Facebook: Zuckerberg kündigt Umdenken beim Schutz der Privatsphäre an

Sascha Schmidt
Facebook

GettyImages/coffeekai

Neue Unternehmensphilosophie bei Facebook?

Mark Zuckerberg kündigt in einem jüngst veröffentlichten Blogbeitrag an, Facebook zukünftig mehr auf den Schutz von Privatsphäre auszurichten. Der geplante Schritt wirft jedoch einige Fragen auf.

In einem jüngst veröffentlichten Blogbeitrag spricht Facebook-Chef Mark Zuckerberg darüber, das Unternehmen zukünftig stärker im Bereich des Schutzes von persönlichen Daten zu positionieren. Zu den geplanten Maßnahmen zählen unter anderem eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, ähnlich wie sich auch beim Messenger-Dienst WhatsApp zum Einsatz kommt. Zudem sollen sich Beiträge und Daten der Nutzer/-innen zukünftig automatisch nach einer bestimmten Zeit löschen. „Ich glaube, die Zukunft der Kommunikation wird sich zunehmend auf private, verschlüsselte Dienste verlagern, bei denen die Menschen sicher sein können, dass das, was sie einander sagen, sicher bleibt und ihre Botschaften und Inhalte nicht für immer bestehen bleiben“, sagt Zuckerberg. Die Umsetzung würde ein kategorisches Umdenken in der Unternehmensphilosophie von Facebook bedeuten.  

Auch wenn dieser Schritt im Hinblick auf die Kommunikationsfunktionen des sozialen Netzwerks löblich klingen mag, so wirft die angekündigte Neuausrichtung des Unternehmens einige Fragen auf. Allen voran stellt sich die Frage nach den zukünftigen Einnahmequellen. Facebooks Geschäftsmodell baut aktuell darauf, möglichst viele persönliche Informationen über seine Nutzer/-innen zu sammeln. Auf Basis dieser Informationen schaltet das soziale Netzwerk schließlich personalisierte Werbeanzeigen. Wenn das Unternehmen die angekündigte Verschlüsselung konsequent umsetzt, hätte es zukünftig keinen Zugang mehr zu den inhaltsrelevanten Daten der Nutzer/-innen.  

Auch das Thema Fake News spielt im Falle eines Strategiewechsels eine Rolle. Durch die Verschlüsselung der Inhalte könnte Facebook auf Beiträge nicht mehr zugreifen und diese im Fall von Falschinformationen nicht mehr automatisiert sperren. Dieser Umstand könnte das Problem der Verbreitung von Fake News entsprechend verschärfen. Der Facebook-Chef betont jedoch, bereits an neuen Erkennungsmechanismen des sozialen Netzwerks zu arbeiten, bei denen ein direkter Zugriff auf die Beiträge nicht mehr notwendig sei.  

Wann jene Datenschutzversprechen in die Tat umgesetzt werden sollen, ließ Zuckerberg in seinem Blogbeitrag offen. Mehr Informationen zu Facebook und sozialen Netzwerken finden Sie hier.

Sascha Schmidt

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