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Alle hier aufgeführten Medien und Materialien sind von den zuständigen Fachkommissionen der Medienbegutachtung für den schulischen Einsatz besonders empfohlen.

Sie stellen aber nur eine kleine Auswahl der Medien dar, die Ihnen in der SESAM-Mediathek zu diesem Fach zur Verfügung stehen. Dort sind empfohlene Medien mit einem orangefarbenem Daumen gekennzeichnet.

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Hände mit Sternen

GettyImages/ipopba

Klasse 5–6

 

Linda fragt – Ev. Zentralstelle für Weltanschauungsfragen

Kurzvideos mit Informationen zu unterschiedlichen Weltanschauungsfragen mit einer Einschätzung aus evangelischer Sicht.

Didaktischer Hinweis: Die Website der „Evangelischen Zentralstelle für Weltanschauungsfragen“ stellt ihre Sammlung von Erklärvideos (im Aufbau) so vor: „Linda ist ein aufgewecktes junges Mädchen. Sie geht mit offenen Augen durch ihre Welt. Dabei begegnen ihr ganz verschiedene Angebote aus dem religiösen Markt. Vieles kennt sie nicht und darum fragt sie sich: Was ist das? Was begegnet mir da? Und sie kennt Tom. Den kann sie fragen. Tom ist Weltanschauungsbeauftragter und steht Menschen beratend zur Seite. In seinem Job schaut er sich an, welchen Glauben Menschen haben. Besonders ist Tom auf religiöse Gruppen spezialisiert, die viele Menschen gar nicht kennen. Zum Beispiel neue Religionen oder Psychogruppen oder solche, die „Sekten“ genannt werden. Tom ist evangelischer Pfarrer. Deswegen ordnet er das, was er sieht, auch aus einer evangelischen Sicht ein.“ In kindgerechter Sprache und einfach gezeichneten Bildern werden in den erfreulich knappen und konzentrierten Clips nicht nur Informationen über religiöse Sondergemeinschaften vermittelt, sondern es wird auch eine Haltung dazu angeboten, die sich aus einer evangelischen Sicht heraus an Menschenrechten und Werten der Humanität und Selbstverantwortung orientiert. Die Richtung ist durch Lindas Fragen und Toms Antworten dialogisch klar vorgezeichnet, die Clips sind für den Offline-Gebrauch herunterladbar und ausdrücklich für die Nutzung in der Schule freigegeben.

 

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Nicht ohne uns!

Wie sehen Kinder die Welt und wie sieht ihre Welt aus? Welche Träume und Wünsche haben sie? Und welche Ängste und Sorgen? In der Dokumentation werden 16 Kinder aus 15 Ländern und fünf Kontinenten zu Themen, die sie beschäftigen, befragt. Ziel ist es, Kindern auf der ganzen Welt eine Stimme zu geben. Dazu werden die Kinder im Alter zwischen zehn und zwölf Jahren in ihrem Lebensalltag begleitet. Die Kinder beantworten in Interviews Fragen zu Familie, Schule, Gesellschaft und ihrer Zukunft. Trotz ihrer unterschiedlichen Lebensbedingungen und Persönlichkeiten verbindet alle Kinder ein gemeinsames Ziel.

Zusatzmaterial: Infos zu den Filmen und den Materialien; Vorschläge zur Unterrichtsplanung; Infomaterial; Arbeitsmaterial; 7 Arbeitsblätter; Making of; 10 Bilder; Medientipps; Internet-Links.

Didaktischer Hinweis: Der kaleidoskopartige Dokumentarfilm springt in nicht leicht faßlicher Weise zwischen den anschaulich gezeigten Kinder-Lebenswelten hin und her und kann so nur mit Einschränkungen in Gänze als unterrichtsgeeignet gelten. Die Kapiteleinteilung bietet immerhin eine gewisse Hilfe, thematisch angedeutete Themenblöcke auszuwählen. Als besonderen Vorzug bieten die „Extras“ die 16 Kinderschicksale in ca. 5minütigen Komplettfilmen zusätzlich an und dürfte damit der Unterrichtshandhabung eher Genüge tun. Die gezeigten Kinder bewegen sich deutlich vor den Augen einer Erwachsenenkamera und äußern sich bisweilen auch zu auffällig „erwachsenengesteuert“. Die großen Probleme der Zukunft wirken für ihren Horizont manchmal etwas aufgesetzt – kein Wunder: nicht sie, sondern wir Erwachsenen sind ja für Besserungen bei Klimaschutz, Frieden und globaler Gerechtigkeit verantwortlich zu machen. Im Kindermund werden hier also wohl auch eher die Erwachsenen adressiert. Am besten geeignet für hiesige Gleichaltrige sind immer die Szenen, die die Probleme ganz konkret in ihren lebensweltlichen Auswirkungen für die betroffenen Kinder zeigen (z.B. Kinderarbeit für den Kakao, Verwehrung des Schulbesuchs, Aids, Sehbehinderung). Ein besonders geeigneter Regieansatz besteht darin, die zum Teil abenteuerlichen und gefährlichen Schulwege der Kinder zu zeigen: das lädt zum Vergleich mit der eigenen Lebenssituation ein. Die Overvoice-Sprache ist bisweilen akustisch schwer verständlich und vom Niveau her eher jenseits des Grundschulalters. Das Begleitmaterial ist ansprechend und sorgfältig gestaltet und legt Wert auf Inhaltssicherung und Vergleich der Lebenssituationen hier und dort. Kinder werden darin deutlich als zur Artikulation und Wahrnehmung eigener Rechte fähig angesprochen und als solche auch gefordert. Mit „199 kleine Helden“ gibt es eine begleitende Website, die zusätzliches Unterrichtsmaterial (Kino&Curriculum, dortige Altersempfehlung ab Klasse 7!) und ein interaktives browserbasiertes Point-and-click-Adventurespiel anbietet (hier sind die Einzelfilme als Schulweg online erlebbar).

 

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Warum so viele Menschen fliehen

Ob durch Flüchtlingskinder in der Schule oder eine Flüchtlingsunterkunft im Ort: Auch Kinder sind in ihrer Umgebung mit Flüchtlingen konfrontiert. Checker Tobi informiert sich in Deutschland, parallel dazu reist Willi in den Libanon und lernt das Leben in einer Flüchtlingssiedlung kennen.

Zusatzmaterial: 12 Arbeitsblätter teilweise in Schüler- und Lehrerfassung binnendifferenziert [PDF/Word]; Vorschläge zur Unterrichtsplanung; 1 Filmtext; 1 Begleitheft.

Didaktischer Hinweis: Die Themen Flucht und Flüchtlinge sind in Deutschland allgegenwärtig. Die Produktion greift die Zusammenhänge und Begriffe adressatengerecht auf. Im Film werden neben Betroffenen auch Experten befragt, Fachbegriffe mit einfachen Worten erklärt und dabei durch grafische Animationen unterstützt. Umfangreiches Arbeitsmaterial, differenziert nach Jahrgangsstufen, rundet das Medium ab.

 

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Loser

Drei Kinder zwischen 10 und 12 haben etwas Wichtiges verloren: das Lieblingskuscheltier, einen wichtigen Wettkampf, die größere Schwester. Sie gehen durch ein Fundbüro und suchen einen Gegenstand, der diesen Verlust symbolisiert. Danach erzählt jeder seine eigene Geschichte vom Verlieren. Obwohl diese Geschichten ganz unterschiedlich sind, eint die Kinder, dass sie nach einer Zeit der Trauer wieder Vertrauen und Zuversicht für das Leben gewinnen, das vor ihnen liegt.

Zusatzmaterial: Kurzbeschreibung; Vorschläge zur Unterrichtsplanung [Word]; Tipps und Hinweise für Multiplikatoren; 5 Arbeitsblätter in Schülerfassung [Word] Bilder. Filmtext (6 S.) [PDF].

