vergabe veranstaltet die Bundesnetzagentur aktuell eine Auktion, bei der vier Wettbewerber seit dem 19. März 2019 um die insgesamt 41 Frequenzblöcke bieten. Unter den Wettbewerbern befinden sich die etablierten Mobilfunknetzbetreiber Telekom, Vodafone, Telefónica und erstmals die 1&1-Unternehmenstochter Drillisch. Eine Besonderheit bei der Vergabe spielt der Frequenzbereich zwischen 3,7 und 3,8 GHz. Dieser wird nämlich nicht versteigert, sondern soll im zweiten Halbjahr 2019 auf Antrag zugeteilt werden. Vorgesehen ist dieser Frequenzbereich vor allem für Unternehmen, die ihr eigenes lokales Netz aufbauen möchten. Durch den Umstand, dass der Frequenzbereich lokal beschränkt wird, kann die Bundesnetzagentur diesen sogar mehrfach vergeben.
Experten gehen davon aus, dass sich die Auktionseinnahmen für den Staat auf drei bis fünf Milliarden Euro belaufen werden.

Was hat Huawei mit 5G zu tun?

Das chinesische Unternehmen Huawei zählt zu den weltweit größten Telekommunikationsausrüstern und gilt zudem als einer der wichtigsten Anbieter der 5G-Technik. Dem Unternehmen wurde in der Vergangenheit von mehreren Staaten vorgeworfen, vertrauliche Kommunikationsdaten an die chinesische Regierung weiterzuleiten. Aus diesem Grund forderten die USA einen Ausschluss von Huawei beim Aufbau des deutschen 5G-Netzes. Die Bundesregierung hat sich nach aktuellem Stand jedoch entschieden, Huawei vom 5G-Aufbau nicht auszuschließen. Stattdessen plant die Regierung, konkrete Anforderungen für die eingesetzte Technik zu formulieren.

Sascha Schmidt

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