Ein vielfältiges Unterrichtsthema

Kein Medium hat unsere Kommunikation in den vergangenen Jahren so radikal verändert wie soziale Netzwerke und Messenger. Die Auseinandersetzung mit diesen Themen beinhaltet eine Reihe von gesellschaftlichen und kulturellen Aspekten. Allein die Nutzerzahlen, die mittlerweile im mehrfachen Million- und sogar Milliarden-Bereich liegen, verdeutlichen deren Dynamik. Damit einher gehen natürlich auch Probleme, wie überall, wo viele Menschen aufeinandertreffen. Insofern eignen sich diese Themen für den Unterricht, um Fragen des Miteinanders in der Gesellschaft, aber auch Themen wie Privatsphäre, Persönlichkeitsrechte und Datenschutz im Netz zu diskutieren.

Mädchen mit Smartphones

GettyImages/golero

Allgemeiner Überblick über soziale Netzwerke und Messenger

Ein kurzer und allgemeiner Überblick über die Spannbreite der sozialen Netzwerke und Messenger bietet u.a. das dreiminütige Video „Und es hat Klick gemacht: Soziale Netzwerke“ an. Dieser Film kann als Basis für eine Klassenumfrage dienen, wobei die Schülerinnen und Schüler die verschiedenen Netzwerke ermitteln, in denen sie tätig sind, verbunden mit ihrer ungefähren Nutzungsdauer. Gleichzeitig kann mit der Zusammenstellung der einzelnen Anbieter auch die gemeinsame Entwicklung einer Definition für die Begriffe „Soziale Netzwerke“ und „Messenger“ erfolgen. Was ist überhaupt ein soziales Netzwerk? Was ist ein Messenger? Wo liegen die Unterschiede und was ist so faszinierend daran?

Diskussion und Vertiefung der Risiken in sozialen Netzwerken und Messengern

In der SESAM-Mediathek gibt es zahlreiche Medien, die Lehrkräfte bei der Umsetzung einer Unterrichtsreihe zur Problemen und Risiken in sozialen Netzwerken und Messengern unterstützen können: So beispielsweise die DVD „Soziale Netzwerke“, bei der eine Reporterin mithilfe eines Fake-Profils Daten von anderen Nutzern sammelt und damit verbundene Auswirkungen aufzeigt („Soziale Netzwerke“: Produktionsjahr 2014). Ein weiteres Beispiel ist die Reportage „Dennis Digital: Eure Fragen zum Internet – Die Datensammler“, die ebenfalls im Jahr 2014 erschienen ist und sich mit der „Daten-Sammelwut“ verschiedener Anbieter im Internet auseinandersetzt. Diese beiden Filme zeigen nur Ausschnitte aus der Vielzahl an Risiken, die in einem sozialen Netzwerk und auch in Messengern zu berücksichtigen sind. Welche weiteren Problematiken gibt es noch? Wie kann man sich vor solchen Problemen schützen? In Kleingruppen können die einzelnen Themen detaillierter aufbereitet und der Klasse schließlich vorgestellt werden. Eine alternative Möglichkeit bietet die Erstellung eines Klassen-Weblogs (Blog), der gemeinsam mit kurzen Artikeln und Bildern gefüllt wird. Auf diese Weise können sich die Schülerinnen und Schüler aktiv und kreativ betätigen und gleichzeitig neue Kenntnisse im Bereich Datenschutz, Privatsphäre und – gerade wenn es um die Einstellung von Bildern auf einem Blog geht – Urheberrecht erwerben. Ein konkretes Beispiel zu einem solchen Unterrichtsmodul finden Sie auf SESAM (Unterrichtsmodul: „Blogging zum Thema Datenschutz“).

Auch die Themenbereiche Hass, (Cyber-)Mobbing und Fake News sind ein regelmäßig wiederkehrendes Phänomen in sozialen Netzwerken und Messengern, das entsprechend näher untersucht werden sollte. Hierzu bietet sich beispielsweise der Film „So geht Medien: Wie sich Lügen im Netz verbreiten“ (Produktionsjahr: 2017) an. Vertieft werden kann die Thematik mit der Unterrichtsidee „Fake News“ oder dem Unterrichtsmodul „Hate speech – Fake oder Fakt?“. Um sich auf kreative Weise intensiver mit den Themen auseinanderzusetzen, haben die Schülerinnen und Schüler auch die Möglichkeit, ein Online-Quiz zu entwickeln, das mithilfe der Bausteine der Plattform LearningApps erstellt und per Link oder QR-Code veröffentlicht werden kann. Auf diese Weise lässt man nicht nur die Klasse selbst an dem neu erworbenen Wissen teilhaben, sondern die Schülerinnen und Schüler können das Quiz auch mit anderen teilen und wertvolle Informationen an andere weitergeben. Eine Alternative ist, die Schülerinnen und Schüler auf „Fake News“-Suche gehen zu lassen, denn sicherlich sind sie bereits das ein oder andere Mal auf eine Falschnachricht gestoßen oder haben zumindest deren Wahrheitsgehalt in Frage gestellt. Darauf aufbauend werden schließlich gemeinsam die Merkmale von Fake News erarbeitet. Woran erkennt man, dass es sich um eine Falschnachricht handelt? Wo findet man genauere Informationen dazu? Was ist ein Hoax und was meint Phishing? Wie hilft die Rückwärts Bildersuche? All das sind Fragen, die in den Unterricht einfließen können.

Auch für den Bereich „(Cyber-) Mobbing“ gibt es hilfreiche Materialien in der SESAM-Mediathek. So beispielsweise der Film von Planet Schule „Mobbing“ aus dem Jahr 2017 oder das passende Unterrichtsmodul „Cybermobbing – erkennen und handeln“ aus dem Jahr 2014. Um die Schülerinnen und Schüler weiter für die Thematik zu sensibilisieren, ist es wichtig konkrete Fallbeispiele zu diskutieren, deren Merkmale zu untersuchen und gemeinsam zu überlegen, wie man gegen das Mobbing im jeweiligen Beispiel vorgehen kann. Drei Fälle werden beispielsweise auf der Seite von Jugend & Bildung angeboten (Arbeitsblatt: „Fallbeispiele“). Abschließend sollten auch in der Klasse gemeinsame Regeln vereinbart werden, um Mobbing keine Chance zu geben und stattdessen ein respektvolles Miteinander zu gewährleisten.

Soziale Netzwerke und Messenger in der Grundschule

Schon in der Grundschule kann man als Lehrkraft damit beginnen, Kinder für allgemeine Begrifflichkeiten sowie die Chancen und Risiken innerhalb sozialer Netzwerke und Messenger zu sensibilisieren. Auch wenn einige Schülerinnen und Schüler bislang noch keine Erfahrungen mit WhatsApp, Facebook und Co gesammelt haben: Die Regeln eines harmonischen Miteinanders gelten auch außerhalb des World Wide Web und können entsprechend genauso auf reale Situationen aus dem Alltag der Kinder übertragen werden. Sehr anschauliches und gut aufbereitetes Material für den Unterricht bietet die Website des Internet-ABC an. Unter dem Reiter „Lernen und Schule“ findet man bei den Lernmodulen zum Beispiel konkrete Bausteine zu sozialen Netzwerken, ebenso wie zu Cybermobbing, Datenschutz und Urheberrecht, die von den Kindern spielerisch erarbeitet werden. Übrigens können die einzelnen Lernmodule von den Lehrkräften inhaltlich angepasst werden. Wie das funktioniert, zeigt das Internet-ABC im Bereich für Lehrkräfte.

Jennifer Madelmond

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