Datenpanne: Bußgeld gegen die Betreiber von Knuddels.de verhängt

Jiří Hönes
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Passwörter waren unverschlüsselt gespeichert

In der vergangenen Woche wurde in Deutschland erstmals seit Inkrafttreten der neuen Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) ein Bußgeld gegen einen Social-Media-Anbieter verhängt. Betroffen ist die Plattform Knuddels.de. Dem Unternehmen wurden im Juli 2018 bei einem Hackerangriff personenbezogene Daten von etwa 330.000 Nutzern, darunter Passwörter und E-Mail-Adressen, entwendet, welche dann im September 2018 veröffentlicht wurden. Damit verstießen die Betreiber gegen ihre Pflicht zur Gewährleistung der Datensicherheit.

Hierfür musste das Karlsruher Unternehmen nun eine Geldbuße von 20.000 Euro bezahlen. Nach Auskunft des Landesbeauftragten für den Datenschutz und die Informationsfreiheit (LfDI), Dr. Stefan Brink, wirkte sich dabei begünstigend für das Unternehmen aus, dass es in dem Fall von Anfang an transparent mit dem LfDI kooperiert habe. So wurden einerseits die betroffenen Nutzerinnen und Nutzer „unverzüglich und umfassend“ über die Datenpanne informiert, wie das die DSGVO fordert, andererseits legte das Unternehmen gegenüber dem LfDI eigene Versäumnisse offen.

Diese lagen darin, dass die Betreiber Passwörter von Nutzern unverschlüsselt und unverfremdet abgespeichert hatten. Das Unternehmen habe jedoch innerhalb weniger Wochen weitreichende Maßnahmen zur Verbesserung der IT-Sicherheitsarchitektur ergriffen und damit die Sicherung seiner Nutzerdaten auf den aktuellen Stand der Technik gebracht, so der LfDI. Zudem würden in den kommenden Wochen weitere Maßnahmen ergriffen, um die Datensicherheit zu verbessert.

Die Aufsichtsbehörde betonte, die umfassende Kooperation habe sich auf die Höhe des Bußgelds günstig ausgewirkt. Man sei generell nicht daran interessiert, möglichst hohe Bußgelder zu verhängen, sondern vielmehr zähle „die Verbesserung von Datenschutz und Datensicherheit für die betroffenen Nutzer“, so Dr. Brink.

Knuddels ist ein Chat-Portal, das bereits seit 1999 online ist und sich an Jugendliche und junge Erwachsene richtet. Nach eigenen Angaben hat es über zwei Millionen registrierte Nutzerinnen und Nutzer.

Jiří Hönes

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