Didaktischer Hinweis: Behutsam werden die Porträts der drei Kinder so zur Geltung gebracht, dass die je eigene Verlusterfahrung authentisch nachvollziehbar wird. Die Situationen sind gut ausgewählt, die Szenerie ist einfallsreich und stimmig (vielleicht bedarf es für jüngere Kinder weniger Worte der Erklärung, was ein Fundbüro ist). Für den Religionsunterricht ist der in Kapiteln anwählbare Film deshalb ein wichtiges Medium, weil „Loser“ ja bedauerlicherweise unter Kindern als Schimpfwort kursiert und weil Gleichnisse von Jesus explizit Verlusterfahrungen aufgreifen. Das Medium leistet mitsamt seinen gut ausgearbeiteten Begleitmaterialien eine ausgezeichnete Schulung der Empathiefähigkeit, und, über den Umweg der drei Selbstschilderungen, ein notwendiges Aufarbeiten eigener Gefühle beim Verlust. Besondere Beachtung verdient das dritte der Schicksale, weil es um den Tod der Schwester und kindgemäße Formen des Trauerns geht. Die Perspektive des christlichen Glaubens (Verlieren, Suchen und Finden auf Gottes Beziehung zu seinen Menschen transparent machen; Leistung, Sieg und Niederlage; Hoffnung über den Tod hinaus) muss von der Lehrkraft selbst eingebracht werden.

 

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Cyber-Mobbing

Erzählt wird die Geschichte zweier 14-jähriger Freundinnen, Laura und Mara. Um der zurückhaltenden Laura ein wenig zu helfen, gibt Mara sich in einem Chat als Lars, ein beliebter Junge der Schule, aus und schreibt Laura an. Sie hofft, dass Laura dadurch den Mut findet, diesen Jungen anzusprechen. Als Laura sich nach Tagen dazu durchringen kann, Lars anzusprechen, kommt es zu einem Desaster mit ungeahnten Folgen.

Didaktischer Hinweis: Der Spielfilm aus der Medienwerkstatt Biberach erzählt von den Tücken einer Mädchenfreundschaft. Er kann in Klasse 7 im Zusammenhang mit den Themen Freundschaft und Gefahren sozialer Netzwerke eingesetzt werden. Allerdings erweist sich hier die Arbeit mit Laienschauspielern als Problem, da die Charaktere und ihre sehr konstruiert wirkenden Konflikte nur bedingt glaubwürdig erscheinen. Da es kein weiterführendes Arbeitsmaterial zum Umgang mit Cyber Mobbing gibt, kann der Film allenfalls als Impuls eingesetzt werden.

 

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Unterrichtsidee

Evangelisten-Quartett

Die vier Evangelisten und ihre kanonische Bedeutung werden anhand von Bildern aus mittelalterlichen Handschriften von der Klosterinsel Reichenau erarbeitet.

Didaktischer Hinweis: Mit Hilfe des Unterrichtsmoduls „Evangelisten-Quartett“ erschließen sich Schülerinnen und Schüler die vier Evangelisten und ihre kanonische Bedeutung. Mit den künstlerisch beeindruckenden Bildern aus den Evangelien-Prachthandschriften der Klosterinsel Reichenau wird die althergebrachte Evangelistensymbolik erarbeitet und durch das Quartettspiel vertieft. Es kann auf dem Tablett oder als Kartenspiel ausgedruckt gespielt werden.

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Klasse 7–9

 

LutherBase – NFP [Android]

Die LUTHERBASE ist eine audiovisuelle Zeitreise zu ausgewählten Reformationsstätten in Deutschland. Sie bietet historische Ansichten und Filmclips. Zur App vgl. play.google.com/store/apps/details

Didaktischer Hinweis: EVANG. RELIGIONSLEHRE: Die Mediathek beeindruckt als audiovisuelle Zeitreise zu ausgewählten Reformationsstätten in Deutschland. Den Grundstock bilden rund 150 historische Ansichten (Grafiken, Fotografien und Postkarten), sodann über 40 Filmclip – Highlights/Zusammenschnitte aus Spielfilmen und Dokumentationen mit insgesamt ca. 100 Minuten. Beim Sightseeing durch die Reformationsgeschichte können diese Stätten zwischen Einst und Jetzt (interaktive Schieberegler) besucht werden: Eisleben (Geburtshaus und Sterbehaus), Mansfeld (Elternhaus), Eisenach (Lutherhaus und Wartburg), Erfurt (Augustinerkloster), Wittenberg (Lutherhaus, Melanchthonhaus, Schloss und Schlosskirche, Marktplatz, Cranach-Hof), Augsburg (St. Anna Kirche), Worms (Bischofshof und Lutherdenkmal), Veste Coburg, Torgau (Katharina-Luther-Stube). Die Clips scheinen chronologisch angeordnet und stammen aus Luther-Spielfilmen (1953 und 2003), sowie aus verschiedenen Dokumentationen der letzten Jahre (z.B. „Luther – sein Leben, Weg und Erbe“ 2005 „Fundsache Luther“ 2008 oder „Katharina von Bora“ 2009 bis hin zu 2014-Produktionen). Die Navigation ist bunt und gefällig, aber nicht immer übersichtlich: gut zum Stöbern und Entdeckungen machen, weniger geeignet für einen systematischen Überblick. Immerhin gibt es ein brauchbares Suchfeld. Kleine Mängel in der Programmierung trüben kaum das insgesamt ansprechende Gesamtbild. Gegenstand ist immer auch die Lutherrezeption der letzten Jahrhunderte – das befreit von manchen Übermalungen der Heldenverehrung. Für Bedarfe des Unterrichts (z.B. individuelle Recherche durch Schülerinnen und Schüler, Präsentationen etc.) empfiehlt sich das gezielte Arbeiten mit jeweiligen Detailseite als URL (PC). Bei den Clips kann man durch ausgewiesene Expertinnen und Experten/Reenactments der Beschäftigung mit Luther und den Reformationsstätten Neues abgewinnen. Beispiele: interessante Details zu Luthers Taufe mit der ungewöhnlichen heutigen „Ganzbad“-Anlage in seiner Taufkirche unter Hinweis auf seine Tauftheologie (Martin Luthers Taufe in Eisleben, 02:16), oder rund um den Ort seines Todes, der sein Geburtsort war („Wir sind Bettler“ 01:39, Martin Luthers Tod in Eisleben 02:42): Sein Sterben hatte etwas Bezeichnendes. Den Reliquienkult, der nach seinem Tod entstand, wollte man bald abstellen. Am Rande werden auch manche Mitstreiterinnen und Mitstreiter beleuchtet, etwa Philipp Melanchthon oder Katharina von Bora: sie äußert sich über Luthers Zeit auf der Veste Coburg, oder man erfährt einiges über ihren Geschäftssinn und ihre Alltagstauglichkeit. Die Tischreden empfehlen sich als besonders anschauliche Quelle. Fazit: ein umfangreiches Sammelsurium, das mit didaktisch gezieltem Forschungsauftrag nach Expeditionen der Schülerinnen und Schüler ab der Mittelstufe ruft – vielleicht auch im Vorfeld von Klassenreisen. Für die auswahlweise Präsentation vor der Gesamtgruppe bei ausreichender Internetleitung geeignet (großzoomen möglich).

 

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Die Kreuzzüge

„Gott will es!“ – Mit dieser Begründung zogen tausende Soldaten aus zahlreichen Ländern Europas Richtung Jerusalem, um dieses von der Herrschaft der aus ihrer Sicht ungläubigen Muslime zu befreien. In mehreren Kreuzzügen vom 11. bis zum 13. Jahrhundert lieferten sie sich erbitterte Kämpfe um die Heilige Stadt, die sie letztlich doch nicht in ihrem Besitz halten konnten. Neben religiösen Motiven schlossen sich viele Menschen auch aus wirtschaftlichen Gründen den Kreuzzügen an, da sie hofften, neues Land für sich gewinnen zu können. Aber nicht nur Tod und Verwüstung sind das Ergebnis der Kreuzzüge, sondern auch ein intensiver Kultur- und Warenaustausch zwischen Ost und West.

Zusatzmaterial: 7 Arbeitsblätter in Schüler- und Lehrerfassung [PDF/Word]; 6 Bilder; 1 Filmkommentar/Filmtext; Vorschläge zur Unterrichtsplanung.

