Die Medienbeispiele wurden von den zuständigen Fachkommissionen der Medienbegutachtung gesichtet und für den schulischen Einsatz empfohlen.

Diese Medien erscheinen in der SESAM-Mediathek mit dem orangefarbenen Daumensymbol.

Bitte beachten Sie, dass nicht alle Titel an allen Medienzentren verfügbar sind.

SESAM-Mediathek

Medienbegutachtung

Medienzentren

Inklusion – Grafik von spielenden Kindern mit und ohne Rollstuhl

artisteer/iStock/Thinkstock

Dokumentationen und Dokumentarfilme

 

Inklusion

Der Begriff der Inklusion ist in unserer Gesellschaft längst in aller Munde. Doch was bedeutet Inklusion eigentlich? Wenn man sich auf der Straße umhört, wird man feststellen, dass vielen der Unterschied zwischen Integration und Inklusion gar nicht bewusst ist. Sie reden von dem einen, meinen aber das andere. Dabei macht diese vermeintliche Kleinigkeit den großen Unterschied für die Betroffenen aus – wenn Inklusion tatsächlich auch gelebt wird und eben nicht nur diskutiert. Der Film begleitet Menschen auf dem Weg zur Inklusion, wie etwa die blinde Madita oder den gehbehinderten Jonathan. Ihr Besuch an einer Regelschule hat sich für alle zum Vorteil ausgewirkt – für sie selbst, aber auch für ihre Mitschüler. Ganz ohne Aufwand ist dies jedoch nicht möglich. So kommen Eltern, Schulleiter und Lehrer zu Wort, die erklären, was Inklusion in der Praxis bedeutet. Außerdem beweist der schwerhörige Lehrer Max Dimpflmeier, dass Inklusion natürlich auch für Lehrer gelten muss.

Zusatzmaterial: Arbeitsblätter mit Lösungen; Testaufgaben; Vorschläge zur Unterrichtsplanung; Interaktive Arbeitsblätter; MasterTool-Folien.

Adressaten: A(5-13)
Fächer: Ev. Religionslehre

Didaktische Hinweise: Dem abwechslungsreich und anschaulich gestalteten Erklärfilm gelingt es, zusammen mit Verantwortlichen und Betroffenen ein realistisches Bild von der gesamtgesellschaftlichen Forderung nach Inklusion besonders im schulnahen Bereich zu zeichnen. Angesichts des Alters von manchen Protagonisten wäre hier und da vielleicht eine kindgerechtere Kommentarsprache angebracht gewesen („Leichte Sprache“ als eine Form inklusiven Umdenkens). Gegebenenfalls werden sich Lehrkräfte mit jüngeren Schülerinnen und Schülern für Ausschnitte entscheiden müssen. Besonders wertvoll weil partizipationsfördernd wirkt in diesem Film, dass schulische Organisationsbedingungen für gelingende Inklusion transparent gemacht werden - das gilt selbst, wenn manche der dafür notwendigen (z.B. schulpolitischen) Entscheidungen von Kindern und Jugendlichen noch gar nicht selbst getroffen werden können. Das Arbeitsmaterial ist mitsamt den interaktiven Anteilen (SMARTboard, Mastertool) ist auf Begriffs- und Verständnissicherung ausgerichtet.

Bildungsstandards: SO: HS; HS/WRS: BS6, BS9, BS10; RS: BS6, BS8, BS10; GY: BS8, BS10, KS
 

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Das Leben ist kein Wunschkonzert

Was bedeutet es wirklich, mit Down-Syndrom in der Familie zu leben? Welche Chancen und Möglichkeiten bestehen für die behinderten Kinder? Vier Familien aus Mittelfranken werden in dieser Dokumentation vorgestellt: angefangen bei Jakob, der im September 2009 zur Welt kam bis hin zu einer Familie, deren Kind im September 2009 seinen 29. Geburtstag feiern konnte. In Gesprächen mit Eltern, Geschwistern und selbst Betroffenen wird deutlich, wie Verzweiflung mit Hoffnung und Glück korrespondieren kann.

Adressaten: A(7-13)
Fächer: Ethik, Kath. Religionslehre, Ev. Religionslehre

Didaktische Hinweise: Die gezeigten Beispiele berühren den Betrachter durch die ehrlichen und offenen Äußerungen der betroffenen Familien und sensibilisieren grundsätzlich für Menschen mit Behinderungen. Jedes Leben ist wertvoll und liebenswürdig; es kommt auf die Gesellschaft und die Mitmenschen an, Raum zu schaffen und Möglichkeiten zu eröffnen, dass auch ein Mensch mit Behinderung sich entwickeln und entfalten kann. Dies kann das Medium erschließen und die Scheu vor dem Anderssein mindern.

Bildungsstandards: RS: BS10; GY: BS8, BS10
 

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Uwe geht zu Fuß (Kurzfassung)

Uwe Pelzel, Jahrgang 1943, gehört zu den ältesten Menschen mit Down-Syndrom in Deutschland. Dieser Film zeigt ihn und seine Gemeinde, die mit ihren gewachsenen Strukturen den politischen Begriff „Inklusion“ weder kennt noch braucht. Uwe ist 1. Betreuer des Fußballvereins, Schauspieler der Theatergruppe, Namensgeber des Uwe Pelzel-Tennis-Cups, spielte Tischtennis, war Dirigent der Show-Brass Band, Löffelträger der Altheikendorfer Knochenbruchgilde, Kassierer beim Rassegeflügelzuchtverein, zudem ein bekanntermaßen guter Tänzer und zu seinem 50. und 60. Geburtstag wurden Feste veranstaltet, von denen man heute noch spricht.

