Fortnite – Das Hype-Spiel unter der Lupe

Sascha Schmidt

Fortnite – Das Hype-Spiel unter der Lupe

Wer sich für Videospiele interessiert und hin und wieder Let's Play Videos auf YouTube konsumiert, der kommt aktuell am Battle Royale Modus des Spiels Fortnite wohl kaum vorbei. Videos rund um das Spiel finden sich täglich in den YouTube-Trends und auch die Suche liefert tausende Treffer. Doch was steckt hinter dem Spiel und dem damit verbundenen Hype?

Das Spielprinzip von Fortnite

Fortnite ist ein ursprünglich angedachtes Free to Play Spiel, welches 2018 erscheinen soll. Free to Play bedeutet, dass der Zugang zum Spiel selbst kostenlos ist, Einnahmen jedoch unter anderem mit In-Game-Käufen gemacht werden. Eine Early Access Version des Spiels (also eine unfertige Version, die sich noch in der Entwicklung befindet und entsprechend noch verändern kann) wurde bereits im Juli 2017 veröffentlicht. Das US-amerikanische Entwicklerstudio Epic Games entschied sich bei der Veröffentlichung für einen ungewöhnlichen Weg: So soll die 2018 erscheinende Version des Spiels zwar eine Free to Play Version und damit kostenlos werden. Wer allerdings die Early Access Version testen möchte, der muss etwa 40 bis 60 EUR für einen Standard-Zugang bezahlen. Durch diese ungewöhnliche und gewagte Bezahlmethode schaffte es das Spiel bereits in einem frühen Stadium in die Schlagzeilen. 

Fortnite ist ursprünglich als sogenannter PVE-Shooter konzipiert. PVE steht für „Player versus Environment“, also auf deutsch „Spieler gegen Umgebung“. Die Spieler/-innen treten hierbei kooperativ gegen Computergegner an. Fortnite ist ein Third-Person-Shooter, in dem vornehmlich mit Schusswaffen und Schlaggegenständen gegen die virtuellen Gegner gekämpft wird. Auch wenn die Schusswaffen größtenteils realistische Namen tragen, so zeigt sich die Spielgrafik selbst in einem comicartigen Look, was sich auch in der USK-Altersfreigabe von zwölf Jahren widerspiegelt. Die grafische Gewaltdarstellung im Spiel orientiert sich im Vergleich zu vielen anderen Shootern nicht an der Realität. So werden beispielsweise Treffer von Gegnern durch eine dynamische Lebenspunkteanzeige visualisiert. Realistische Trefferanimationen und Blut werden bei Fortnite nicht dargestellt.

Free to Play Spiele und altbekannte Mechanismen

Fortnite baut wie viele andere Free to Play Spiele auf Mechanismen, die typisch für dieses Spielgenre sind. So warten täglich virtuelle Belohnungen auf die Spielerinnen und Spieler, um zu einer regelmäßige Nutzung des Spiels zu motivieren. Darüber hinaus verfügt Fortnite über einen In-Game-Shop, in dem über eine virtuelle Währung Objekte erworben werden können, darunter Items wie Waffen, Ausrüstungsgegenstände oder Erfahrungspunkte. Fortnite setzt zudem auf die vor allem im letzten Jahr viel diskutierten Lootboxen. Dies sind erwerbbare virtuelle Überraschungskisten, bei denen vorher nicht einsehbar ist, welche Items sich darin verbergen. Lootboxen basieren somit in gewisser Weise auf Mechanismen des Glücksspiels, denn die virtuellen Kisten enthalten stets eine zufällige Sammlung bestimmter Objekte. Fortnites Spielprinzip basiert zudem auf Crafting-Elementen, also beispielsweise Rohstoffe, die im Spiel gesammelt und weiterverarbeitet werden können. Auch dies ist ein typisches Element von Free to Play Spielen.

