Apps: Nutzung von 360°-Inhalten

Es gibt mittlerweile viele Apps, mit denen man in eher traditionellem Unterricht einzelne Arbeitsphasen durch VR erweitern kann. Dazu gehören:

  • Google Arts & Culture eine Sammlung von 360°-Inhalten verschiedenster internationaler Museen, die Kunstwerke ins Klassenzimmer bringt. Seit Sommer 2021 haben hier auch die Inhalte der abgeschalteten App Google Expeditions und des Google Tour Creator ihre Heimat gefunden. Diese Anwendung funktioniert am mobilen Endgerät oder mit einem Cardboard.

Hinweis: Eigene Cardboards erstellen

Mithilfe der Vorlage „Mein Guckkasten“ von medien+bildung.com, können VR-Brillen mithilfe eines einfachen Pizzakartons nachgebastelt werden. Einzig benötigtes Material (neben der Vorlage, Kleber, Schere und dem Pizzakarton): zwei Plastiklinsen pro Brille, die im Internet bestellt werden können. Die Vorlagen und alle weiteren Informationen zu „Mein Guckkasten“ finden Sie hier.

  • Wander – eine auf Google Street View basierende App für virtuelle Weltreisen mit bis zu 15 Personen. Sie können sich in einer Gruppe fortbewegen und dabei per Voice-Chat miteinander sprechen; einzelne Lernende können Fremdenführer/-in spielen. Hierfür benötigt man eine VR-Brille von Oculus.
  • Unimersiv – eine App, die fertige immersive Videos zu verschiedenen Themen anbietet. Hierfür benötigt man eine VR-Brille von Oculus.
  • NYTimes VR – eine App, die immersiven Journalismus anbietet und so Nachrichten erlebbar macht. Diese Anwendung funktioniert am mobilen Endgerät oder mit einem Cardboard.
  • Arte360 – eine App, die immersive Dokumentationen anbietet. Diese Anwendung funktioniert am mobilen Endgerät oder mit einem Cardboard.

Apps: Erstellung von 360°-Touren

Für die Gestaltung von 360°-Touren kann man ganz unterschiedliche Apps verwenden, die alle Vor- und Nachteile haben.

  • Holobuilder – nur bedingt mit VR-Brillen nutzbar, kostenlos, intuitiv, kollaborativer Modus, Erstellen im Browser.
  • EXP360 – geeignet für VR-Brillen, viele Zusatzfunktionen wie Meetingräume, Chat, Quiz; kostenpflichtig, kollaborativer Modus, Offline-Modus, Erstellen im Browser.
  • My360° – geeignet für VR-Brillen (im Browser), aktuell in der Betaversion kostenlos; ähnlich wie ThingLink, enthält jedoch auch Elemente von CoSpaces Edu, da die App von derselben Firma stammt.
  • ThingLink – bedingt geeignet für VR-Brillen (im Browser), Lehrerversion kostenlos; wenn Lernende selbst gestalten sollen, fällt eine Gebühr von ungefähr $35/Jahr an. Die Firma hat ihren Sitz in Finnland.
  • Present 4D – geeignet für VR-Brillen, Erstellen nur am PC in einem Programm möglich, Finetuning in der VR-Brille, kostenpflichtig, kollaborativer Modus, Offline-Modus, benötigt einen relativ leistungsstarken PC.
  • H5P ZUM – basiert auf dem H5P-Plugin für virtuelle Touren; kostenlos, für Erstellung durch Lehrkräfte gedacht.

Um selbst 360°-Bilder oder Videos aufzunehmen, gibt es u.a. folgende Möglichkeiten:

  • Fotos und Videos: 360°-Kamera
  • Fotos: Google Street View-App
  • Fotos: Vorlage auf Canva. Dabei handelt es sich jedoch um eine reine Fotogalerie in 360°, die man mit Tools wie ThingLink oder My360° weiter bearbeiten muss, um eine sinnvolle Lernaktivität zu gestalten. Die immersiven Potenziale können hier nur schwer ausgenutzt werden.