Zusatzmaterial: Begleitmaterial für Lehrkräfte; Über die Lebenserwartung von Menschen mit Down-Syndrom: Interview mit der Pädagogin Kristin Nicolaisen; Entfallene Szenen: Bilder von Heikendorf, Uwe spielt Elfer raus – 3 Trailer.

Adressaten: A(8-10)
Fächer: Ethik

Didaktische Hinweise: Die Dokumentation „Uwe geht zu Fuß“ eignet sich sehr gut für den Einsatz im Ethikunterricht im Zusammenhang mit Themenfeldern wie Inklusion, Integration, Sozialverhalten, Bedeutung und Aufgaben der Gemeinschaft, Glück, Alter usw. Die Grundhaltung der Dorfgemeinschaft zeigt sich ganz einhellig und glaubwürdig: Vertreter aller Generationen und Schichten legen in ihren Statements über Uwe und in ihrem angenehm zurückhaltend gefilmten Umgang mit Uwe Zeugnis ab von einer gelungenen Integration eines Menschen mit Handicaps. Dabei wird deutlich, dass diese Erfahrung für alle, für Uwe und die Dorfgemeinschaft, glückbringend und Sinn stiftend ist. Die ansteckende Fröhlichkeit (auch transportiert über die Bilder aus dem Dorf- und Vereinsleben, die musikalisch passend begleitet werden), die Klarheit und Schlichtheit der gelebten Botschaft braucht keinen moralischen Zeigefinger und tut gut: Wir sind alle anders und das ist gut so! Vor dieser Folie drängen sich Diskussionen über unseren Umgang mit dem anders Sein und über die Frage nach den Grundbedürfnissen aller Menschen und den Möglichkeiten der Erfüllung im täglichen Leben geradezu auf. Das begleitende Material beinhaltet einen Verlaufsplan für eine Doppelstunde, einen Beobachtungsbogen, einen Impuls gebenden Fragekatalog und Vorschläge für verschiedene Organisations- und Sozialformen der Diskussion.

Bildungsstandards: RS: BS10; GY: BS8, BS10
 

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Zwischen Welten

Die Vermittlung zwischen Kulturen, Sprachen und Generationen sind unbeachtete Integrationsleistungen im Alltag. Dabei ist der persönliche Einsatz oft hoch, und der Kampf gegen Vorurteile und Rollenzuschreibungen in der Gesellschaft erfordert Stärke. Frauen mit Migrationshintergrund geben einen Einblick in ihre Welt zwischen verschiedenen Kulturen. Die Biografien sind vielfältig: In Deutschland geboren, als Gastarbeiterkind oder Kriegsflüchtling zugezogen und in Hamburg wohnhaft. Mit großer Offenheit, Wortwitz und Humor erzählen die Protagonistinnen von ihren Erfahrungen und Konflikten in ihren Familien, in der Schule und Gesellschaft, von der Balance zwischen unterschiedlichen Rollenerwartungen und Lebenssituationen, die ihr Leben in einer multikulturellen Gesellschaft vielschichtig hinterfragen.

Adressaten: A(10-13)
Fächer: Ethik

Didaktische Hinweise: Die Dokumentation besticht durch ihre besondere Machart: In schneller Folge werden kurze Ausschnitte aus Interviews mit den sieben Frauen, die (bis auf eine) nur als Büsten vor weißem Hintergrund gezeigt werden, aneinander geschnitten. So entsteht ein Mosaik, in dem viele Facetten des Lebens von Frauen mit Migrationshintergrund in Deutschland aufblitzen, und das ein berührendes Gesamtbild ihrer spannungsreichen Biografien ergibt. Der Film erfordert ein hohes Maß an Konzentration, bietet aber viele Ansatzpunkte zu einer diskursiven und kreativen Auseinandersetzung mit Themen wie Geschlechterrollen, Identität, Heimat etc. Er kann ab Klasse 10 und in der Kursstufe eingesetzt werden.

Bildungsstandards: RS: BS10; GY: BS10, KS
 

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Zeig mir deine Welt

Junge Menschen mit Down-Syndrom werden in ihren Familien, ihrem privaten und beruflichen Umfeld gefilmt. Ottavio (28), lebt seit seiner Geburt bei seiner Großmutter. Er begeistert sich für's Trommeln, Michael Jackson und die Friseurin, mit der Ottavio gerne flirtet. Verenas (22) Arbeitstag in einer Wäscherei wird dokumentiert. Der Film begleitet Sebastian (34) wie er seine Oma besucht, zu der er eine enge Beziehung hat. Er erzählt von seinem Beruf, seiner Liebe und Partnerschaft. Außerdem gibt Sebastian Einblicke in seine Berliner Künstler-WG, in der auch seine Freundin lebt. Ronja (22) arbeitet in einer Großküche. Sie ist sehr glücklich mit ihrer Arbeit und versteht sich gut mit ihrem Chef. Sie lebt mit ihren Eltern und ihrem Bruder zusammen. Eines ihrer Hobbys ist das Reiten.