Didaktischer Hinweis: EVANG. RELIGIONSLEHRE: Der Lehrfilm informiert sachlich und dabei anschaulich über die Hauptaspekte der Kreuzzüge. Auch der Zusammenhang mit mittelalterlichen Judenpogromen wird nicht ausgespart. Emotional erlebbar, wenn auch nicht vollständig nachzuvollziehen ist das Phänomen einer Massenbewegung. Hierzu werden immerhin entscheidende religiöse Motive genannt, was bei der Aufgabe der Immunisierung gegen Fanatismus hilfreich ist. Das didaktisch durchdachte Arbeitsmaterial wendet sich an die Sekundarstufe 1.

 

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Freiheit und Selbstbestimmung

Freiheit und Selbstbestimmung sind eng mit dem neuzeitlichen Menschenbild verknüpft. Zwei Kurzfilme greifen diese Thematik auf: „Mrs McCutcheon“ erzählt die Geschichte eines Jungens, der sich im falschen Körper geboren fühlt. Gegen zahlreiche innere und äußere Widerstände muss er sich entscheiden, wer er wirklich ist. In „Follow the Frog“ gibt der Protagonist einem falsch verstandenen Drang nach, sich selbst als „guten Menschen“ zu verwirklichen – mit drastischen Folgen …

Zusatzmaterial: 5 Arbeitsblätter [PDF/Word]; 2 Filmtexte (deutsch/englisch); 1 Filmkommentar/Filmtext; Vorschläge zur Unterrichtsplanung; 1 Begleitheft.

Didaktischer Hinweis: EVANG. RELIGIONSLEHRE: Die beiden unterschiedlichen intensiv wirkenden Kurzfilme decken jeweils weitaus mehr an Aspekten ab, als ihre Zusammenordnung unter der Freiheitsthematik vermuten lässt: Bei „Mrs McCutcheon“ (16min) steht Transgender im Mittelpunkt, bei „Follow the Frog“ (3min) Eine Welt und Freiwilligen-Einsatz. Das Arbeitsmaterial deckt konsequent „Freiheit und Selbstbestimmung“ philosophisch und theologisch (auch interreligiös) ab, für etwas Jüngere sind auch gute Anteile zur Erarbeitung des längeren Films dabei. Insgesamt entsteht so mit dem Medienangebot eine Auseinandersetzungsmöglichkeit mit eigenen Lebensentscheidungen von Mitte Sekundarstufe 1 bis Ende Sekundarstufe 2/Erwachsene anhand sehr wirkungsvoll und jeweils altersgerecht in Szene gesetzter Identifikation. Zu „Mrs Mc Cuthceon“ ist bei der durchaus heiklen Phase der geschlechtlichen Orientierung Jugendlicher positiv zu vermerken, dass mit der „Schulball/Tanzstundensituation“ die gesellschaftliche Geschlechtsrollenerwartung erstmal deutlich wird, ohne dass es in der Beziehung der beiden Freunde schon im eigentlichen Sinne „sexuell“ wird. Die Schlusssituation mit vielen gleichgeschlechtlichen Tanzpaaren löst die genannte Rollenerwartung erleichternd und mit deutlichem Plädoyer für Toleranz Akzeptanz von Vielfalt (BTV-Leitperspektive) auf, was für gerade dem Kindesalter entwachsende Jugendliche hilfreich ist. „Follow the Frog“ greift (wenn auch etwas desillusionierend, dafür aber sicher lehrreich) Weltverbesserungs- und Hingabebereitschaft junger Erwachsener gegen Ende ihrer Pflichtschulzeit auf und kann Impulse für die folgenden Lebensentscheidungen klären helfen.

 

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Wundererzählungen

Kranke werden geheilt, Tote zum Leben erweckt, wenige Brote reichen für eine große Menschenmenge und ein Sturm hört plötzlich auf zu toben – manche Erzählungen in der Bibel sind kaum zu glauben. Dabei erheben die Wundererzählungen gar keinen historischen Wahrheitsanspruch. Sie haben ihren Ursprung in Glaubenserfahrungen und wollen vermitteln: Hier wirkt Gott, mitten unter den Menschen. Die Menschen der Antike waren mit der Sprachform der Wundererzählungen vertraut. Die Produktion zeigt, wie wir sie heute verstehen und auf unser Leben beziehen können.

Zusatzmaterial: 11 Arbeitsblätter in Schüler- und Lehrerfassung [PDF/Word]; 1 Grafiken; 6 Bilder; 4 Texte; 1 Filmkommentar/Filmtext; Vorschläge zur Unterrichtsplanung; 1 Begleitheft.

Didaktischer Hinweis: EVANG. RELIGIONSLEHRE: Die Produktion schreitet zuverlässig die heutigen Verstehensherausforderungen für die Wunder des Neuen Testamentes ab. Dabei werden drei der Texte, im Hauptfilm eingespielt sowie als Sequenzen abrufbar, auch als einfache Animationen angeboten, die durch ihre Machart die Vorstellungskraft nicht zu sehr einengen. Diese sind dankenswerterweise auch als Versionen in einfacher Sprache verfügbar. Heutige Bezüge werden durch authentische Protagonisten z.B. in der Krankenhausseelsorge hergestellt. Bibelwissenschaft kommt in hilfreichen Einordnungen des Experten zu Wort, der auch deutlich den Unterschied zum damaligen Wirklichkeitsverständnis markiert. Das Arbeitsmaterial setzt durchaus Ansprüche an literarisch-analytische Fertigkeiten, bemüht sich aber auch, für Jüngere Angebote zu machen.

 

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Linda fragt – Ev. Zentralstelle für Weltanschauungsfragen

Kurzvideos mit Informationen zu unterschiedlichen Weltanschauungsfragen mit einer Einschätzung aus evangelischer Sicht.

Didaktischer Hinweis: Die Website der „Evangelischen Zentralstelle für Weltanschauungsfragen“ stellt ihre Sammlung von Erklärvideos (im Aufbau) so vor: „Linda ist ein aufgewecktes junges Mädchen. Sie geht mit offenen Augen durch ihre Welt. Dabei begegnen ihr ganz verschiedene Angebote aus dem religiösen Markt. Vieles kennt sie nicht und darum fragt sie sich: Was ist das? Was begegnet mir da? Und sie kennt Tom. Den kann sie fragen. Tom ist Weltanschauungsbeauftragter und steht Menschen beratend zur Seite. In seinem Job schaut er sich an, welchen Glauben Menschen haben. Besonders ist Tom auf religiöse Gruppen spezialisiert, die viele Menschen gar nicht kennen. Zum Beispiel neue Religionen oder Psychogruppen oder solche, die „Sekten“ genannt werden. Tom ist evangelischer Pfarrer. Deswegen ordnet er das, was er sieht, auch aus einer evangelischen Sicht ein.“ In kindgerechter Sprache und einfach gezeichneten Bildern werden in den erfreulich knappen und konzentrierten Clips nicht nur Informationen über religiöse Sondergemeinschaften vermittelt, sondern es wird auch eine Haltung dazu angeboten, die sich aus einer evangelischen Sicht heraus an Menschenrechten und Werten der Humanität und Selbstverantwortung orientiert. Die Richtung ist durch Lindas Fragen und Toms Antworten dialogisch klar vorgezeichnet, die Clips sind für den Offline-Gebrauch herunterladbar und ausdrücklich für die Nutzung in der Schule freigegeben.

 

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Nicht ohne uns!

Wie sehen Kinder die Welt und wie sieht ihre Welt aus? Welche Träume und Wünsche haben sie? Und welche Ängste und Sorgen? In der Dokumentation werden 16 Kinder aus 15 Ländern und fünf Kontinenten zu Themen, die sie beschäftigen, befragt. Ziel ist es, Kindern auf der ganzen Welt eine Stimme zu geben. Dazu werden die Kinder im Alter zwischen zehn und zwölf Jahren in ihrem Lebensalltag begleitet. Die Kinder beantworten in Interviews Fragen zu Familie, Schule, Gesellschaft und ihrer Zukunft. Trotz ihrer unterschiedlichen Lebensbedingungen und Persönlichkeiten verbindet alle Kinder ein gemeinsames Ziel.