Battle Royale Modus lockt Millionen Spieler

Im September 2017 wurde überraschend ein Battle Royale Modus des Spiels Fortnite veröffentlicht. Der Begriff Battle Royale entstammt ursprünglich dem gleichnamigen japanischen Buch sowie dem darauf basierenden Dystopie-Film aus dem Jahr 2000. Spielerisch war Fortnite jedoch nicht der erste Titel, der sich an dieser Vorlage orientierte. Zuvor erfuhr das Spiel Playerunknown's Battlegrounds (kurz PUBG) einen regelrechten Hype, der immer noch anhält und vor allem von Let's Play Videos bekannter YouTuber/-innen und Twitch-Kanälen initiiert wurde. Sowohl PUBG als auch Fortnite Battle Royale sind sogenannte PVP-Shooter („Player versus Player“), bei denen es in einer festgelegten Spielumgebung Ziel ist, andere Spieler/-innen auszuschalten und als letzter Überlebender übrig zu bleiben.


Fortnite Battle Royale ist im Gegensatz zur Early Access Version des Hauptspiels kostenfrei online erhältlich. Eine Altersprüfung des Spiels gibt es aufgrund der USK-Freigabe ab zwölf Jahren nicht. Ähnlich wie das Hauptspiel setzt aber auch der Battle Royale Ableger auf In-Game-Käufe.

Die kostenfreie Version wurde in den vergangenen Monaten von einer Vielzahl an bekannten Let's Play Kanälen auf YouTube sowie Twitch-Kanälen gezeigt und erfuhr dadurch einen regelrechten Hype. Auch aktuell greifen viele Kanäle das Spiel immer noch auf und zeigen regelmäßig Let's Play Videos. Im Januar 2018 verzeichnete Fortnite Battle Royale bereits über 45 Millionen Downloads mit teilweise mehr als drei Millionen aktiven Spielerinnen und Spielern gleichzeitig.

Fortnite jetzt auch als App

Während Fortnite Battle Royale bisher für den PC sowie die Xbox One und Playstation 4 erhältlich war, steht seit wenigen Tagen auch eine iOS-Version zum Download zur Verfügung, die vorerst über eine Anmeldung auf der Website des Entwicklers bezogen werden kann. Eine Android-Version soll in Kürze folgen.

Auch trotz (oder vielleicht gerade wegen) des zunächst umständlichen Beschaffungswegs der mobilen Version des Spiels verzeichnet die App in den ersten vier Tagen bereits Einnahmen von 1,5 Millionen US-Dollar über In-App-Käufe. Der Hype um das Spiel spiegelt sich somit auch im kommerziellen Erfolg der mobilen Version wieder.

Das Spiel im öffentlichen Diskurs

Auch wenn Fortnite Battle Royale in jüngster Vergangenheit vor allem aufgrund seines Shooter-Charakters im öffentlichen Diskurs stand, lässt sich sagen, dass die Gewaltdarstellung im Spiel im Vergleich zu vielen anderen Shootern als relativ harmlos beschrieben werden kann.

Gerade für Kinder und Jugendliche als eine der Hauptzielgruppen stellt aber insbesondere der Umgang mit virtuellen Gütern und In-Game-Käufen eine Herausforderung dar, da sie die Höhe digital getätigter Ausgaben oft nicht richtig abschätzen können. Ein verantwortungsvoller und vernünftiger Umgang mit dem virtuellen Angebot ist folglich unabdingbar.

Die verwendeten Systeme der In-Game-Käufe und damit verbundene Risiken sollten mit Kindern und Jugendlichen besprochen werden. Zudem existieren Möglichkeiten, die vorhandenen Risiken bei der App-Version von Fortnite Battle Royale zumindest einzuschränken: Bei mobilen Endgeräten bietet es sich an, In-App-Käufe nach Möglichkeit generell zu deaktivieren, um auch versehentlich getätigte Käufe zu vermeiden. Um dies zu tun, muss bei Android-Geräten im Google-Play-Store unter „Einstellungen“ der Punkt „PIN für Käufe verwenden“ ausgewählt werden. Anschließend wird vor jeder Transaktion ein vorher festgelegter PIN-Code abgefragt. Bei iOS-Geräten können in den Einstellungen unter „Allgemein“ die In-App-Käufe vollständig deaktiviert werden.

Auch Spielkonsolen bieten die Möglichkeit, In-Game-Käufe einzuschränken. Auf der aktuellen Konsolengeneration kann für Kinder und Jugendliche hierzu ein Gastzugang beziehungsweise -profil eingerichtet werden. Mit diesem Gastprofil werden Transaktionen nur durch ein vorher festgelegtes Passwort ausgeführt. Das Einrichten und das Festlegen eines Passworts können in den Systemeinstellungen des Konsolenmenüs vorgenommen werden.

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