Zusatzmaterial: Infos zum Film und zu den Materialien; didaktisch-methodische Tipps; Textblatt; Infoblätter; Arbeitsblätter; Bilder; Making of; Medien-Tipps; Internet-Links.

Adressaten: A(7-13)
Fächer: Ethik, Kath. Religionslehre, Ev. Religionslehre

Didaktische Hinweise: Die Fernsehreportage fällt durch ihren warmherzigen und fröhlichen Grundton auf, der es schafft, schnell Nähe zwischen dem Zuschauer und den vier jungen Erwachsenen mit Down-Syndrom herzustellen. Kai Pflaume steht zwar als illustres Fernsehgesicht durchaus im Mittelpunkt, überzeugt aber durch eine beeindruckende Mischung aus reflektiert-respektvollem und unbekümmert-flapsigem Duktus in Sprache und Verhalten. So ist ein Einsatz im Bildungsstandard 10 (eventuell auch mit einem Schwerpunkt auf der Analyse des Moderators) und – je nach Reife der Gruppe – auch in Bildungsstandard 8 denkbar im Zusammenhang mit Themen wie „Ich und die anderen“ oder „Was ist ein glückliches Leben?“. Die Arbeitsmaterialien sind aufgrund der Art der Fragestellungen nur bedingt einsetzbar, die Informationsblätter überzeugen.

Bildungsstandards: RS: BS10; GY: BS8, BS10
 

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All inklusiv?

Mehr als ein Jahr begleitete ein Filmemacher ein beispielhaftes vernetztes Inklusionsprojekt des Kreisjugendrings Esslingen. Menschen mit Handicaps sprechen über ihr Leben und formulieren ihre Forderungen nach Gleichberechtigung und Teilhabe. Die Fortschritte des Projekts werden dokumentiert. Klar ist auch: Es ist noch ein langer Weg, bis „Inklusion“ wirklich in der Gesellschaft angekommen ist.

Adressaten: A(7-13)
Fächer: Fächerverbund Welt-Zeit-Gesellschaft, Wahlpflichtfach Gesundheit und Soziales, Fächerverbund Erdkunde-Wirtschaft-Gemeinschaftskunde, Ev. Religionslehre

Didaktische Hinweise Fächerverbund Welt-Zeit-Gesellschaft, Wahlpflichtfach Gesundheit und Soziales, Fächerverbund Erdkunde-Wirtschaft-Gemeinschaftskunde: Mit einer Reihe von Kommentatoren und Interviewpartnern gibt dieser Film einen vielseitigen und interessanten Eindruck in das, was Inklusion heutzutage leisten kann. Ebenso wird deutlich, vor welchen Herausforderungen die Gesellschaft noch steht, aber auch, wie sie sich im Angesicht dieser Problemstellung weiterentwickelt hat. Es gibt eine Reihe von Bezugspunkten für den Unterricht. Zu den Themen „behindertengerechter Alltag“ etwa, „städtebauliche Maßnahmen“ oder „Fördereinrichtungen und Angebote“ könnten die Schüler aus dem Film erste Informationen ziehen und diese durch eine gezielte Recherche oder eigene Ideen sinnvoll ergänzen. Darüber hinaus kann der Film auch einen guten Beitrag zu projektorientierten Unterrichtsvorhaben leisten.

Bildungsstandards: HS/WRS:BS8, BS9, BS10; RS: BS6, BS8, BS10;

Didaktische Hinweise Ev. Religionslehre: Die Dokumentation behandelt auf lokaler Ebene (Deizisau, Kirchheim, Lenningen, Ostfildern-Zinsholz, Mettingen) Barrieren für Rollstuhlfahrende im öffentlichen Raum, thematisiert Verständnisprobleme von Menschen mit und ohne Autismus, gibt Einblicke in kommunale Bürgeranhörungen zum Inklusionsthema, zeigt einen Rolli-Tanzkurs, Trainings für Menschen mit und ohne Sehbehinderungen und Szenen aus der offenen Jugendarbeit. Schulische Inklusion wird in einer Grundschule beispielhaft anschaulich gezeigt und durch Verantwortliche erläutert. Die Lehrkraft sollte sich selbst für Ausschnitte entscheiden, die dem Horizont der Lebenserfahrung von ihren Schülerinnen und Schülern am besten entsprechen.

Bildungsstandards: SO: HS; HS/WRS: BS9, BS10; RS: BS8, BS10; GY: BS8, BS10, KS
 

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Die Stille beim Schuss

Ankara, Juli 2012. Deutschland fliegt als amtierender Titelverteidiger zur Weltmeisterschaft der Gehörlosen. Der Bundestrainer Frank Zürn arbeitet im normalen Leben als Lehrer und trainiert die deutsche Nationalmannschaft seit dem Jahr 2000. Die Spieler kommen aus ganz Deutschland und fiebern dem Turnier entgegen. Sie sind stolz, den Adler auf der Brust tragen zu dürfen und mit ganzem Herzen dabei. Schließlich müssen sie einen Teil ihres Jahresurlaubs für die WM opfern – wenn sie überhaupt solange von ihren Arbeitgebern frei bekommen. „Du kommst als Weltmeister zurück und dein Chef fragt dich wie der Urlaub war. Das ist schon frustrierend“ erzählt einer der Spieler. Das deutsche Team wurde zwei Wochen begleitet. In einer Welt, in der die Menschen mit den Händen sprechen und mit den Augen hören. In einer Welt, in der Stille herrscht beim Schuss.