Zusatzmaterial: Infos zu den Filmen und den Materialien; Vorschläge zur Unterrichtsplanung; Infomaterial; Arbeitsmaterial; 7 Arbeitsblätter; Making of; 10 Bilder; Medientipps; Internet-Links.

Didaktischer Hinweis: EVANGELISCHE RELIGIONSLEHRE: Der kaleidoskopartige Dokumentarfilm springt in nicht leicht fasslicher Weise zwischen den anschaulich gezeigten Kinder-Lebenswelten hin und her und kann so nur mit Einschränkungen in Gänze als unterrichtsgeeignet gelten. Die Kapiteleinteilung bietet immerhin eine gewisse Hilfe, thematisch angedeutete Themenblöcke auszuwählen. Als besonderen Vorzug bieten die „Extras“ die 16 Kinderschicksale in ca. 5minütigen Komplettfilmen zusätzlich an und dürfte damit der Unterrichtshandhabung eher Genüge tun. Die gezeigten Kinder bewegen sich deutlich vor den Augen einer Erwachsenenkamera und äußern sich bisweilen auch zu auffällig „erwachsenengesteuert“. Die großen Probleme der Zukunft wirken für ihren Horizont manchmal etwas aufgesetzt – kein Wunder: nicht sie, sondern wir Erwachsenen sind ja für Besserungen bei Klimaschutz, Frieden und globaler Gerechtigkeit verantwortlich zu machen. Im Kindermund werden hier also wohl auch eher die Erwachsenen adressiert. Am besten geeignet für hiesige Gleichaltrige sind immer die Szenen, die die Probleme ganz konkret in ihren lebensweltlichen Auswirkungen für die betroffenen Kinder zeigen (z.B. Kinderarbeit für den Kakao, Verwehrung des Schulbesuchs, Aids, Sehbehinderung). Ein besonders geeigneter Regieansatz besteht darin, die zum Teil abenteuerlichen und gefährlichen Schulwege der Kinder zu zeigen: das lädt zum Vergleich mit der eigenen Lebenssituation ein. Die Overvoice-Sprache ist bisweilen akustisch schwer verständlich und vom Niveau her eher jenseits des Grundschulalters. Das Begleitmaterial ist ansprechend und sorgfältig gestaltet und legt Wert auf Inhaltssicherung und Vergleich der Lebenssituationen hier und dort. Kinder werden darin deutlich als zur Artikulation und Wahrnehmung eigener Rechte fähig angesprochen und als solche auch gefordert. Mit „199 kleine Helden“ gibt es eine begleitende Website, die zusätzliches Unterrichtsmaterial (Kino&Curriculum, dortige Altersempfehlung ab Klasse 7!) und ein interaktives browserbasiertes Point-and-click-Adventurespiel anbietet (hier sind die Einzelfilme als Schulweg online erlebbar).

 

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Mission gegen die Armut

Auf den Mülldeponien der philippinischen Insel Cebu leben Tausende von Menschen unter erbärmlichsten Bedingungen. Der Steyler Missionar Pater Heinz Kulüke engagiert sich seit vielen Jahren für diese Menschen am Rande der Gesellschaft, die im und vom Müll leben müssen. Zusammen mit den Steyler Ordensleuten hat er zahlreiche Projekte initiiert, um die von extremer Armut geprägten Lebensbedingungen zu verbessern und Auswege aus dem sozialen Elend zu ermöglichen.

Zusatzmaterial: 8 Arbeitsblätter teilw. in Schüler- und Lehrerfassung [PDF/Word]; 1 Filmtext (6 S.) [PDF]; Vorschläge zur Unterrichtsplanung (5 S.) [PDF]; Begleitheft.

Didaktischer Hinweis: Drastisch wird das Leben auf dem Müll geschildert; seine Auswirkungen sind empörend und können dabei sehr konkret in einen Zusammenhang mit Lebensgewohnheiten hierzulande (Konsum, Abfall, Sextourismus) gestellt werden. Der überzeugende Pater brandmarkt dies auch sehr deutlich. Das gezeigte christliche Hilfsprojekt kann nicht nur als anschauliches Beispiel christlicher Nächstenliebe dienen, sondern vermittelt die deutliche Botschaft, dass etwas gegen Ungerechtigkeit getan werden kann. Die Arbeitsblätter sind konzentriert und niveauvoll, man kann fragen, ob vom Film aus gesehen die (unzweifelhaft vorhandene) Problematik des westlich geprägten Missionsbegriffes zu thematisieren wirklich nahegelegenen hätte.

 

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Drogen und Komasaufen

Die Gefahren legaler und illegaler Drogen sind vielfältig, deren Wirkung gerade für Jugendliche oft zu verlockend. Der Film begleitet Dennis und seine Freunde beim nächtlichen Feiern und beobachtet, wie der Gruppenzwang einen dazu drängt, mit den anderen mitzutrinken und die eigenen Grenzen aus den Augen zu verlieren. Dass dieser Kontrollverlust auch negative Auswirkungen für andere haben kann, wird zu oft ignoriert. Dabei sind Trunkenheitsfahrten junger Menschen leider keine Seltenheit – immer wieder mit verheerenden Folgen. In einem Experiment werden Probanden auf ihre Fahrtauglichkeit unter erschwerten Umständen geprüft: simulierter Alkohol- und Drogeneinfluss oder auch nur betrunkene Mitfahrer – das Ergebnis ist für alle erschreckend!

Zusatzmaterial: 14 Bilder; 12 Arbeitsblätter in Schüler- und Lehrerfassung (PDF); 5 Ergänzungsblätter in Schüler- und Lehrerfassung (PDF); Farbfolie; Glossar (2 S.); 5 interaktive Arbeitsblätter; 20 Multiple Choice Testaufgaben in Schüler- und Lehrerfassung (PDF); Sprechertext; 5 Mastertool-Folien; Internet-Links.

Didaktischer Hinweis: Die einzeln ansteuerbaren Kapitel des Films thematisieren für ältere Jugendliche problematisierend und aufklärend verschiedene Aspekte des Alkoholkonsums: übermäßiges Trinken und seine Auswirkungen auf Jugendliche, Gruppenzwang, Autofahren unter Alkoholeinfluss. Dabei wird im Test besonders die Reaktion der Umgebung (verantwortungsbewusstes Eingreifen) hervorgehoben, sinnvolle Hilfsmittel sind Simulationsbrillen zur Verdeutlichung der gefährlichen Wahrnehmungs- und Reaktionseinschränkung. Einen (offenbar volljährigen) Jugendlichen im Vollrausch zu zeigen, bleibt hier noch vertretbar, weil ihm die Gelegenheit zur Stellungnahme in nüchternem Zustand gegeben wird. Die Arbeitsmaterialien sind wissensbetont, was der Strategie entspricht, zur Prävention durch Aufklärung beizutragen.

 

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Das Kopftuch und die Vielfalt religiöser Traditionen – Georg-Eckert-Institut

Religiöse Normen gelten oft als unwandelbar und überall verbindlich. So gehört für viele Musliminnen (und Muslime) das Kopftuch ganz selbstverständlich zu den islamischen Kleiderregeln. Aber wie werden religiöse Regeln im Alltag von Gläubigen gelebt und interpretiert?

Didaktischer Hinweis: Die Webplattform „Zwischentöne“ bietet Unterrichtmaterialien für das globalisierte Klassenzimmer an, das heißt, es werden klassische Themen durch die muslimische Perspektive ergänzt. Mit dem auf drei Stunden angelegten Unterrichtsmodul „Im Islam ist das so– oder etwa nicht?“ Das Kopftuch und die Vielfalt religiöser Traditionen“ können anhand drei unterschiedlicher Texte mit überschaubarer Länge und mittlerem Schwierigkeitsgrad informative Grundlagen zum Thema erarbeitet werden. Der gekürzte Mitschnitt einer Diskussionsveranstaltung der Friedrich-Ebert-Stiftung zum Thema „Jung, modern, muslimisch““ erschließt sich Schülerinnen und Schüler nur schwer, da die einzelnen Gesprächspartnerinnen mit ihren jeweiligen Positionen nur schwer zu differenzieren sind.

