Alexa wohnt mit: Smart Homes erfordern mehr Informationskompetenz

Ina Mangold
Smart Home

Nicht nur Menschen, sondern auch Haushaltsgeräte können über das Internet vernetzt sein. | Unsplash.com/NordWood Themes | Unsplash license

Wann spricht man von einem Smart Home?

Das Zuhause der Zukunft – Alexa und Co wohnen mit. Smart Homes lassen immer mehr Technik in den Alltagsbereich einfließen. Alles wird automatisiert, Licht einschalten oder Busverbindung raussuchen. Dies fordert eine tiefere Medien- und Informationskompetenz. Zur Verwendung von Smart Homes gibt es durchaus anwenderfreundliche Erklärungen – ein Basiswissen über die technischen Gegebenheiten ist trotzdem wichtig. 

Von einem Smart Home ist die Rede, wenn sich Teile einer Wohnung oder eines Hauses intelligent steuern lassen. Das geschieht durch Smartphones oder Tablets mit Hilfe einer App. Prinzipiell lässt sich alles steuern, von Fenstern und Garagentoren bis hin zu einzelnen Geräten. Zur Grundausstattung eines Smart Homes zählt man jedoch lediglich die Heizkörpersteuerung, Lichtsteuerung sowie Kameras und Sensoren.

So kann beispielsweise mit Hilfe einer App das Thermostat der Heizung beim Verlassen der Wohnung heruntergestellt werden. Geräte können auch in Abhängigkeit voneinander gesetzt werden: Wird das Licht im Wohnzimmer gedimmt, wird auch automatisch die Musik leiser.

Wie funktioniert das?

Kernstück eines jeden Smart-Home-Systems ist eine Steuerungszentrale, die an das heimische (W)LAN-Netzwerk angeschlossen ist. Über sie laufen alle Befehle an die mit ihr verbundenen Geräte, beispielsweise das Thermostat oder den Sensor für das Fenster oder die Musikanlage. Die Befehle werden über die auf dem Smartphone oder Tablet installierte und vom jeweiligen Hersteller vorgegebene App gesendet.

Alexa

Mit dem intelligenten Lautsprecher von Amazon kann nicht nur Musik abgespielt werden. | Unsplash.com/Andres Urena | Unsplash License

Alexa und Google Assistant als Hilfe

Für viele werden Smart Homes erst interessant, wenn sie aktiver in den Alltag und vor allem in den Freizeitbereich eingebunden werden können, etwa mit Alexa. Amazons Alexa ist eine Sprachsteuerung, die in Smart Homes integriert werden kann. Ebenso kann beispielsweise Google Home oder auch Siri in Apples eigenes Smart Home „Home Kit“ eingebunden werden. Die intelligenten Lautsprecher, ausgestattet mit Mikrofonen zur Spracherkennung, können mittels eines Befehls ein Smart Home steuern. Mittlerweile sind die sogenannten Sprachassistenten auch selbst als Steuerungszentrale nutzbar. Die Fähigkeiten der intelligenten Lautsprecher gehen weiter: Sie können mit Spotify verbunden werden, auf Befehl Fahrpläne heraussuchen, im Internet recherchieren, Amazon-Käufe tätigen, Kalendereinträge verwalten, E-Mail oder Einkaufszettel schreiben.

Um diese Aufgaben erledigen zur können, müssen einzelne Programme erst über die entsprechende App per Smartphone verknüpft werden. Google, Alexa und Siri haben nicht sofort Zugriff auf alle Konten und Geräte eines Smart Homes. Teils müssen erst weitere Fähigkeiten (sogenannte Skills bei Alex, Actions beim Google Assistant) heruntergeladen werden. Die Sprachassistenten sind also modular aufgebaut. So können auch Drittanbieter ihre Angebote für Smart Homes anbieten, zum Beispiel Verkehrsverbünde ihre Fahrpläne oder die Tagesschau eine Zusammenfassung der Nachrichten. Für diese Drittangebote wird dann ein eigener Satz als Befehl einprogrammiert, der das entsprechende Programm startet. Bei Alltagsfragen nutzen die Sprachassistenten Suchmaschinen: Google Assistant nutzt – wie sollte es anders sein – Google, Alexa nutzt Bing.

Dafür sind die Geräte im Always-On-Modus und hören mit, schließlich müssen sie auf ihren Befehl reagieren. Google Home reagiert auf „Okay Google“, Amazons Echo auf „Alexa“, Apples HomePod reagiert auf „Hey Siri“.

Smart Home

Smart Homes sind praktisch – und bieten Hackern eine Angriffsfläche. | Unsplash.com/Stephan Bechert | Unsplash license

Viele Anbieter, keine Einheit

Man sieht: Es gibt verschiedene Anbieter für Smart Homes, gemeinsame Standards jedoch nicht: Daher muss bei jedem Anbieter geprüft werden, welche Geräte kompatibel sind. Nicht jedes intelligente Thermostat ist mit jeder Steuerungszentrale kombinierbar. Je nach gewünschten Geräten kommt ein anderer Anbieter in Frage – daher ist eine genaue Planung wichtig. Ein gemeinsamer Standard wird bereits entwickelt, bis es soweit ist, wird jedoch noch einige Zeit vergehen.

Ebenfalls ein Problem ist die Sicherheit der Smart Homes: So gab es bereits Fälle, bei denen durch ungewolltes Zuhören ungewünscht Bestellungen abgegeben wurden oder Kinder Großbestellungen in Auftrag gegeben haben. Auch wenn jemand zum Fenster hineinruft hören die Sprachassistenten mit und reagieren wie gewohnt. Für Hacker sind Smart Homes ebenfalls kein allzu großes Hindernis. Ein größeres Netz an verknüpften Geräten bietet mehr Angriffspunkte, einige Produkte sind von den Herstellern nicht ausreichend mit Schutzmaßnahmen ausgestattet. Beim Datenschutz herrschen auch Unklarheiten. Google und Alexa sammeln die Sprachdaten von Befehlen, bieten aber auch das Einsehen und Löschen der Sprachdaten an. Auch Drittanbieter können Daten sammeln – was mit diesen Daten passiert, ist dabei nicht immer eindeutig.

Wer die volle Kontrolle über sein Smart Home besitzen möchte, kann auch selbst technisch tätig werden: Mit dem Einplatinencomputer Raspberry Pi kann ein eigenes Smart Home zusammengestellt werden. Dazu sind technische Fähigkeiten sowie Programmieren nötig, wobei online viele Tutorials erhältlich sind.

Kabel

Technische Grundkenntnisse helfen beim Verstehen von Smart Homes. | Unsplash.com/Randall Bruder | Unsplash license

Mehr Informations- und Medienkompetenz nötig

Smart Homes von Anbietern wie der Telekom sind durchaus nutzerfreundlich konzipiert und bieten Schritt für Schritt-Anleitungen. Dennoch machen Vorkenntnisse die Einrichtung und Installation einfacher: Wie funktioniert der Austausch zwischen den Geräten? Wie kommunizieren die Geräte untereinander? Woher bekommen Sprachassistenten ihre Informationen und warum verstehen sie mich überhaupt? Dieses Wissen hilft auch zu verstehen, welche Sicherheitslücken in den Systemen auftreten können. In Zukunft wird das immer wichtiger, denn die Technisierung des Alltags wird immer fortgeschrittener – und bei Unwissenheit komplizierter. Medienbildung sollte also ebenso technische Bereiche umfassen.

Wie das Programmieren in der Schule eingebunden werden kann finden Sie hier:

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Ina Mangold

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