Die wichtigsten Effekte

Auf dieser Seite finden Sie einen Überblick über die Funktionsweise der drei mitunter wichtigsten Effekte im Bereich der Audioarbeit.

Schallwellen

GettyImages/iunewind

Hall

Der gebräuchlichste Effekt (englisch: FX) ist der aber der Hall (Reverb). Eine Stimme oder ein Instrument wird in einen künstlichen Hallraum versetzt (verhallt). Am Computer (klingt allerdings manchmal blechern) oder mit professionellen Hallgeräten können unterschiedliche Räume generiert werden: kleines Zimmer, Badezimmer, Kirche, Halle, offenes Gelände, hohe Mauern, etc. Je nachdem wie stark das verhallte Signal dem ursprünglichem Signal zugemischt wird, umso präsenter ist der Effekt. Damit kann zum Beispiel ein Gespräch, das in einem Klassenzimmer aufgenommen wurde, in eine Konzerthalle gestellt werden.

Echo

Dem Hall nahe verwandt ist das Echo (Delay). Durchläuft ein Signal einen Delay-Effekt, so wiederholt er sich je nach eingestellter Geschwindigkeit und Wiederholungsrate periodisch.

Das Echo in den Bergen ist ein starkes langsames Echo mit einem weiten aber nicht zu lauten Hall. Natürlich anzuhörende Effekte sind hier immer eine Mischung aus Reverb und Delay. Ist das Delay also die Wiederholungsrate eines Signals sehr schnell (< 50 ms), dann spricht man von einem Chorus. Die bearbeitete Stimme scheint leicht verdoppelt zu sein. Am Computer lässt sich so aus einer Stimme ein mehrstimmiges Produkt generieren.

Ist das Delay noch schneller (< 30 ms), dann handelt sich um einen Flanger- oder auch Phaser-Effekt. Hier macht der Ton einen leicht schwebenden Eindruck, er klingt insgesamt fülliger.

Darüber hinaus lassen sich mit dem Computer oder einem Effektgerät Töne von hinten nach vorne abspielen (Reverse), können wie aus einem Telefon klingen (Equilizing) oder in einer veränderten Tonhöhe (Pitch Shifting) wiedergegeben werden und vieles andere mehr.

Equalizer

Die Arbeit mit einem Equalizer erfordert umfangreiches tontechnisches Wissen. Dem Laien bleibt daher nichts anderes übrig, als sich umfassend einzuarbeiten, wenn er einen Equalizer einsetzen möchte. Mit dem Equalizer ist die Veränderung oder Entzerrung des Klanges einer Stimme oder einer sonstigen Audioquelle möglich.

Zunächst sollte bei der Beschallung einer Sporthalle, also bei einer größeren Veranstaltung wie Schulfeste oder Disco der Grundsound eingestellt werden. Zunächst wird ein akustisch gut bekannter Musiktitel abgespielt.

Eine PA sollte vor dem Soundcheck auf den Raum, das heißt die Sporthalle, das Klassenzimmer, das Schulfoyer etc. abgestimmt werden. Eine rechteckige Architektur mit glatten Wänden, die Größe des Raumes verstärken verschiedene Frequenzen und verzerren das Klangbild mitunter unangenehm. Ein bekanntes Signal (Sinuston oder akustisch sehr bekannte Musik) wird über die PA-Boxen gehört und mit Erfahrung oder einem Frequenzmessgerät analysiert.

Mit einem graphischen Equalizer, der zwischen Stereoausgang des Mischpults und den Verstärkern der PA-Boxen geschaltet wird, können bestimmte feste Frequenzbereiche abgeschwächt oder verstärkt werden. Je mehr einzelne Bänder, sprich feste Frequenzbereiche zur Verfügung stehen, desto genauer ist die Einflussnahme auf den Klang.

Der Equalizer wird so lange eingepegelt, bis die Musik in den entsprechenden Frequenzen ausgewogen klingt. Es soll keine Überbetonung bestimmter tiefer, mittlerer oder hoher Frequenzen stattfinden. Ähnliches wird auch bei gewöhnlichen Hi-Fi-Verstärkern gemacht. Da stehen in der Regel lediglich drei Bearbeitungsfrequenzen zur Verfügung.

Nun werden die einzelnen Stimmen oder Instrumente bearbeitet. Jedem Kanal auf dem Mischpult ist ein Mikrofon oder DI-Box zugeordnet, dies regelt der Belegungsplan (Leadsheet).

Innerhalb des Kanalzuges befindet sich der parametrische Equalizer. Mit diesem lassen sich einzelne Tonquellen regeln. Im Leadsheet sind die wichtigsten Frequenzen verschiedener Stimmen und Instrumente beschrieben.

In der Entzerrung wird zuerst ein technischer EQ mit Hilfe eines parametrischen Equalizers gemacht. Dies bedeutet, dass Störgeräusche unangenehmer Frequenzen abgeschwächt werden. Dann werden die Charakteristiken des Klangs und die frequenzmäßige Verteilung des Signals geregelt. Wichtig ist, dass jedem Instrument und jeder einzelnen Stimme bestimmte Frequenzbereiche zugewiesen werden damit der Gesamtsound nicht verwaschen also transparent klingt.

Andreas Konitzer

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