 

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Cyber-Mobbing

Erzählt wird die Geschichte zweier 14-jähriger Freundinnen, Laura und Mara. Um der zurückhaltenden Laura ein wenig zu helfen, gibt Mara sich in einem Chat als Lars, ein beliebter Junge der Schule, aus und schreibt Laura an. Sie hofft, dass Laura dadurch den Mut findet, diesen Jungen anzusprechen. Als Laura sich nach Tagen dazu durchringen kann, Lars anzusprechen, kommt es zu einem Desaster mit ungeahnten Folgen.

Didaktischer Hinweis: Der Spielfilm aus der Medienwerkstatt Biberach erzählt von den Tücken einer Mädchenfreundschaft. Er kann in Klasse 7 im Zusammenhang mit den Themen Freundschaft und Gefahren sozialer Netzwerke eingesetzt werden. Allerdings erweist sich hier die Arbeit mit Laienschauspielern als Problem, da die Charaktere und ihre sehr konstruiert wirkenden Konflikte nur bedingt glaubwürdig erscheinen. Da es kein weiterführendes Arbeitsmaterial zum Umgang mit Cyber Mobbing gibt, kann der Film allenfalls als Impuls eingesetzt werden.

 

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Unterrichtsidee/Unterrichtsmodul

Smartphone-Schnitzeljagd Klosterinsel

Mit den mitgebrachten Smartphones (BYOD) und der App „Actionbound“ wird das kulturelle Erbe der Klosterinsel Reichenau (Bodensee) erschlossen.

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Bonhoeffer – Theologe und Widerstandskämpfer

Dietrich Bonhoeffers Rolle im Widerstand gegen den NS-Staat steht im Mittelpunkt dieses Moduls, das sich auf Filmmaterial und Texte stützt.

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Klasse 10

 

Die Kreuzzüge

„Gott will es!“ – Mit dieser Begründung zogen tausende Soldaten aus zahlreichen Ländern Europas Richtung Jerusalem, um dieses von der Herrschaft der aus ihrer Sicht ungläubigen Muslime zu befreien. In mehreren Kreuzzügen vom 11. bis zum 13. Jahrhundert lieferten sie sich erbitterte Kämpfe um die Heilige Stadt, die sie letztlich doch nicht in ihrem Besitz halten konnten. Neben religiösen Motiven schlossen sich viele Menschen auch aus wirtschaftlichen Gründen den Kreuzzügen an, da sie hofften, neues Land für sich gewinnen zu können. Aber nicht nur Tod und Verwüstung sind das Ergebnis der Kreuzzüge, sondern auch ein intensiver Kultur- und Warenaustausch zwischen Ost und West.

Zusatzmaterial: 7 Arbeitsblätter in Schüler- und Lehrerfassung [PDF/Word]; 6 Bilder; 1 Filmkommentar/Filmtext; Vorschläge zur Unterrichtsplanung.

Didaktischer Hinweis: EVANG. RELIGIONSLEHRE: Der Lehrfilm informiert sachlich und dabei anschaulich über die Hauptaspekte der Kreuzzüge. Auch der Zusammenhang mit mittelalterlichen Judenpogromen wird nicht ausgespart. Emotional erlebbar, wenn auch nicht vollständig nachzuvollziehen ist das Phänomen einer Massenbewegung. Hierzu werden immerhin entscheidende religiöse Motive genannt, was bei der Aufgabe der Immunisierung gegen Fanatismus hilfreich ist. Das didaktisch durchdachte Arbeitsmaterial wendet sich an die Sekundarstufe 1.

 

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Freiheit und Selbstbestimmung

Freiheit und Selbstbestimmung sind eng mit dem neuzeitlichen Menschenbild verknüpft. Zwei Kurzfilme greifen diese Thematik auf: „Mrs McCutcheon“ erzählt die Geschichte eines Jungens, der sich im falschen Körper geboren fühlt. Gegen zahlreiche innere und äußere Widerstände muss er sich entscheiden, wer er wirklich ist. In „Follow the Frog“ gibt der Protagonist einem falsch verstandenen Drang nach, sich selbst als „guten Menschen“ zu verwirklichen – mit drastischen Folgen …

Zusatzmaterial: 5 Arbeitsblätter [PDF/Word]; 2 Filmtexte (deutsch/englisch); 1 Filmkommentar/Filmtext; Vorschläge zur Unterrichtsplanung; 1 Begleitheft.

Didaktischer Hinweis: EVANG. RELIGIONSLEHRE: Die beiden unterschiedlichen intensiv wirkenden Kurzfilme decken jeweils weitaus mehr an Aspekten ab, als ihre Zusammenordnung unter der Freiheitsthematik vermuten lässt: Bei „Mrs McCutcheon“ (16min) steht Transgender im Mittelpunkt, bei „Follow the Frog“ (3min) Eine Welt und Freiwilligen-Einsatz. Das Arbeitsmaterial deckt konsequent „Freiheit und Selbstbestimmung“ philosophisch und theologisch (auch interreligiös) ab, für etwas Jüngere sind auch gute Anteile zur Erarbeitung des längeren Films dabei. Insgesamt entsteht so mit dem Medienangebot eine Auseinandersetzungsmöglichkeit mit eigenen Lebensentscheidungen von Mitte Sekundarstufe 1 bis Ende Sekundarstufe 2/Erwachsene anhand sehr wirkungsvoll und jeweils altersgerecht in Szene gesetzter Identifikation. Zu „Mrs Mc Cuthceon“ ist bei der durchaus heiklen Phase der geschlechtlichen Orientierung Jugendlicher positiv zu vermerken, dass mit der „Schulball/Tanzstundensituation“ die gesellschaftliche Geschlechtsrollenerwartung erstmal deutlich wird, ohne dass es in der Beziehung der beiden Freunde schon im eigentlichen Sinne „sexuell“ wird. Die Schlusssituation mit vielen gleichgeschlechtlichen Tanzpaaren löst die genannte Rollenerwartung erleichternd und mit deutlichem Plädoyer für Toleranz Akzeptanz von Vielfalt (BTV-Leitperspektive) auf, was für gerade dem Kindesalter entwachsende Jugendliche hilfreich ist. „Follow the Frog“ greift (wenn auch etwas desillusionierend, dafür aber sicher lehrreich) Weltverbesserungs- und Hingabebereitschaft junger Erwachsener gegen Ende ihrer Pflichtschulzeit auf und kann Impulse für die folgenden Lebensentscheidungen klären helfen.

 

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Wundererzählungen

Kranke werden geheilt, Tote zum Leben erweckt, wenige Brote reichen für eine große Menschenmenge und ein Sturm hört plötzlich auf zu toben – manche Erzählungen in der Bibel sind kaum zu glauben. Dabei erheben die Wundererzählungen gar keinen historischen Wahrheitsanspruch. Sie haben ihren Ursprung in Glaubenserfahrungen und wollen vermitteln: Hier wirkt Gott, mitten unter den Menschen. Die Menschen der Antike waren mit der Sprachform der Wundererzählungen vertraut. Die Produktion zeigt, wie wir sie heute verstehen und auf unser Leben beziehen können.

Zusatzmaterial: 11 Arbeitsblätter in Schüler- und Lehrerfassung [PDF/Word]; 1 Grafiken; 6 Bilder; 4 Texte; 1 Filmkommentar/Filmtext; Vorschläge zur Unterrichtsplanung; 1 Begleitheft.

Didaktischer Hinweis: EVANG. RELIGIONSLEHRE: Die Produktion schreitet zuverlässig die heutigen Verstehensherausforderungen für die Wunder des Neuen Testamentes ab. Dabei werden drei der Texte, im Hauptfilm eingespielt sowie als Sequenzen abrufbar, auch als einfache Animationen angeboten, die durch ihre Machart die Vorstellungskraft nicht zu sehr einengen. Diese sind dankenswerterweise auch als Versionen in einfacher Sprache verfügbar. Heutige Bezüge werden durch authentische Protagonisten z.B. in der Krankenhausseelsorge hergestellt. Bibelwissenschaft kommt in hilfreichen Einordnungen des Experten zu Wort, der auch deutlich den Unterschied zum damaligen Wirklichkeitsverständnis markiert. Das Arbeitsmaterial setzt durchaus Ansprüche an literarisch-analytische Fertigkeiten, bemüht sich aber auch, für Jüngere Angebote zu machen.

