Kommunikation von Überall zu jeder Zeit

Soziale Netzwerke und Messenger wie WhatsApp, Instragram, Snapchat oder Facebook nehmen heute einen maßgeblichen Stellenwert im Lebensalltag der Jugendlichen ein. 89 Prozent der 12- bis 19-Jährigen sind täglich bis zu 221 Minuten im Internet unterwegs, wobei die Ränge 1 bis 5 der liebsten Internetaktivitäten (Stand: 2017) ausschließlich von sozialen Netzwerken besetzt werden. YouTube kann nicht direkt zu den sozialen Netzwerken gezählt werden, bietet gleichzeitig aber auch Möglichkeiten der Kommunikation und der Erstellung eines Profils.

In diesem Zusammenhang hat sich gerade das Smartphone zu einem selbstverständlichen Begleiter der Jugendlichen entwickelt (97% der 12- bis 19-Jährigen  besitzen ein Smartphone), denn so sind sie von überall erreichbar und können beinahe in Echtzeit Bilder, Videos und Textnachrichten mit anderen teilen. Doch was sind soziale Netzwerke überhaupt? Worin unterscheiden sich die einzelnen Dienste? Und wieso üben sie solch eine Faszination auf die Jugendlichen aus? Auf diese und weitere Fragen soll dieser Artikel Antwort geben.

Junge Menschan auf einer Treppe

GettyImages/Nikada

Was sind Soziale Netzwerke? Was ist ein Messenger?

Ursprünglich bezeichnet der Begriff soziales Netzwerk die Gesamtheit der persönlichen Kontakte zu anderen Menschen, die man pflegt. Ein soziales Netzwerk ist zum Beispiel die Familie, der Freundeskreis, Arbeitskollegen oder ein Verein. Innerhalb dieser Netzwerke tauschen die teilhabenden Menschen Meinungen aus, machen gemeinsame Erfahrungen oder helfen sich gegenseitig.

Übertragen auf das Internet versteht man unter einem sozialen Netzwerk eine virtuelle Gemeinschaft, die sich auf einer Plattform miteinander vernetzt, kommuniziert und austauscht. Voraussetzung dafür ist, dass man sich im jeweiligen Netzwerk anmeldet bzw. einen Account anlegt und damit verbunden ein Profil erstellt. Das eigene Profil bietet Raum, um sich selbst zu präsentieren und sich den Mitgliedern des Netzwerks vorzustellen – mit persönlichen Angaben zu Interessen, Hobbies, der aktuellen Lebenssituation und vielem mehr. Um einen detaillierteren Einblick in die eigene Persönlichkeit zu gewährleisten, können dem Profil zudem Fotos (beispielsweise vom Urlaub, einer Party oder einem Konzertbesuch) und teilweise auch Texte oder Steckbriefe hinzugefügt werden.

Um mit anderen, beispielsweise auf Facebook, kommunizieren zu können, suchen die Nutzer nach alten Freunden, neuen Kontakten oder Gruppen, die die gleichen Interessen verfolgen. Bei Messengern wie WhatsApp oder Snapchat wiederum benötigt die App Zugriff auf die Kontakte des Smartphones, um darstellen zu können, welche der Kontakte ebenfalls den Messenger nutzen. Anschließend besteht, je nach Anbieter, die Möglichkeit, Texte, Fotos oder Videos auf die Pinnwand oder in eine Chronik zu stellen, sich gegenseitig persönliche oder Gruppennachrichten zu schreiben, in Echtzeit miteinander zu chatten oder auch miteinander zu telefonieren (bei Bedarf mit Einsatz der Kamera).

Es ist schwierig „soziale Netzwerke“ und „Messenger“ streng voneinander abzugrenzen, da beide jeweils Elemente des anderen aufnehmen und sich so immer weiter einander annähern. Ein (derzeit noch vorhandener) Unterschied ist die Tatsache, dass bei Messengern nicht das eigene öffentliche Profil und das damit verbundene Posten auf eine ebenfalls öffentliche Pinnwand im Vordergrund steht, sondern die Möglichkeit des miteinander Chattens. Es können (s.o.) Einzel- und Gruppenchats gebildet werden, dort Bilder und Videos getauscht und GIFs  oder Emoticons versendet werden. Doch beginnt auch diese Abgrenzung mit der Einführung von sogenannten „Stories“ innerhalb einzelner Apps, wie Snapchat, immer weiter zu verschwimmen. Denn so kann man mit diesen „Stories“ die gesamte Gemeinschaft an einzelnen Veröffentlichungen für eine festgeschrieben Zeit teilhaben lassen.

Jugendliche mit Tablet

GettyImages/Sidekick

Ein kurzer Auszug aus der Geschichte der sozialen Netzwerke und Messenger

Bereits früh in der Geschichte des Internets herrschte der Trend vor, Menschen über das World Wide Web miteinander zu verbinden. Neben der Möglichkeit, Kommentare zu hinterlassen oder E-Mails zu schreiben, wurde 2003 das soziale Netzwerk MySpace gegründet. Im Mittelpunkt stand dabei der Bereich Musik, wobei Fans mit ihren Lieblingsbands in Kontakt treten konnten. Weitere soziale Netzwerke wie die deutschen Plattformen studiVZ, Lokalisten oder werkenntwen kamen in den Jahren 2005 und 2006 hinzu und verstärkten damit den Hype um die digitale Vernetzung. Mit dem 2004 von Mark Zuckerberg gegründeten Netzwerk Facebook, in dem die Nutzer nicht nur zahlreiche neuartige Gadgets und Möglichkeiten der Selbstdarstellung wiederfanden, sondern sich gleichzeitig auch weltweit mit anderen Nutzern vernetzen konnten, begannen die eher lokal angesiedelten Netzwerke einen schrittweisen Verlust an Nutzerzahlen zu verzeichnen. Facebook wiederum schaffte es bis März 2018 knapp 2,2 Milliarden Nutzer auf seiner Plattform zu vereinen und damit allen anderen Anbietern den Rang abzulaufen. Dennoch zeichnet sich seit einiger Zeit ein Wandel in der Nutzung der einst beliebtesten Online-Plattform ab, denn gerade Jugendliche verlieren schrittweise das Interesse und wandern zu Alternativen, wie Instagram, WhatsApp (beide Dienste gehören mittlerweile zu Facebook) oder Snapchat ab.

So nennen 88 Prozent der in der JIM-Studie 2017 befragten 12- bis 19-Jährigen WhatsApp als wichtigste App auf dem Smartphone, während Instagram mit 39 Prozent auf Platz zwei und Snapchat mit 34 Prozent auf Platz drei folgen. Facebook wiederum wird inzwischen seltener als Spiele-Apps (16%) genannt.

Hashtag

GettyImages/stevanovicigor

Jennifer Madelmond

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