Grundlagen rund um die Arbeit mit 360 Grad-Videos

Das Projekt „Virtuell barrierefrei“ hat zum Ziel, über die Produktion und Rezeption von 360-Grad-Videos Studierende, Menschen mit körperlichen und/oder räumlichen Einschränkungen sowie die Bevölkerung in und um Reutlingen in den kreativen Austausch über Medienbildung einerseits und Barrierefreiheit andererseits zu bringen. Auf einer eigenen Technik-Seite wird in kurzweiligen Tutorials erklärt, wie eigene 360 Grad-Videos auf einfache Art und Weise erstellt werden können.

Zur Website

Apps: VR-Inhalte gestalten

Für eigene VR-Inhalte eignet sich die App CoSpaces Edu. Die App verfügt über eine Klassenraumsteuerung: Die Lehrkraft sieht stets, was die Lernenden machen und wie sie ihnen aus der Ferne helfen kann. Außerdem gibt es einen Kollaborationsmodus und die Möglichkeit, die Lernenden Quizfragen einzubauen zu lassen. Die Anwendung erlaubt neben der kreativen Nutzung von Fotos und Videos auch die Aufnahme von Audiodateien und einfache Block-Programmierung. Außerdem kann man 3D-Objekte importieren.  

Tutorials für viele Funktionen von CoSpaces findet man auf dem YouTube-Kanal der Betreiber.

Sie möchten CoSpaces Edu Pro einmal ausprobieren?

Lehrkräfte aus Baden-Württemberg können momentan Lizenzen beim SMZ Stuttgart ausleihen.

Weitere Infos finden Interessierte hier.

Hinweis: Achten Sie bei der Produktion eigener Werke stets auf die Rechte rund um Urheberrecht und Datenschutz! Auf der sicheren Seite sind Sie, wenn die verwendeten Bilder entweder selbst aufgenommen sind oder von Plattformen mit offenen Lizenzen (OER-Plattformen mit CC-Lizenzen) stammen. In jedem Fall sollte ein Nachweis zeigen, woher die Bilder kommen und unter welcher Lizenz sie stehen. Urheberrechtlich geschützte Bilder dürfen nicht verwendet werden.

Apps: Live-Kommunikation in virtuellen Welten

Um mit anderen Personen in virtuellen Welten in einer Fremdsprache zu kommunizieren, bieten sich Apps wie vTime (für mobile Endgeräte und diverse VR-Brillen) an; Alternativen sind AltspaceVR, FrameVR und (mit Abstrichen) Mozilla Hubs. Bei der Nutzung gilt es jedoch darauf zu achten, keine öffentlichen Räume zu nutzen und zu verhindern, dass Fremde die Lernenden ansprechen. Möchte man die virtuellen Welten nach den eigenen Wünschen gestalten, benötigt man mitunter Kompetenzen im Umgang mit 3D-Software.

Apps für 3D-Objekte in VR

Um 3D-Objekte in VR zu gestalten und virtuelle Kunstwerke zu erschaffen, gibt es die Apps SculptVR und Tilt Brush. Beide funktionieren allerdings nur mit leistungsstärkeren VR-Brillen.

Apps: Bau virtueller Welten

Virtuelle, „begehbare“ Welten lassen sich mit Minecraft und Minetest erschaffen. Da diese Welten über keinen eigenen Voice-Chat verfügen und auch die Integration von selbst erstelltem Content – anders als z.B. bei CoSpaces Edu – nur bedingt funktioniert, ist der Weltenbau nur Teil eines Lernprojekts. Inhalte müssen vorher in der realen Welt erarbeitet und später z.B. durch Erstellen eines Let’s Play-Videos oder eine andere mediengestalterische Aktivität reflektiert werden. Um Voice-Chat beim Bauen zu ermöglichen, kann man auf eine Videokonferenz-Software wie Jitsi oder auch die Open Source Software Mumble zurückgreifen.  

Weitere Informationen zu Minetest finden Sie im Game-based Learning-Bereich.

Stephanie Wössner

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