 

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Linda fragt – Ev. Zentralstelle für Weltanschauungsfragen

Kurzvideos mit Informationen zu unterschiedlichen Weltanschauungsfragen mit einer Einschätzung aus evangelischer Sicht.

Didaktischer Hinweis: Die Website der „Evangelischen Zentralstelle für Weltanschauungsfragen“ stellt ihre Sammlung von Erklärvideos (im Aufbau) so vor: „Linda ist ein aufgewecktes junges Mädchen. Sie geht mit offenen Augen durch ihre Welt. Dabei begegnen ihr ganz verschiedene Angebote aus dem religiösen Markt. Vieles kennt sie nicht und darum fragt sie sich: Was ist das? Was begegnet mir da? Und sie kennt Tom. Den kann sie fragen. Tom ist Weltanschauungsbeauftragter und steht Menschen beratend zur Seite. In seinem Job schaut er sich an, welchen Glauben Menschen haben. Besonders ist Tom auf religiöse Gruppen spezialisiert, die viele Menschen gar nicht kennen. Zum Beispiel neue Religionen oder Psychogruppen oder solche, die „Sekten“ genannt werden. Tom ist evangelischer Pfarrer. Deswegen ordnet er das, was er sieht, auch aus einer evangelischen Sicht ein.“ In kindgerechter Sprache und einfach gezeichneten Bildern werden in den erfreulich knappen und konzentrierten Clips nicht nur Informationen über religiöse Sondergemeinschaften vermittelt, sondern es wird auch eine Haltung dazu angeboten, die sich aus einer evangelischen Sicht heraus an Menschenrechten und Werten der Humanität und Selbstverantwortung orientiert. Die Richtung ist durch Lindas Fragen und Toms Antworten dialogisch klar vorgezeichnet, die Clips sind für den Offline-Gebrauch herunterladbar und ausdrücklich für die Nutzung in der Schule freigegeben.

 

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Von Aristoteles bis Habermas – Grundpositionen der Ethik

Auf dem Weg zum Erwachsensein erfahren Jugendliche: Es gibt Situationen, in denen gibt es kein eindeutiges „Richtig“ oder „Falsch“. Gleichzeitig trägt es zum gelingenden Zusammenleben in der Gesellschaft bei, die Begründungsmuster hinter dem Handeln anderer zu reflektieren und Taten vor diesem Hintergrund einzuordnen. In der Produktion wird deutlich, dass unterschiedliche Grundpositionen philosophischer Ethik dabei zu ganz unterschiedlichen Ergebnissen führen können. Ob Aristoteles, Immanuel Kant, Jeremy Bentham, John Stuart Mill und Jürgen Habermas sich als gute Ratgeber für die Praxis erweisen? Mithilfe ihrer Ansätze können eigene Maßstäbe bewusstgemacht und durch Hinterfragung die eigene moralische Entwicklung gefördert werden.

Zusatzmaterial: 10 Arbeitsblätter in Schüler- und Lehrerfassung [PDF/Word]; 1 Filmtext; 1 Filmkommentar/Filmtext; Vorschläge zur Unterrichtsplanung; 1 Begleitheft.

Didaktischer Hinweis: Die attraktive gestaltete Animation wartet mit einer zielgruppennahen Dilemmasituation aus dem Schulalltag auf. Die knappe und konzentrierte Form der Vermittlung anspruchsvoller philosophischer Sachverhalte zeigt in ihrer anschaulichen Verdeutlichung Lehrfilm „at its best“. Die Arbeitsmaterialien vertiefen mit sorgfältig gestalteter Textarbeit und vielen zusätzlichen Lernanlässen auf gymnasialem Niveau.

 

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Warum so viele Menschen fliehen

Ob durch Flüchtlingskinder in der Schule oder eine Flüchtlingsunterkunft im Ort: Auch Kinder sind in ihrer Umgebung mit Flüchtlingen konfrontiert. Checker Tobi informiert sich in Deutschland, parallel dazu reist Willi in den Libanon und lernt das Leben in einer Flüchtlingssiedlung kennen.

Zusatzmaterial: 12 Arbeitsblätter teilweise in Schüler- und Lehrerfassung binnendifferenziert [PDF/Word]; Vorschläge zur Unterrichtsplanung; 1 Filmtext; 1 Begleitheft.

Didaktischer Hinweis: Die Themen Flucht und Flüchtlinge sind in Deutschland allgegenwärtig. Die Produktion greift die Zusammenhänge und Begriffe adressatengerecht auf. Im Film werden neben Betroffenen auch Experten befragt, Fachbegriffe mit einfachen Worten erklärt und dabei durch grafische Animationen unterstützt. Umfangreiches Arbeitsmaterial, differenziert nach Jahrgangsstufen, rundet das Medium ab.

 

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Nicht ohne uns!

Wie sehen Kinder die Welt und wie sieht ihre Welt aus? Welche Träume und Wünsche haben sie? Und welche Ängste und Sorgen? In der Dokumentation werden 16 Kinder aus 15 Ländern und fünf Kontinenten zu Themen, die sie beschäftigen, befragt. Ziel ist es, Kindern auf der ganzen Welt eine Stimme zu geben. Dazu werden die Kinder im Alter zwischen zehn und zwölf Jahren in ihrem Lebensalltag begleitet. Die Kinder beantworten in Interviews Fragen zu Familie, Schule, Gesellschaft und ihrer Zukunft. Trotz ihrer unterschiedlichen Lebensbedingungen und Persönlichkeiten verbindet alle Kinder ein gemeinsames Ziel.

Zusatzmaterial: Infos zu den Filmen und den Materialien; Vorschläge zur Unterrichtsplanung; Infomaterial; Arbeitsmaterial; 7 Arbeitsblätter; Making of; 10 Bilder; Medientipps; Internet-Links.

Didaktischer Hinweis: EVANGELISCHE RELIGIONSLEHRE: Der kaleidoskopartige Dokumentarfilm springt in nicht leicht fasslicher Weise zwischen den anschaulich gezeigten Kinder-Lebenswelten hin und her und kann so nur mit Einschränkungen in Gänze als unterrichtsgeeignet gelten. Die Kapiteleinteilung bietet immerhin eine gewisse Hilfe, thematisch angedeutete Themenblöcke auszuwählen. Als besonderen Vorzug bieten die „Extras“ die 16 Kinderschicksale in ca. 5minütigen Komplettfilmen zusätzlich an und dürfte damit der Unterrichtshandhabung eher Genüge tun. Die gezeigten Kinder bewegen sich deutlich vor den Augen einer Erwachsenenkamera und äußern sich bisweilen auch zu auffällig „erwachsenengesteuert“. Die großen Probleme der Zukunft wirken für ihren Horizont manchmal etwas aufgesetzt – kein Wunder: nicht sie, sondern wir Erwachsenen sind ja für Besserungen bei Klimaschutz, Frieden und globaler Gerechtigkeit verantwortlich zu machen. Im Kindermund werden hier also wohl auch eher die Erwachsenen adressiert. Am besten geeignet für hiesige Gleichaltrige sind immer die Szenen, die die Probleme ganz konkret in ihren lebensweltlichen Auswirkungen für die betroffenen Kinder zeigen (z.B. Kinderarbeit für den Kakao, Verwehrung des Schulbesuchs, Aids, Sehbehinderung). Ein besonders geeigneter Regieansatz besteht darin, die zum Teil abenteuerlichen und gefährlichen Schulwege der Kinder zu zeigen: das lädt zum Vergleich mit der eigenen Lebenssituation ein. Die Overvoice-Sprache ist bisweilen akustisch schwer verständlich und vom Niveau her eher jenseits des Grundschulalters. Das Begleitmaterial ist ansprechend und sorgfältig gestaltet und legt Wert auf Inhaltssicherung und Vergleich der Lebenssituationen hier und dort. Kinder werden darin deutlich als zur Artikulation und Wahrnehmung eigener Rechte fähig angesprochen und als solche auch gefordert. Mit „199 kleine Helden“ gibt es eine begleitende Website, die zusätzliches Unterrichtsmaterial (Kino&Curriculum, dortige Altersempfehlung ab Klasse 7!) und ein interaktives browserbasiertes Point-and-click-Adventurespiel anbietet (hier sind die Einzelfilme als Schulweg online erlebbar).

