Vorbereitung ist das A und O

Eine schlechte Aufnahme ist durch noch so gute Nachbearbeitung nicht wirklich zu retten. Deshalb lohnt es sich, eine Aufnahme gründlich vorzubereiten. In der Folge finden Sie einige Tipps und Tricks, die je nach Situation hilfreich sein können. 

Bei der Wahl des Aufnahmeortes

  • Hallende Räume verschlechtern (falls sie für eine bestimmte Szene in einem Beitrag nicht bewusst gewählt wurden) das Aufnahmeergebnis. Wenn Sie Aufnahmen in einem Klassenzimmer oder einem großen Raum im Jugendhaus machen möchten, halten Sie nach Räumen mit Vorhängen und/oder Teppichboden Ausschau. Teppich(böden) und Vorhänge sorgen für eine bessere Akustik als ein Linoleumboden und kahle Wände. Auch eine Bücherwand sorgt für einen weniger verhallten Klang.  
  • Achten Sie auf störende Nebengeräusche und versuchen Sie diese zu minimieren: Wird beispielsweise im Hintergrund gehämmert, gebohrt oder ist das Fenster offen und das Haus liegt an einer stark befahrenen Straße, sind diese Geräusche, wenn man sie nicht beseitigt, nachher in den Aufnahmen zu hören.

Vor der Aufnahme

  • Machen Sie sich in Ruhe mit der Technik vertraut.  
  • Achten Sie darauf, dass das Mikrofon/Aufnahmegerät über einen sogenannten Pop-Schutz (siehe Technische Ausstattung) verfügt. Das ist eine Ummantelung vorne am Mikrofon aus Kunststoff, um Zisch- oder Popp-Laute (p, t, k, sch) oder Windgeräusche abzumildern.  
  • Machen Sie eine Probeaufnahme. Alle Teile (z.B. Mikrofon, Kabel, Aufnahmegerät, Pop-Schutz) werden dafür zusammengestöpselt, die Aufnahme gestartet, der Pegel eingestellt, der Abstand vom Mikro zur Klangquelle ausprobiert. Hören Sie sich das Ergebnis an. Wie klingt der Raum? Wie klingen die Stimmen? Ist die Aufnahme zu leise, zu laut, verzerrt oder alles in Ordnung?
  • Haben Sie Ersatzbatterien für das Aufnahmegerät? Nichts ist ärgerlicher, als wenn die Aufnahme misslingt, weil entsprechendes Zubehör fehlte.
  • Machen Sie vor der Aufnahme einige Aufwärmübungen. Es hilft den Sprechern während der Aufnahme den Mund weiter zu öffnen und entsprechend deutlicher zu sprechen.  

Während der Aufnahme

  • Gehen Sie immer mit dem Mikrofon so nah wie möglich an die Klangquelle heran. Bei Sprachaufnahmen gilt: eine Faustbreite Abstand vom Mund der sprechenden Person.
  • Geben Sie niemals das Mikrofon aus der Hand. Manche Interviewpartner versuchen, der interviewenden Person das Mikrofon aus der Hand zu nehmen.  
  • Machen Sie die „Reporterschlaufe“: Bei der Aufnahme mit externem Mikrofon wird dafür einmal das Kabel um die Hand geschlungen. Damit wird das Kabel besser fixiert und es entstehen keine störenden Nebengeräusche durch eventuelle Mikrofon-Bewegungen.

Während der Aufnahme von Interviews

  • Stimmt die Gesprächsatmosphäre? Nehmen Sie sich ausreichend Zeit, auch wenn Ihr Interviewpartner nicht viel Zeit zur Verfügung stellen kann.  
  • Hauptperson beim Interview ist die befragte Person, das Interview dient nicht der Selbstdarstellung der Reporter.  
  • Nehmen Sie die zu interviewende Person ernst.
  • Stellen Sie immer nur eine Frage, nicht mehrere gleichzeitig.  
  • Sogenannte „offene“ Fragen sind besser als „geschlossene“ Fragen. Offen sind solche Fragen, die die zu interviewende Person nicht nur mit „Ja“ oder „Nein“ beantworten kann, sondern sie zu genaueren Ausführungen einladen (Warum kam es dazu? Was halten Sie davon?...)
  • Haben Sie keine Angst vor Pausen! Die zu interviewende Person sollte Zeit zum Nachdenken haben.

Viele Medienzentren bieten übrigens Leihgeräte für die aktive Audioarbeit. Das SMZ Stuttgart bietet ein eigenes und voll ausgestattetes Tonstudio.

GettyImages/andresr

Jennifer Madelmond

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