Google ändert das Geschäftsmodell von Android

Timo Bister

Zukünftig mehr Vielfalt beim Betriebssystem Android

Die Europäische Kommission hat gegen Google wegen der Lizenzpraxis beim eigenen Betriebssystem Android eine Rekordstrafe von 4,34 Milliarden Euro verhängt. Jetzt ändert Google die Geschäftsmodelle und schafft unter anderem die Zwangsbündelung bei allen Apps ab.

Bislang war es Smartphone-Herstellern nur gestattet, die von Google bereitgestellte Version des Betriebssystems Android auf ihren Endgeräten zu installieren. Dies wird sich in der Zukunft nun ändern, teilte Google-Manager Hiroshi Lockheimer mit. Damit können Hersteller ihre eigenen Android-Varianten auf den Markt bringen. Die sogenannte Zwangsbündelung soll ebenfalls entfallen. Dahinter verbirgt sich die Vorgabe für Hersteller, bestimmte Google-Dienste nur als Gesamtpaket auf ihren Geräten zu installieren. Denn während bislang bei Vorinstallation von Google-Diensten wie Karten oder Kalender auch die Suche und der Browser Chrome mit auf den Smartphones aufgespielt werden musste, solle es für Hersteller ab dem 29. Oktober 2018 möglich sein, die Anwendungen unabhängig voneinander vorzuinstallieren, so Lockheimer in einem Blogpost.

Im Zuge dieser Neuerungen wird Google auch die Lizenzierung des Betriebssystems ändern. So wird in Zukunft eine Gebühr für jedes Android-Smartphone fällig, welches in den Europäischen Wirtschaftsraum ausgeliefert wird. Genauere Informationen zur Lizenzierung liegen noch nicht vor, allerdings werde Android selbst weiterhin kostenlos bleiben.

4,34 Milliarden Euro Rekordstrafe

Im Juli 2018 hatte EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager über Google eine Rekordstrafe von 4,34 Milliarden Euro verhängt. Die EU-Wettbewerbshüter kritisierten vor allem die gängige Praxis, dass Google seine eigenen Apps auf dem Betriebssystem zwangsbündelt. Sie sehen darin einen Versuch, die vorhandene Marktstellung der Suchmaschine bei PCs auf Smartphones zu übertragen. Trotz der angekündigten Änderungen ging Google vergangene Woche in Widerspruch.

Timo Bister

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