 

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Mission gegen die Armut

Auf den Mülldeponien der philippinischen Insel Cebu leben Tausende von Menschen unter erbärmlichsten Bedingungen. Der Steyler Missionar Pater Heinz Kulüke engagiert sich seit vielen Jahren für diese Menschen am Rande der Gesellschaft, die im und vom Müll leben müssen. Zusammen mit den Steyler Ordensleuten hat er zahlreiche Projekte initiiert, um die von extremer Armut geprägten Lebensbedingungen zu verbessern und Auswege aus dem sozialen Elend zu ermöglichen.

Zusatzmaterial: 8 Arbeitsblätter teilw. in Schüler- und Lehrerfassung [PDF/Word]; 1 Filmtext (6 S.) [PDF]; Vorschläge zur Unterrichtsplanung (5 S.) [PDF]; Begleitheft.

Didaktischer Hinweis: Drastisch wird das Leben auf dem Müll geschildert; seine Auswirkungen sind empörend und können dabei sehr konkret in einen Zusammenhang mit Lebensgewohnheiten hierzulande (Konsum, Abfall, Sextourismus) gestellt werden. Der überzeugende Pater brandmarkt dies auch sehr deutlich. Das gezeigte christliche Hilfsprojekt kann nicht nur als anschauliches Beispiel christlicher Nächstenliebe dienen, sondern vermittelt die deutliche Botschaft, dass etwas gegen Ungerechtigkeit getan werden kann. Die Arbeitsblätter sind konzentriert und niveauvoll, man kann fragen, ob vom Film aus gesehen die (unzweifelhaft vorhandene) Problematik des westlich geprägten Missionsbegriffes zu thematisieren wirklich nahegelegenen hätte.

 

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Loser

Drei Kinder zwischen 10 und 12 haben etwas Wichtiges verloren: das Lieblingskuscheltier, einen wichtigen Wettkampf, die größere Schwester. Sie gehen durch ein Fundbüro und suchen einen Gegenstand, der diesen Verlust symbolisiert. Danach erzählt jeder seine eigene Geschichte vom Verlieren. Obwohl diese Geschichten ganz unterschiedlich sind, eint die Kinder, dass sie nach einer Zeit der Trauer wieder Vertrauen und Zuversicht für das Leben gewinnen, das vor ihnen liegt.

Zusatzmaterial: Kurzbeschreibung; Vorschläge zur Unterrichtsplanung [Word]; Tipps und Hinweise für Multiplikatoren; 5 Arbeitsblätter in Schülerfassung [Word] Bilder. Filmtext (6 S.) [PDF].

Didaktischer Hinweis: Behutsam werden die Porträts der drei Kinder so zur Geltung gebracht, dass die je eigene Verlusterfahrung authentisch nachvollziehbar wird. Die Situationen sind gut ausgewählt, die Szenerie ist einfallsreich und stimmig (vielleicht bedarf es für jüngere Kinder weniger Worte der Erklärung, was ein Fundbüro ist). Für den Religionsunterricht ist der in Kapiteln anwählbare Film deshalb ein wichtiges Medium, weil „Loser“ ja bedauerlicherweise unter Kindern als Schimpfwort kursiert und weil Gleichnisse von Jesus explizit Verlusterfahrungen aufgreifen. Das Medium leistet mitsamt seinen gut ausgearbeiteten Begleitmaterialien eine ausgezeichnete Schulung der Empathiefähigkeit, und, über den Umweg der drei Selbstschilderungen, ein notwendiges Aufarbeiten eigener Gefühle beim Verlust. Besondere Beachtung verdient das dritte der Schicksale, weil es um den Tod der Schwester und kindgemäße Formen des Trauerns geht. Die Perspektive des christlichen Glaubens (Verlieren, Suchen und Finden auf Gottes Beziehung zu seinen Menschen transparent machen; Leistung, Sieg und Niederlage; Hoffnung über den Tod hinaus) muss von der Lehrkraft selbst eingebracht werden.

 

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Drogen und Komasaufen

Die Gefahren legaler und illegaler Drogen sind vielfältig, deren Wirkung gerade für Jugendliche oft zu verlockend. Der Film begleitet Dennis und seine Freunde beim nächtlichen Feiern und beobachtet, wie der Gruppenzwang einen dazu drängt, mit den anderen mitzutrinken und die eigenen Grenzen aus den Augen zu verlieren. Dass dieser Kontrollverlust auch negative Auswirkungen für andere haben kann, wird zu oft ignoriert. Dabei sind Trunkenheitsfahrten junger Menschen leider keine Seltenheit – immer wieder mit verheerenden Folgen. In einem Experiment werden Probanden auf ihre Fahrtauglichkeit unter erschwerten Umständen geprüft: simulierter Alkohol- und Drogeneinfluss oder auch nur betrunkene Mitfahrer – das Ergebnis ist für alle erschreckend!

Zusatzmaterial: 14 Bilder; 12 Arbeitsblätter in Schüler- und Lehrerfassung (PDF); 5 Ergänzungsblätter in Schüler- und Lehrerfassung (PDF); Farbfolie; Glossar (2 S.); 5 interaktive Arbeitsblätter; 20 Multiple Choice Testaufgaben in Schüler- und Lehrerfassung (PDF); Sprechertext; 5 Mastertool-Folien; Internet-Links.

Didaktischer Hinweis: Die einzeln ansteuerbaren Kapitel des Films thematisieren für ältere Jugendliche problematisierend und aufklärend verschiedene Aspekte des Alkoholkonsums: übermäßiges Trinken und seine Auswirkungen auf Jugendliche, Gruppenzwang, Autofahren unter Alkoholeinfluss. Dabei wird im Test besonders die Reaktion der Umgebung (verantwortungsbewusstes Eingreifen) hervorgehoben, sinnvolle Hilfsmittel sind Simulationsbrillen zur Verdeutlichung der gefährlichen Wahrnehmungs- und Reaktionseinschränkung. Einen (offenbar volljährigen) Jugendlichen im Vollrausch zu zeigen, bleibt hier noch vertretbar, weil ihm die Gelegenheit zur Stellungnahme in nüchternem Zustand gegeben wird. Die Arbeitsmaterialien sind wissensbetont, was der Strategie entspricht, zur Prävention durch Aufklärung beizutragen.

 

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Die Dimension des Bösen

Ist das Böse Ausdruck einer psychischen Erkrankung, ein notwendiges Übel in einer turbokapitalistischen Welt oder gar ein Fingerzeig Satans? Dämonisch sind die Gesichter des Bösen ohne Frage. Doch bei Licht betrachtet sind es äußerst relative Phänomene, abhängig von politischen oder strategischen Gegebenheiten. Wer ist wann ein Terrorist, oder ein Freiheitskämpfer, wer ein menschenverachtender Diktator und wer ein strategischer Verbündeter? Und wer entdeckt in sich selbst nicht ein klammheimliches Verständnis für Folter, wenn Terrorakte verhindert werden können? Wer kokettiert nicht mit inhumanen Strafen, um Pädophile oder psychisch gestörte Sexualstraftäter für immer aus dem Leben zu verbannen? Wie bereitwillig setzt man Bedürfnis nach Sicherheit über die Freiheits- und Menschenrechte Dritter?

Zusatzmaterial: Infos zum Film und den Materialien; Vorschläge zur Unterrichtsplanung; Textblätter; 6 Infoblätter (Word/PDF); 6 Arbeitsblätter (Word/PDF); 8 Bilder; 2 Textblätter; Making of; Medientipps; Internet-Links; Themen A-Z.