Adressaten: A(8-13)
Fächer: Ev. Religionslehre

Didaktische Hinweise: Die nicht in Kapitel unterteilte Dokumentation liegt in einer Fassung für Hörende und Gehörlose vor. Sie sollte auch wegen des gut geführten sportlichen Spannungsbogens, der Betrachtende echt mitfiebern lässt, im Ganzen geschaut werden. Viele Kenntnisse über Gehörlose werden vermittelt, andererseits sind Gefühle und Begleitumstände von Spitzenspielen nachvollziehbar: Szenen aus dem Training, der Umkleide, den Taktikunterweisungen werden vielen sportlich engagierten Schülerinnen und Schülern bekannt sein. Der Mehrwert besteht darin zu erleben, was es für die Mannschaft bedeutet, die Nation zu vertreten, Kontakte zu finden und ein Teil des gesellschaftlichen Ereignisses zu sein. Eine Schlüsselrolle spielt dabei die Einschätzung des Trainers, der für Hörende sehr informativ in die Welt der Gehörlosen einführt. Ein Film, den man angesichts seiner Länge durchaus mal in einer Unterrichtsstunde für sich selbst stehen lassen kann – Schülerinnen und Schüler gehen dennoch mit Gewinn in die Pause.

Bildungsstandards: SO: HS; HS/WRS: BS9, BS10; RS: BS8, BS10; GY: BS8, BS10, KS
 

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Stark! Kinder erzählen ihre Geschichte: Der Sommerclub

Sommerclub ist der Name für die Mädchenclique von Anna, Charlotta, April, Sophie, Lotti und Paula. Die sechs Mädchen sind im Alter von 11 bis 12 Jahren, kennen sich schon seit dem ersten Schuljahr, gehen gemeinsam in eine Klasse und gestalten zusammen ihre Freizeit. Was den Sommerclub besonders macht? Das ist die Selbstverständlichkeit und Natürlichkeit, mit der die Mädchen einander begegnen, denn der Sommerclub ist inklusiv. April leidet unter dem Charge-Syndrom. Was das genau ist, wissen die Mädchen nicht, aber April kann schlecht hören, spricht undeutlich, lernt langsamer und hat Probleme mit dem Gleichgewicht. Das alles stört die Mädchen nicht. Wenn April Hilfe benötigt, kümmert sich diejenige, die gerade in der Nähe ist. Diesen Sommer möchte die Clique einen Ausflug ins nahe gelegene Bad Saarow machen. Dafür backen und verkaufen sie Kekse und organisieren die Fahrt gemeinsam. Jeder hat seine Stimme, jeder seine Meinung.

Adressaten: A(5-8)
Fächer: Deutsch, Ev. Religionslehre, Kath. Religionslehre, Ethik

Didaktische Hinweise Deutsch: Das Medium eignet sich für den Einsatz im Deutschunterricht der Orientierungsstufe, um das Thema Inklusion im Zusammenhang mit Freundschaft einzuführen. In stark idealisierter Weise wird gezeigt, wie die Mädchengruppe mit verschiedenen Situationen selbstverantwortlich umgeht und dabei das behinderte Gruppenmitglied in alle gemeinsamen Aktionen einbezieht. Die Lehrkraft sollte sich jedoch vor dem Einsatz der Dokumentation damit auseinandersetzen, dass die Darstellung der Problematik auch auf die Lernenden konstruiert wirken kann, was einen Transfer auf reale schulische Situationen nicht immer ermöglicht. Der auf weibliche Handlungsmuster fokussierte Inhalt erschwert möglicherweise zusätzlich den Zugang für Jungen.

Bildungsstandards: HS/WRS: BS6; RS: BS6; GY: BS6

Didaktische Hinweise Ev. Religionslehre: Der atmosphärisch für die Zielgruppe ab Kl. 5 ansprechend und kurzweilig gestaltete Film kann ein Vorbild für das selbstbestimmte Zusammenleben mit Menschen mit Behinderung sein. Dabei überzeugt die solidarische Kinderperspektive, die zur direkten Identifikation einlädt und die von Erwachsenen bisweilen umständlich beachtete „Inklusions-Denke“ unverblümt unterläuft. Eine langjährige Vertrautheit der Freundinnen im alltäglichen Umgang zahlt sich für April in einer wohltuend selbstverständlichen Körperlichkeit aus. Die implizite Fragestellung, wie es nach dem Ende der Orientierungsstufe mit dem Zusammensein weitergeht, ist keine an die Kinder (die haben darauf eine überzeugte persönliche Antwort), sondern die an zu früh separierende Schulpolitik. Das Arbeitsmaterial wartet mit knappem wiewohl informativen Hintergrundinformationen und wenigen, aber sinnvollen exemplarischen Arbeitsanregungen auf. Die Kurzdoku erhielt den Sonderpreis des Landes Nordrhein-Westfalen beim Grimme-Preis 2014.

