Die Wahl der passenden Einstellung

Im Allgemeinen werden sechs verschiedene Einstellungsgrößen unterschieden: Total, Halbtotal, Halbnah, Nah, Groß, Detail. Die Angabe der Einstellungsgröße dient der Verständigung zwischen den an den Dreharbeiten beteiligten Personen und zur Beschreibung, wie nah oder distanziert die Kamera das Geschehen verfolgen soll. Die Wahl der Einstellung hängt ab vom Aussagewunsch des Filmemachers: Was ist für ihn wichtig, was nicht, soll Nähe oder Distanz aufgebaut werden.

Kameradisplay

GettyImages/michal-rojek

Totale

Die Totale zeigt einen Überblick über die gesamte Szenerie, z.B. eine Stadtansicht oder einen Gerichtssaal. Sie dient der geografischen und emotionalen Orientierung des Zuschauers und wird daher gerne als Anfangseinstellung einer Sequenz genommen. Auf dem relativ kleinen Fernsehbildschirm erzielen Totalen allerdings keine so beeindruckende Wirkung wie auf der Kinoleinwand und sollten deshalb selten eingesetzt werden.

Halbtotale

Die Halbtotale ist als Orientierung z.B. für das Fernsehformat besser geeignet als die Totale. Sie zeigt einen größeren Ausschnitt aus der gesamten Szenerie, z.B. einen Straßenzug mit Menschen oder wie hier einen Bahnhof. Wenn Personen eine Rolle spielen, sind sie von Kopf bis Fuß in ihrer Umgebung zu erkennen, und der Zuschauer kann ihre Handlungen verfolgen.

Halbnahe

Die Halbnahe zeigt einen Menschen oder eine Personengruppe etwa von den Knien an aufwärts. Man nennt die Halbnahe auch „Amerikanische“ Einstellung, da sie in Western häufig eingesetzt wird. Der Held wird abgebildet vom Revolver bis zum Hut, die Umgebung ist noch zu erkennen, wird jedoch gerne in die Unschärfe gelegt, um die handelnden Figuren zu betonen.

Nah

Eine Person/Personengruppe wird etwa von der Mitte des Oberkörpers bis zum Kopf abgebildet. Nahaufnahmen wollen den Zuschauer auf eine bestimmte Stelle lenken, wollen seine Aufmerksamkeit. Dies ist eine beliebte Einstellungsgröße für Statements von TV-Reportern.

Groß

Die Großaufnahme zeigt einen Kopf formatfüllend auf dem Bildschirm. Die emotionale Wirkung einer Großaufnahme ist hoch, da der kleine Fernsehbildschirm für diese Einstellungsgröße besonders geeignet ist. Die Kamera verdichtet auf Einzelheiten, die man sonst kaum wahrnehmen würde.

Detail

Die Detailaufnahme zeigt Teile des Gesichts, Augen oder Mund etwa, was zu einer besonders intensiven Bildwirkung führt. Mit einer Detailaufnahme lassen sich aber auch technische Einzelheiten einer Maschine oder eines Vorgangs darstellen, den das menschliche Auge so normalerweise nicht wahrnehmen kann.

Robert Lambrecht und Berti Schwarz

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