Didaktische Hinweise: Anschauliche und aktuelle Beispiele (z.B. rechtsextreme und islamistische Terrorverbrechen) sind in dieser Dokumentation begleitet von einem der Herausforderung des Themas angemessen niveauvollen Kommentar, der das Zielpublikum wohl eher auf die Sekundarstufe II beschränkt. Sozialpsychologische und philosophisch-theologische Erklärungsversuche durch Experten lassen gleich mehrere Dimensionen erkennen, die für die Beschäftigung mit dem Bösen entscheidend sind und gut ausgewählt wurden. Das Begleitmaterial bemüht sich, niveaudifferenziert Aufgaben und Quellentexte auch für jüngere Schülerinnen und Schüler (Ende Sekundarstufe I) bearbeitbar zu machen.

 

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Kinder des Kalifats

Der Film untersucht an ausgewählten Beispielen, die Motive und Beweggründe junger Menschen, die sich dem islamistischen Terror verschreiben und den bewaffneten Kampf aufnehmen. Vor allem aus Österreich kommen viele Jugendliche, die sich dem „Islamischen Staat“ anschließen und im Nahen Osten als Terror-Kämpfer operieren. Dabei handelt es sich meist um Einwanderer aus Tschetschenien und dem Balkan, die mit Krieg und Terror aufgewachsen sind und auf diese Weise in den Krieg zurückkehren. Allein in Syrien und im Irak befinden sich Hunderte von ihnen im „Heiligen Krieg“. Um die 2000 junge Österreicher sympathisieren mit den radikalen Dschihad-Kämpfern. Der Berliner Islamwissenschaftler Guido Steinberg kommentiert das Ausmaß dieser erschreckenden Entwicklung in Österreich und – im direkten Vergleich – in Deutschland.

Zusatzmaterial: Didaktisches Material (34 S.) (Word/PDF); Thematische Einführung (3 S.); Didaktische Einführung (1 S.); 11 Arbeitsblätter in Schüler- und Lehrerfassung (Word/PDF).

Didaktische Hinweise: Der Film schildert mit vielen aktuellen Bezügen das Phänomen, dass die Teilnahme am „Dschihad“ für etliche junge Menschen aus europäischen Staaten „attraktiv“ geworden ist. Anlässe für Medienbildung ergeben gezeigte Beispiele von Fan-Chats und YouTube-Propaganda-Filmen der Extremisten. Die Beispiele und Interviews haben im Wesentlichen einen Bezug zu Österreich und der dortigen, spezifischen Situation mit vielen Flüchtlingen aus Tschetschenien und Ex- Jugoslawien, die prozentual einen hohen Anteil der in den „Dschihad“ reisenden Jugendlichen ausmachen. Der Bezug zur deutschen Situation ist aber herstellbar, zumal das überlegt und gut gearbeitete Arbeitsmaterial dazu Hilfestellungen anbietet. So kann der Film im Unterricht ab Bildungsstandard 10 im Zusammenhang mit dem Thema Gewalt und Gewaltlosigkeit eingesetzt werden.

 

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Salafismus: Terror, Taliban, Twitter

In der Dokumentation wird der Frage nachgegangen, was junge Menschen am Salafismus fasziniert: Was sind die Einstiegs­gründe, was zieht junge Menschen hin zu einer sektenähnlichen, religiös-antidemokratischen Bewegung, die Musik, Kunst, Liberalität und die Gleichheit der Menschen ablehnt und bekämpft? Im Interview berichten vier junge Männer von ihren persönlichen Beweggründen, sich den Salafisten anzuschließen. Die Motive reichen von Diskriminierungs- und Benachteiligung-Erfahrungen über eine allgemeine Sinnsuche bis hin zu Schicksalsschlägen. Die salafistische Bewegung verspricht Stärke, Stolz und eine feste Gemeinschaft. Der offenen Frage, ob sich junge Migranten der zweiten oder dritten Generation als Deutsche, Araber oder Türken fühlen dürfen, setzt sie eine neue, elitäre Gemeinschaft der Muslime entgegen. Salafismus setzt mit seinen Antworten bei den jungen, am Rand der Gesellschaft stehenden Einwandererkids an, vermittelt ihnen Werte und Stolz und zieht so auch immer wieder junge Deutsche an.

Zusatzmaterial: 2 Arbeitsblätter (PDF); 4 Informationsblätter (PDF); 7 Bilder; Vorschläge zur Unterrichtsplanung (3 S.); Informationen zum Film (4 S.); Making of; Medienliste; Internet-Links (2 S.); Islamismus (07:45 min).

Didaktische Hinweise: Die auffallende Nähe zur Sinnfrage in den Antworten der jungen Islamisten und Konvertiten zeigt zurück auf eine Gesellschaft im Umbruch, die besonders jungen Männern offenbar keine hinreichende Selbstfindung und Orientierung mehr ermöglicht. Damit ist im „Rückspiegel“ einer im Grunde konservativen Lebenseinstellung für Schülerinnen und Schüler auch bildungsferner Milieus ein wertvoller Lernanlass gesetzt, eigene Zukunftsvorstellungen und Orientierungen zu klären und aufzuarbeiten. Die Bearbeitung des Gewaltthemas wird im schulischen Kontext (Islamunterricht) gezeigt, und das bietet nicht nur gute Gelegenheiten zur Fragestellung, was der Koran zu Gewaltanwendung sagt und wie er ausgelegt werden muss (Methode der Kontextualisierung), sondern regt überhaupt dazu an, den Stellenwert von Bildung im Bereich der Religionen zu überprüfen (wie ist das z.B. mit dem Wörtlich nehmen der Bibel?). Die Auskunft der Lehrkraft im Film zum Verhältnis von Koran und Gewalt könnte etwas differenzierter ausfallen, auch im Arbeitsmaterial vermisst man dazu Hinweise. Dieses bietet zusätzlich einen nützlichen, weil informativen, wenn auch eher politikfokussierten Erklärfilm an.

 

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Cyber-Mobbing

Erzählt wird die Geschichte zweier 14-jähriger Freundinnen, Laura und Mara. Um der zurückhaltenden Laura ein wenig zu helfen, gibt Mara sich in einem Chat als Lars, ein beliebter Junge der Schule, aus und schreibt Laura an. Sie hofft, dass Laura dadurch den Mut findet, diesen Jungen anzusprechen. Als Laura sich nach Tagen dazu durchringen kann, Lars anzusprechen, kommt es zu einem Desaster mit ungeahnten Folgen.

Didaktischer Hinweis: Der Spielfilm aus der Medienwerkstatt Biberach erzählt von den Tücken einer Mädchenfreundschaft. Er kann in Klasse 7 im Zusammenhang mit den Themen Freundschaft und Gefahren sozialer Netzwerke eingesetzt werden. Allerdings erweist sich hier die Arbeit mit Laienschauspielern als Problem, da die Charaktere und ihre sehr konstruiert wirkenden Konflikte nur bedingt glaubwürdig erscheinen. Da es kein weiterführendes Arbeitsmaterial zum Umgang mit Cyber Mobbing gibt, kann der Film allenfalls als Impuls eingesetzt werden.

 

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Unterrichtsidee/Unterrichtsmodul

Evangelisten-Quartett

Die vier Evangelisten und ihre kanonische Bedeutung werden anhand von Bildern aus mittelalterlichen Handschriften von der Klosterinsel Reichenau erarbeitet.

Didaktischer Hinweis: Mit Hilfe des Unterrichtsmoduls „Evangelisten-Quartett“ erschließen sich Schülerinnen und Schüler die vier Evangelisten und ihre kanonische Bedeutung. Mit den künstlerisch beeindruckenden Bildern aus den Evangelien-Prachthandschriften der Klosterinsel Reichenau wird die althergebrachte Evangelistensymbolik erarbeitet und durch das Quartettspiel vertieft. Es kann auf dem Tablett oder als Kartenspiel ausgedruckt gespielt werden.

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Bonhoeffer – Theologe und Widerstandskämpfer

Dietrich Bonhoeffers Rolle im Widerstand gegen den NS-Staat steht im Mittelpunkt dieses Moduls, das sich auf Filmmaterial und Texte stützt.

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