Apple Pay in Deutschland gestartet

Jiří Hönes
Bezahlen mit dem Smartphone

GettyImages/pixelfit

Bezahlen mit dem iPhone

So einfach geht es: Zweimal die Seitentaste des iPhones drücken, Gerät mit Gesichtserkennung oder Code entsperren und auf das Bezahlterminal halten. So funktioniert das bargeldlose Bezahlsystem Apple Pay, das der Konzern heute in Deutschland eingeführt hat. Es macht sich die Nahfunktechnik NFC zunutze, die auch beim kontaktlosen Bezahlen mit der Kreditkarte zum Einsatz kommt.

Zahlreiche große Einzelhandels-, Restaurant- und Tankstellenketten sind laut Apple von Anfang an dabei, ebenso Online-Shops und Verkehrsbetriebe. Auf Seiten der Banken ist die Zahl der Teilnehmer jedoch nicht so groß, darunter sind zum Beispiel die Deutsche Bank, die HypoVereinsbank sowie die drei großen Kreditkartenunternehmen American Express, Visa und Mastercard. Mit diesen Karten funktioniert es jedoch nur, wenn sie von einer teilnehmenden Bank ausgegeben wurde. Und da sind einige namhafte Kreditinstitute nicht mit von der Partie.

Das System gibt es in anderen Ländern schon deutlich länger, in den USA hat Apple es schon 2014 eingeführt, ein Jahr später in Großbritannien. Dass es in Deutschland so lange gedauert hat, liegt laut Spiegel Online am Widerstand von Banken und Sparkassen, die lieber auf eigene Systeme für das bargeldlose Zahlen setzen. Der Deutsche Sparkassen- und Giroverband hat in diesem Jahr mit der App „Mobiles Bezahlen“ einen eigenen Bezahldienst auf den Markt gebracht, mit dem Sparkassenkunden mit ihrem Smartphone bezahlen können. Diese App gibt es allerdings nur für das Betriebssystem Android. Dort gibt es auch den Google-eigenen Bezahldienst Google Pay, den beispielsweise die Commerzbank nutzt.

Apple verwehrt dagegen Drittanbietern den Zugriff auf den Chip im Smartphone, der für NFC-Anwendungen nötig ist. Der Konzern behält es sich vor, diese Funktion nur eigenen Diensten zu erlauben.

In Sachen Sicherheit gilt das System Apple Pay als zuverlässig. Beim Bezahlen sendet das Gerät einen sogenannten Token, eine nur einmalig verwendete Nummer, per NFC an das Bezahlterminal. In diesem Token sind die Daten der hinterlegten Kredit- oder Debitkarte verschlüsselt hinterlegt. Der Händler erfährt diese Daten von Apple nicht, so die FAZ. Laut Angaben von Apple werden die Kartendaten auch nicht auf Servern des Konzerns gespeichert.

Es wird sich zeigen, ob der neue Service von Apple dazu führt, dass das Bezahlen per Smartphone populärer wird. Bislang gilt Deutschland noch als eine Hochburg des Bargeldverkehrs, während insbesondere in Skandinavien und in Ostasien gerne mit dem Smartphone bezahlt wird.

Jiří Hönes

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