Bildungsstandards: SO: HS; HS/WRS: BS6; RS: BS6; GY: BS6

Didaktische Hinweise Kath. Religionslehre, Ethik: Die Dokumentation aus einer TV-Reihe erzählt unaufgeregt und fröhlich eine gelungene Inklusionsgeschichte, die manchmal fast allzu glatt erscheint. Das Ende stimmt nachdenklich, da offen bleibt, wie sich die Freundschaft zwischen den Mädchen und April mit dem Ende der gemeinsamen Grundschulzeit weiterentwickeln wird. Dies kann als wichtiger Impuls genutzt werden, um mit Schülerinnen (!!) über Inklusion und Freundschaft nachzudenken. Der Film ist aufgrund der Protagonistinnen ein Mädchenfilm. Ob Jungs sich über die Geschlechterthematik hinweg mit dem Thema auseinandersetzen können und wollen, muss die Lehrkraft entscheiden. Der Film ist in Bildungsstandard 6 und zu Beginn der 7. Klasse einsetzbar. Die Materialien sind gut für den Einsatz im Unterricht geeignet.

Bildungsstandards: SO: HS; HS/WRS: BS6; RS: BS8; GY: BS6
 

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Macropolis

Zwei fehlerhaft produzierte Puppen entkommen der Entsorgung in der Spielzeugfabrik. Sie wollen unbedingt den Lieferwagen erreichen, der sie in die Spielwarengeschäfte bringt. Nach einer anstrengenden Verfolgungsjagd stehen sie selbst vor einem solchen Laden und klettern ins Schaufenster. Dort werden Sie von einem kleinen Jungen entdeckt und sofort ins Herz geschlossen. Er ist nämlich Pirat – da sind der Hund mit dem Holzbein und die einäugige Katze mit der schwarzen Augenklappe viel interessantere Begleiter als all die anderen Puppen, die alle perfekt und gleich aussehen.

Zusatzmaterial: Kurzbeschreibung; Vorschläge zur Unterrichtsplanung; Inhaltsangabe; Zur Gestaltung des Films; Tipps und Hinweise für Multiplikatoren; 4 Arbeitsblätter; Bilder.

Adressaten: A(1-4); SO; J(6-10)
Fächer: Fächerverbund Mensch, Natur und Kultur

Didaktische Hinweise: Der Kurzfilm „Macropolis“ zeigt eindrucksvoll ohne Worte was Inklusion eigentlich bedeuten kann. Ganz selbstverständlich gehen die Figuren mit ihrer Behinderung um und werden dadurch auch mit Akzeptanz angenommen. Der Animationsfilm behandelt die Themen Behinderungen, Durchhaltevermögen, Ziele verfolgen, Freundschaft, Angenommensein, Inklusion mit Natürlichkeit und Zuversicht.

Bildungsstandards: SO: GS; GS: BS2, BS4
 

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Kurzspielfilm

 

Butterfly Circus

Amerika zur Zeit der Weltwirtschaftskrise: Der berühmte „Butterfly Circus“ reist unter der Leitung von Zirkusdirektor Mr. Mendez von Stadt zu Stadt. Ihr Ziel: Den Menschen inmitten von Unsicherheiten und allgemeiner Niedergeschlagenheit Freude und neue Hoffnung zu bringen. Bei seinen Reisen durchs Land trifft er auf einem Rummel auf Will, einen jungen Mann, der weder Arme noch Beine hat und gezwungen ist, als „Rarität“ in einer Freakshow seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Nach Jahren der Demütigung wird Will von Mendez in den „Butterfly Circus“ aufgenommen. Dort erfährt er zum ersten Mal in seinem Leben Wertschätzung. Und er entdeckt ungeahnte Fähigkeiten, die seinem Leben Sinn und ihm selbst neue Hoffnung geben.

Zusatzmaterial: Behind the Scenes; Outtakes; Material zum Weiterdenken/Denkanstöße (PDF).

Adressaten: A(7-13)
Fächer: Ev. Religionslehre, Kath. Religionslehre, Ethik

Didaktische Hinweise Ev. Religionslehre: Der bekannte „Mann ohne Arme und Beine“ Nick Vujicic als Hauptdarsteller dieses Kurzspielfilms amerikanisch-evangelikaler Prägung vermag es nicht nur hier, bei Jugendlichen Fragen nach dem Sinn des Lebens auszulösen und kann in seiner Lebensbewältigung, auch (oder gerade?) weil seine Lage unvergleichlich ist, ein Vorbild sein. Der Film, der bei Jugendlichen gut ankommen dürfte, zieht mit seiner geschichtlichen Brechung (markiert durch Sepia-Brauntöne), in dem er die Handlung in die Zeit der beliebten Jahrmarkt-Monstrositäten-Schauen Ende 19.Jh./Anfang 20.Jh. verlegt, eine notwendige Distanz und Selbstreflexion in die Beschäftigung von „Normalen“ mit dem Thema Behinderung ein. Auch für die Medienbildung (Schaulust und Sensationsgier als Motive populärer Rezeption) ist damit Wertvolles geleistet – wenn auch in dem Film lt. Auskunft von Fachleuten nicht direkt ein Beitrag zur aktuellen Forderung nach Inklusion geleistet wird. Das Begleitmaterial in seiner eher frommen Prägung ist für den Unterricht beschränkt einsatzfähig. Es fokussiert auf die für Jugendliche entwicklungspsychologisch wichtige Herausforderung, ein positives Selbstbild zu entwickeln. In der Filmhandlung wird das an die Einstellung geknüpft, dass jeder Mensch mit seinen je eigenen Mitteln etwas Wertvolles beizutragen hat – rechtfertigungstheologisch hat das durchaus problematische Züge. Mit der im Begleitmaterial in voller Überzeugung vorgetragenen Antwort, dass wahre Identität darin besteht, in den Augen des Schöpfers und Vaters wertvoll zu sein, kommen vielleicht nicht alle zurecht.

