Erste Schritte in Richtung Audioproduktion

Musik kann man mittlerweile schon mit jedem Handy aufnehmen. Auch in jedem Laptop ist ein Mikrofon eingebaut. Die Aufnahmen sind schnell gemacht, aber ein großes Problem bleibt: Man traut sich nicht, sie jemandem vorzuspielen. Die Qualität der Aufnahmen, reicht maximal als tonales Notizbuch, zum Festhalten von Ideen.

Trotzdem war es noch nie so einfach und günstig wie heute, professionelle Tonaufnahmen zu erstellen. Investiert man etwas Zeit für die Planung und den Einkauf der richtigen Komponenten, so lässt sich auch mit wenig Geld ein professionelles Studio aufbauen. Was sich jeder wünscht, mit einem Multimedia-PC vom Discounter eine präsentable CD zu erzeugen, ist noch etwas unrealistisch. Als Erstanschaffung reicht aber ein neuer PC/Laptop völlig aus. Man muss einzelne Komponenten ergänzen und gekonnt die richtige Software einsetzen, schon ist man einer professionellen Produktion einen großen Schritt näher.

Im Folgenden finden Sie einige Tipps zur Optimierung der Ausstattung.

Tonstudio

GettyImages/junce

Bessere Abhörmöglichkeiten

Zwar kann man jeden PC/Laptop an eine Stereoanlage anschließen oder die herkömmlichen PC-Lautsprecher verwenden. Doch hat dieses Verfahren einen schweren Denkfehler. Wenn man eine Audio-Produktion mischt und klanglich bearbeitet, so sollte das Resultat auf allen Ausgabegeräten (Autoradio, Mp3-Player, etc.) gleich gut klingen. Dazu benötigt man möglichst neutrale Boxen. Die obengenannten PC-Speaker sind aber alles andere als neutral. Für Homerecording geeignete Boxen erhält man aber schon für 170 EUR das Paar beim Fachhandel. Mehr zu Kopfhörern & Boxen finden Sie hier.

Professionelles Mikrofon

Das im Rechner eingebaute Mikrofon ist meistens eher bescheidener Qualität und reicht gerade mal für Videotelefonate. Auch nicht jedes günstige Karaoke-Mikrofon ist für Gesangs- oder Sprachaufnahmen geeignet. Ab 100 EUR gibt es aber schon empfehlenswerte Alternativen. Ohrenspitzen und Probehören ist gefragt, einen guten Einblick bieten Mikrofonvergleiche.

Audio-Interface

Wer nur Sample-basiert arbeitet und nur virtuelle Instrumente einsetzt, wie bei House- oder Hip-Hop-Stücken oder einfach nur Videos nachbearbeiten will, kann diesen Punkt unterschlagen. Will man auch Gesang, Sprache oder echte Instrumente aufnehmen, so empfiehlt sich die Anschaffung eines Interfaces. Damit kann jedes Gerät gemeint sein, welches analoge Audio-Signale in digitale um-„wandeln“ kann. Jede voreingebaute PC-Soundkarte verfügt über so einen „Wandler“. Nur ist deren Qualität meist bescheiden und taugt selten für die Aufnahme von mehr als einer Spur. Will man immer nur eine Sprach- bzw. Gesangsspur aufnehmen, so könnte bereits ein USB-Mikro ausreichen. Das verfügt nämlich über einen Wandler und ist gar nicht teuer. Will aber mehr als eine Spur gleichzeitig aufnehmen, dann kommt man über ein externes Audio-Interface nicht herum. Daran kann man mehr als ein Mikro anschließen und gleichzeitig mehr als eine Spur aufnehmen.

Keyboard

Bei den meisten Audiosoftware-Lösungen lassen sich die vorhandenen virtuellen Instrumente über den Einsatz von Maus und Tastatur steuern. Schnell merkt man aber, dass sich Melodien und Beats viel komfortabler mit einem Midi-Keyboard einspielen lassen. Die Keyboards lassen sich bequem per USB mit dem Rechner verbinden und benötigen meistens keinen separaten Strom-Anschluss.

PC-Ausstattung

Es muss nicht der teuerste Gamer-PC sein, aber ein paar Voraussetzungen sollte der Rechner erfüllen. Eine möglichst große Festplatte ist dringend notwendig, da Audio-Rohdaten schnell viel Platz einnehmen. Der Hauptspeicher darf nicht zu knapp bemessen sein. Audio-Programme benötigen je nach Anzahl der offenen Spuren und Effekte auch mehr Speicher, 4 GB sind aber für den Anfang ausreichend. Auf einen möglichst leisen Lüfter sollte zudem geachtet werden. Wer will schon während der Gesangsaufnahme von einem nervenden Summen gestört werden? Der Monitor darf auch etwas breiter sein, bei Audio-Programmen werden oft viele Fenster geöffnet. Die Spuren-Ansicht, der Mixer, die Zeitleiste und noch ein Effekt eingeblendet, und schon ist man froh, wenn man etwas mehr Platz hat. Viele Ton-Studios arbeiten oft mit mehr als einem Monitor.

Audio-Software

Von Haus aus bekommt man bei jeder Windows-Version einen Audio-Rekorder mit dazu. Mehr als eine Spur kann man damit aber leider nicht aufnehmen. Etwas glücklicher sind die Käufer eines MacBooks, bei dem schon das sehr taugliche „GarageBand“ vorinstalliert ist. Hiermit kann man bis zu 8 Spuren aufnehmen. Nichtsdestotrotz erhält man auch für wenig Geld die Einsteiger-Versionen aller gängiger Audio-Programme wie Cubase, Logic, Fruity Loops oder Ableton. Es existieren auch mittlerweile gute Freeware-Programme wie Audacity, LMMS oder Kristal.

Christian Reinhold

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