Deutsch-französisches Virtual Reality-Projekt startet

Stephanie Wössner
VR-Projekt Toulouse

Académie de Toulouse

VR im Fremdsprachenunterricht

Am 19. Dezember.2017 fiel in Toulouse der offizielle Startschuss zu einem Projekt, das Virtual Reality in den Fremdsprachenunterricht einbindet. Auch das Landesmedienzentrum Baden-Württemberg ist an diesem Projekt beteiligt, bei dem konkrete Unterrichtsideen für Lehrkräfte entstehen sollen.

Das Projekt namens Apprentissage des Langues étrangères par Immersion (dt. Immersives Fremdsprachenlernen, kurz APLIM) wurde vom Digitalen Bildungsreferat der Académie von Toulouse initiiert. Es wird außerdem von CANOPE Okzitanien, dem franzözischen Equvivalent des LMZ, unterstützt und teilweise durch das französische Bildungsministerium finanziert. Im Interesse stehen dabei die Potenziale der virtuellen Realität im Rahmen des Fremdsprachenunterrichts, vor allem bei der Sprachproduktion und dem Hör-/Sehverstehen. Wissenschaftlich begleitet wird das Projekt von der Universität Toulouse.

Unterrichtsideen für Lehrkräfte

Im Rahmen des Projekts sollen Unterrichtsideen und Fortbildungsmaterialien entstehen. Konzipiert und im Unterricht erprobt werden die Unterrichtsideen von mehreren französischen Englischlehrerinnen und Stephanie Wössner, Lehrkraft für Französisch und Englisch sowie Mitarbeiterin des Landesmedienzentrums Baden-Württemberg. Teil des Projekts sind auf französischer Seite drei 10. bzw. 11. Klassen beruflicher Gymnasien, auf deutscher Seite ist momentan eine zehnte Klasse des Schickhardt-Gymnasiums in Stuttgart beteiligt. Dort werden Stephanie Wössner und Lehrer Claus Blanz die Unterrichtsideen umsetzen. Die dabei erhobenen Daten werden anschließend im Rahmen einer Doktorarbeit an der Universität Toulouse analysiert und ausgewertet. Die entstehenden Unterrichts- und Fortbildungsmaterialien sollen im Anschluss weiteren interessierten Kollegen über die Webseite des Landesmedienzentrums zur Verfügung gestellt werden.

Feierlichkeiten zum Start des Projekts

Bei ihrer Eröffnungsrede zum Start des Projekts begrüßte eine Vertreterin der Académie von Toulouse das Vorhaben, dass sich im Rahmen des Pilotprojekts einige Schulen federführend auf den Weg machen. Im Interesse des Erfolgs aller Schülerinnen und Schüler sei es wichtig, die technologischen Fortschritte in eine zeitgemäße Bildung zu integrieren und pädagogisch wohldurchdachte Potenziale zu nutzen, um den Unterricht dem Zeitgeist anzupassen. Außerdem betonte sie, dass sie es als ihre Aufgabe betrachte, Lehrkräfte auf diesem Weg zu begleiten und ihnen die notwendige Hilfestellung an die Hand zu geben. Dabei gehe es auch darum, innovative Pilotprojekte zu unterstützen, zur Zusammenarbeit zwischen Lehrkräften aufzurufen und die so gewonnenen praktischen Erfahrungen weiterzugeben.

Daraufhin ergriff Christophe Piombo, Leiter des digitalen Bildungsreferats der Académie von Toulouse, das Wort. Er zeigte den Anwesenden zuerst die Anwendungen CoSpaces und Holobuilder, Programme zum Erstellen von VR Anwendungen, und begab sich in die virtuelle Welt, um mit Stephanie Wössner zu demonstrieren, wie man mit Hilfe von VR kommunizieren und das Lernen erleben kann.

Zum Abschluss der Feierlichkeiten wurde den Schulen das Equipment für das Projekt überreicht: Jede Schule erhielt zwölf Samsung Gear VR-Brillen einschließlich den passenden Samsung S8-Mobiltelefonen sowie 360°-Kameras. Bereits im Januar werden die Lehrkräfte an einer Fortbildung in Frankreich teilnehmen und gemeinsam erste Lernszenarien erstellt und umgesetzt.

 

So könnte das virtuelle Lernen aussehen

Stephanie Wössner

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