Bildungsstandards: SO: HS; HS/WRS: BS9, BS10; RS: BS8, BS10; GY: BS8, BS10, KS

Didaktische Hinweise Kath. Religionslehre, Ethik: Der Kurzspielfilm beeindruckt durch seine opulente Bildsprache und seine emotionalisierende Filmmusik, die den Zuschauer in eine vergangene fabelhafte Welt im weiten Westen Amerikas entführen. Mit großer Kraft vermittelt er dabei die Botschaft von der Schönheit und Stärke in jedem Menschen, die nur darauf wartet, entfaltet zu werden. Dabei kommt dem Zirkusdirektor Mr. Mendez aber zunehmend die Rolle eines Messias zu, der die Menschen auserwählt, ihnen die Augen für die eigene Wertigkeit öffnet und sie zu ihrer Metamorphose befähigt. Vor dem Hintergrund der Lebensgeschichte des Hauptdarstellers Nicholas James Vujicic, der als Evangelist und Motivationstrainer durch die Welt reist und vom Wunder seiner eigenen „Ent-Hinderung“ erzählt, wirkt der Spielfilm leicht manipulativ. Dieser Eindruck wird durch die Materialien zum Weiterdenken, die stark evangelikal-religiös ausgerichtet sind, bestärkt.

Bildungsstandards: SO: HS; HS/WRS: BS9, BS10; RS: BS8, BS10; GY: BS8, BS10
 

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Der Kubist

Der Kubist ist ein Film über einen Mann, dem nur Eckiges gefällt und der alles Runde meidet. Eines Tages trifft er eine Frau und stellt fest, dass die Form der Liebe rund ist. Ein witziger, vielschichtiger Film über geradlinige Ignoranz und das Erkennen neuer Horizonte.

Zusatzmaterial: Arbeitsmaterialien.

Adressaten: A(9-10)
Fächer: Ethik

Didaktische Hinweise: Der Kurzspielfilm erzählt die Geschichte einer Metamorphose durch die Liebe. Dabei verdichtet er gängige Geschlechterbilder in den Symbolen Quadrat und Kreis. Er kann als Impulsmedium im Zusammenhang mit diesen beiden Themen eingesetzt werden. Da der Film auf Sprache verzichtet, sollen die gezielt komponierten Einzelbilder (der Regisseur kommt vom Werbefilm) mit ihrer Form- und Farbsymbolik die Botschaft von den zwei Weltsichten, der männlichen und der weiblichen, entfalten und zur „praktizierten Menschlichkeit“ aufrufen. Insgesamt wirkt der Film recht steril und bietet durch die Wahl der Protagonisten wenig Identifikationsmöglichkeiten für Jugendliche, so dass er auf diese eher distanzierend, anstatt stimulierend wirken kann.

Bildungsstandards: RS: BS10; GY: BS10
 

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Der rote Schal

Über den Chat haben sich ein gehörloser Junge und ein hörendes Mädchen kennengelernt. Als sie sich persönlich treffen wollen, kommt es zu Verständnisproblemen und vorerst zu einem plötzlichen Ende. Die Frage taucht auf: Wo gehöre ich hin? Wo fühle ich mich wohl? Können die ausschließenden Unterschiede zwischen der hörenden und der hörgeschädigten Welt überbrückt werden? Der Film möchte zu einer Antwort und einer Annäherung verhelfen.

Zusatzmaterial: 5 Interviews; Inhaltsangabe des Films in „DGS“ (Deutsche Gebärden Sprache); Making of.

Adressaten: A(8-10)
Fächer: Ethik, Kath. Religionslehre, Ev. Religionslehre

Didaktische Hinweise: Der Kurzspielfilm wurde von Schülerinnen und Schülern des Hör-Sprachzentrums Wilhelmsdorf für einen Wettbewerb zum Thema „Zeige mir dein Zuhause“ entwickelt und realisiert und als Bundessieger ausgezeichnet. Die gehörgeschädigten und gehörlosen Jugendlichen erzählen auf berührende, aber völlig unsentimentale Weise von ihrem Leben in den zwei Welten: der Welt der Hörenden und der Welt der Gehörlosen. Neben der Spielhandlung, die in einem einfachen, aber glaubwürdigen Setting die Schwierigkeiten der Kommunikation zwischen diesen beiden Welten zeigt, überzeugen vor allem die Interviews, in denen die jugendlichen Darsteller und Realisatoren des Films offen und sehr einnehmend von sich, ihrem Leben, ihren Problemen und ihren Wünschen sprechen. Insgesamt entsteht so ohne moralischen Zeigefinger ein überzeugendes Plädoyer für Toleranz, Offenheit und Neugier, die Begegnung und Verständigung möglich machen. Die DVD eignet sich dementsprechend sehr gut für den Einsatz im Ethikunterricht der Mittelstufe. Leider liegen keine weiterführenden Arbeitsmaterialien zum Thema Hörschädigung oder Gebärdensprache bei.

