Ganz allgemein gesprochen ist das Spielen ein universelles Phänomen, das seit jeher zur Menschheit gehört („homo ludens“) und es kann als kulturbildender Faktor angesehen werden. Damit sei das Spiel an sich keinesfalls eine Ablenkung von den „wichtigen“ Dingen des Lebens, sondern wir kehren vielmehr zur Natur zurück, indem wir (freiwillig) spielen.
Prinzipiell ist es so, dass Spiele den Spieler/-innen die Möglichkeit geben, zu experimentieren, ohne Konsequenzen in der Realität befürchten zu müssen. Dadurch spielen sie oft kreativer und verlassen ihre vertrauten Denkweisen, um ein Problem zu lösen und im Spiel weiter zu kommen. Das heißt, dass man selbständig denken muss und zugleich

Handlungsfreiheit besitzt. Je nach Art des Spiels lassen sich im Spiel gelernte Dinge auch in die Realität übertragen.
Vom positiven Einfluss von Spielen auf das Individuum und die Gesellschaft weist unter anderem Jane McGonnagal hin.

Motivation und Lernen

Gemäß der Selbstbestimmungstheorie ist Motivation eines der wichtigsten Dinge für Menschen, sowohl im Bezug auf sich selbst als auch auf andere. Auch Lehrkräfte bemühen sich, ihre Schülerinnen und Schüler zum Lernen zu motivieren. Die drei ausschlaggebenden Faktoren im Bereich der Motivation sind Kompetenzen und das Gefühl des persönlichen Wachstums, Autonomie bzw. Handlungsfreiheit und eine Beziehung zu anderen Menschen. Diese drei Bedürfnisse können alle von guten Spielen gestillt werden.
Laut dem Glücksforscher Mihaly Csikszentmihalyi beruht die Motivation, mit der man eine Aufgabe erledigt, außerdem auf dem sogenannten „Flow“-Erlebnis. Dieses kann nur entstehen, wenn man sich konstant zwischen Unterforderung („Bore-out“) und Überforderung („Burn-out“) befindet, wobei der „Bore-out“ schlimmer sei als der „Burn-out“.

Befindet man sich im „Flow“, vergisst man also Raum und Zeit, weil die Beschäftigung mit einem bestimmten Thema die Kapazität des Gehirns vollkommen ausreizt und alles andere nebensächlich werden lässt. Genau dann wird die Bildung von Botenstoffen stimuliert, die nötig sind, um Informationen zu transportieren, also um zu lernen. In diesem Zustand des „Flows“ ist der Prozess des Lernens wichtig und nicht dessen Ergebnis (z.B. eine gute Note). Erfolgreiches Lernen entsteht dann, wenn man gefordert wird, scheitert und das Problem, an dem man zuerst einmal gescheitert ist, lösen möchte. Somit ist Bildung nur mit Spaß erreichbar, der wiederum auf dem Meistern einer Herausforderung beruht.

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