Bildungsstandards: RS: BS10; GY: BS8, BS10
 

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Flamingo pride

Eine bunte Meute Flamingos genießt den wilden Party-Urlaub am Strand. Nur ein Flamingo nicht, denn er hat sich gerade in eine wunderschöne Storch-Dame verliebt. Aber wie soll er ihr nahe kommen, ohne dass er gleich von allen, einschließlich der Angebeteten, ausgelacht wird?

Zusatzmaterial: Kurzcharakteristik; Die „fabelhafte“ Welt der Homos und Heteros; Vorschläge zur Unterrichtsplanung; Internet-Links; 5 Arbeitsblätter.

Adressaten: A(11-13)
Fächer: Ethik, Kath. Religionslehre, Ev. Religionslehre

Didaktische Hinweise: Der attraktiv und witzig gemachte Animations-Kurzfilm läuft womöglich Gefahr, Klischees über hetero- wie auch homosexuelle Lebensformen zu verstärken. Auch das Ende des Films führt aus diesen Klischees nicht heraus. Deshalb kann sein Einsatz nur für die Kursstufe empfohlen werden, wo die erforderliche distanzierende Reflexionsfähigkeit vorausgesetzt werden kann, mit der ein Nachdenken über sexuelle Orientierung jenseits von (medialen) Klischees möglich ist. Die Arbeitsmaterialien sind nicht sehr ergiebig.

Bildungsstandards: Ethik/Ev. Reli/Kath. Reli: GY: KS
 

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Spielfilme

 

Puppe

Die 16-Jährige Anna landet als Schwererziehbare in einem Erziehungscamp in den Schweizer Bergen. Auf ihrem Berghof will die Erzieherin Geena in ihrem Schützling durch klare Regeln und die tägliche Arbeit auf der Alm wieder ein Gefühl für die existenziell wichtigen Dinge des Lebens wecken. Anna freundet sich mit einer anderen Insassin an, die wie sie gegen die Regeln aufbegehrt.

Zusatzmaterial: Arbeitsmaterialien (PDF).

Adressaten: A(7-13)
Fächer: Wahlpflichtfach Gesundheit und Soziales, Fächerverbund Geographie-Wirtschaft-Gemeinschaftskunde, Ethik

Didaktische Hinweise Wahlpflichtfach Gesundheit und Soziales, Fächerverbund Geographie-Wirtschaft-Gemeinschaftskunde: Der Film führt ohne falsches Pathos und vor allem ohne Längen eine soziale Maßnahme vor, die man nur im weitesten Sinne als „erlebnispädagogisch“ beschreiben könnte, handelt es sich doch um eine intensive pädagogische Betreuung verhaltensauffälliger oder straffälliger Jugendlicher im Ausland. Der Erfolg solcher Maßnahmen ist mittlerweile umstritten, gesicherte wissenschaftliche Erkenntnisse liegen nicht vor. Und genau hier setzt der Film an, indem die Situation des in die Schweizer Berge exportierten Heimes für Schwererziehbare jeden Augenblick zu eskalieren droht, die Betreuerinnen selber mit ihrer Maßnahme des Öfteren überfordert scheinen und dennoch am Ende nicht alles vergebens war. Der Film kann, gerade weil er nicht absehbar auf ein Happy-End zusteuert, im Unterricht eingesetzt werden, um solche pädagogischen Betreuungsangebote, die mit Ausnahmesituationen arbeiten, in denen sich die Jugendlichen behaupten müssen, zu diskutieren und zu recherchieren. Insofern ist er gut für den Unterricht geeignet.

Bildungsstandards: HS/WRS: BS9; GY: BS8

Didaktische Hinweise Ethik: Der Spielfilm, der vor allem durch die sehr überzeugenden Schauspielerinnen und seine malerische Bergkulisse besticht, ist grundsätzlich für den Einsatz im Ethikunterricht geeignet. Er wirft Fragen auf zu Themen wie Jugendgewalt und Möglichkeiten und Grenzen von „alternativen“ Resozialisierungsprojekten, räumt aber auf Kosten einer differenzierten Figurenzeichnung den Thrillerelementen (und in den Erinnerungsfetzen der Darstellung von Gewalt (Einsatz erst ab 15 Jahren empfohlen!)) immer mehr Raum ein, so dass die beiden Protagonistinnen gegen Ende allzu schwarz-weiß gezeichnet sind: Dementsprechend stirbt die „Böse“ einen qualvollen Tod in einer Felsspalte, die „Gute“ wird im Bergidyll ihre Heimat finden. Die DVD bietet kein Unterrichtsmaterial an; hier sind einige Anregungen für einen Einsatz im Unterricht zu finden.

Bildungsstandards: RS: BS10; GY: BS10, KS
 

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Inklusion – Gemeinsam anders

Die an den Rollstuhl gefesselte Steffi, ein intelligentes Mädchen und der sportliche, geistig zurückgebliebene Paul werden im Rahmen eines Projekts in die neunte Klasse der Rousseau-Gesamtschule aufgenommen. Ziel ist ein verbessertes Lernumfeld und die Förderung des Sozialverhaltens der übrigen Schüler. In teilweise dokumentarisch anmutenden Bildern erzählt das stille (Fernseh-)Drama von den alltäglichen Schwierigkeiten, Ressentiments und Konflikten, die den Erfolg des Projekts in Frage stellen.

Zusatzmaterial: Arbeitsmaterialien (PDF).

Adressaten: A(8-13)
Fächer: Ethik, Kath. Religionslehre, Fächerverbund Welt-Zeit-Gesellschaft, Fächerverbund Erdkunde-Wirtschaft-Gemeinschaftskunde, Fächerverbund Geographie-Wirtschaft-Gemeinschaftskunde

Didaktische Hinweise Ethik, Kath. Religionslehre: Der Spielfilm überzeugt durch das authentische Spiel seiner Protagonisten. Er kann trotz seiner Länge gut im Unterricht eingesetzt werden, da er die Thematik über verschiedene Handlungsstränge und mit vielen Teilaspekten bearbeitet. Er lässt sich Zeit für die Entfaltung der Charaktere und deren Entwicklung, so dass diese so vielschichtig werden können, dass sie sich weitgehend allzu glatten Klischeevorstellungen entziehen. Darüber hinaus findet er die Balance zwischen dem Wunsch nach einem Happy End und dem Blick fürs Scheitern. In einer Vertiefungsphase bietet er damit zahlreiche Möglichkeiten zur Auseinandersetzung mit der Frage, wie unsere Gesellschaft mit Behinderung umgeht und welche Schwierigkeiten mit Inklusion verbunden sind.

Bildungsstandards: RS: BS10; GY: BS10, KS

Didaktische Hinweise Fächerverbund Welt-Zeit-Gesellschaft, Fächerverbund Erdkunde-Wirtschaft-Gemeinschaftskunde, Fächerverbund Geographie-Wirtschaft-Gemeinschaftskunde: Der Film verdeutlicht die Idee der Inklusion mit starken Bildern, ohne Konflikte kleinzureden. Der Film ist vor allem dann stark, wenn er zeigt, wie pädagogischer Idealismus an den Rahmenbedingungen zu scheitern droht, seien das Vorurteile von allen Seiten oder auch knappe Staatskassen, die das Einstellen von ausgebildeten Fachkräften verhindern . Indem der Film die schulische Wirklichkeit ziemlich authentisch wiedergibt, zeigt er, dass zum Thema Inklusion mehr dazugehört als der pädagogische Wille, alle Schüler gemeinsam zu unterrichten. Dennoch wird deutlich gemacht, wie Ideale wirksam werden können, auch bei zunächst widrigen Umständen. Das ergänzende Arbeitsmaterial gibt gute Anregungen um die im Film angesprochenen Probleme und Lösungsmöglichkeiten im Unterricht angemessen und handlungsorientiert zu behandeln. Außerdem eignet er sich in besonderem Maße für die Lehrerfort- und Weiterbildung. Zum Bildungsplan EWG hat der Film keinen direkten Bezug. Er ist aber sehr gut im Rahmen des TOP SE (das Themenorientierte Projekt Soziales Engagement) einsetzbar.

Bildungsstandards: HS/WRS: BS9; GY: BS8
 

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Weitblick: Monika

Durch eine missglückte Augen-OP ist Monika plötzlich erblindet. Während ihre Mutter völlig verzweifelt ist und mit der Situation nicht zurechtkommt, fasst Monika nach dem ersten Schock in einer Blindenschule wieder frischen Mut. Hier erfährt sie zum ersten Mal die Unterstützung, nach der sie sich immer gesehnt hat. Sie hat sogar eine Ausbildung als Physiotherapeutin in Aussicht. Doch ihre neue Unabhängigkeit schmeckt nicht jedem, vor allem nicht ihrer Mutter.

Adressaten: A(10-13)
Fächer: Ev. Religionslehre

Didaktische Hinweise: Die Auseinandersetzung mit dem drastischen Schicksal der missglückten Augen-OP, die eigentlich eine Verbesserung bringen und vor allem einer größeren Freiheit und Selbständigkeit dienen sollte, liefert den Ausgangspunkt des Spielfilms. Im Internat der Blindenschule lernt die Hauptdarstellerin mühsam neue Bewegungsfreiheit. Dabei erfährt das Zielpublikum von den besonderen Alltagsbedingungen und Schwierigkeiten Blinder, u.a. Mobilitätstraining und Blindenschrift. Der Konflikt mit der Mutter um die eigene Selbständigkeit verschärft sich: wertvoll ist, zu beobachten, wie Monika unter diesen Bedingungen weiterkommt. Sie muss mit Enttäuschungen zurechtkommen und stößt auch immer wieder an ihre Grenzen und auf das Unverständnis ihrer Mitmenschen. Auch wenn der Film beim Lebenshorizont der Hauptdarstellerin eher am Beginn der Volljährigkeit ansetzt, gibt er doch auch Jüngeren einen Eindruck vom Leben mit einem Handicap und vermag am Ende Mut und Zuversicht zu vermitteln, ohne die Realität zu überspielen.

Bildungsstandards: SO: HS; HS/WRS: BS10; RS: BS10; GY: BS10, KS
 

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