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Schulische Medienbildung

In der Erklärung der Kultusministerkonferenz bezüglich der Medienbildung in der Schule heißt es: „Die Entwicklung von umfassender Medienkompetenz durch Medienbildung ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die nur im Zusammenwirken von Schule und Elternhaus sowie den Verantwortlichen in Politik, Wirtschaft und Kultur bewältigt werden kann.“ Die Erklärung soll dazu beitragen, „Medienbildung als Pflichtaufgabe schulischer Bildung nachhaltig zu verankern sowie den Schulen und Lehrkräften Orientierung für die Medienbildung in Erziehung und Unterricht zu geben.“

Schulische Medienbildung wird in dieser Erklärung so definiert:

„Schulische Medienbildung versteht sich als dauerhafter, pädagogisch strukturierter und begleiteter Prozess der konstruktiven und kritischen Auseinandersetzung mit der Medienwelt. Sie zielt auf den Erwerb und die fortlaufende Erweiterung von Medienkompetenz; also jener Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten, die ein sachgerechtes, selbstbestimmtes, kreatives und sozial verantwortliches Handeln in der medial geprägten Lebenswelt ermöglichen. Sie umfasst auch die Fähigkeit, sich verantwortungsvoll in der virtuellen Welt zu bewegen, die Wechselwirkung zwischen virtueller und materieller Welt zu begreifen und neben den Chancen auch die Risiken und Gefahren von digitalen Prozessen zu erkennen.“

Eine solche Herangehensweise trifft bei Schülerinnen und Schüler auf offene Ohren. Bei einer Online-Befragung, die die Initiative Keine Bildung ohne Medien im Jahr 2010 gemeinsam mit SchülerVZ durchführte, wünschten sich von über 6.000 Jugendlichen und jungen Erwachsenen 90 Prozent der Zwölf- bis 19-jährigen, dass Medien im Unterricht eine größere Rolle spielen. Sichtbar wird in dieser Studie auch der Bedarf dieser Altersgruppe nach Orientierung und Reflexion. Wie geht man gut mit Medien um? Welche Risiken und Gefahren gibt es, zum Beispiel beim Umgang mit privaten Daten oder bezüglich Cybermobbing? Von ihren Lehrerinnen und Lehrern erwarten die Jugendlichen dabei Handlungsempfehlungen und konkrete Unterstützung.

Immer mehr Lehrkräfte kommen diesen Anforderungen nach und integrieren digitale Medien in ihren Unterricht. Bereits 2011 standen 85 Prozent der Lehrerinnen und Lehrer den digitalen Medien positiv gegenüber, und neun von zehn Lehrkräften verfügten privat über Breitbandinternet. Mehr als 75 Prozent nutzen den Computer mindestens einmal pro Woche zur Unterrichtsvorbereitung.

Allerdings stand der Beamer auf der Liste der eingesetzten elektronischen Medien immer noch ganz oben, gefolgt vom guten alten Overhead-Projektor; dann erst folgten der stationäre PC oder mobile Computer. Entsprechend beurteilte fast die Hälfte der Lehrer (48 Prozent) die technischen Voraussetzungen an ihrer Schule als mittelmäßig, 25 Prozent beurteilten diese Voraussetzungen als schlecht bis sehr schlecht.

Dass sich hier ein deutlicher Wandel in den Schulen abzeichnet, bestätigt auch die Allensbach-Studie der Telekom-Stiftung „Digitale Medien im Unterricht – Möglichkeiten und Grenzen. Die Sicht von Lehrkräften und Schüler/-innen.“ aus dem Jahr 2013:

88 % aller Lehrer geben darin an, Medien mehr oder weniger häufig im Unterricht einzusetzen. Allerdings bleiben die Einsatzmöglichkeiten der Medien für das Lehren und Lernen noch begrenzt: Weit überwiegend wird moderne Hard- und Software genutzt, um Filme oder Präsentationen im Unterricht zu zeigen.

68 % der befragten Lehrer schätzen laut dieser Studie die eigene Computer- und Internetkompetenz als gut bis sehr gut ein. Bei der Frage, welche Bedeutung die digitalen Medien im Unterricht haben sollten, zeigten sich die Lehrkräfte gespalten: 35 Prozent der Grundschullehrkräfte und 46 Prozent der Lehrkräfte an den Haupt- und Realschulen plädieren für eine wichtige Rolle der digitalen Medien, lediglich 10 Prozent bzw. 37 Prozent sehen das aber an ihrer Schule realisiert. Genau umgekehrt wird die Situation an den Gymnasien wahrgenommen: Hier übersteigt die tatsächliche (55 Prozent) die gewünschte Bedeutung (44 Prozent).

So geben auch nur 23 Prozent der befragten Schüler an, den Umgang mit Medien von Lehrkräften gelernt zu haben; 64 Prozent haben sich den Umgang selbst angeeignet, von Freunden (45 Prozent) oder den Eltern gelernt (36 Prozent), wobei Mehrfachnennungen erlaubt waren.

Übereinstimmend mit diesen Befunden benannte die Kultusministerkonferenz in ihrer Erklärung „Medienbildung in der Schule“ bereits 2012 mehrere wichtige Handlungsfelder, unter anderem:

  • Die stärkere Verankerung der Medienbildung als „Lernen mit Medien und Lernen über Medien“ in den Lehr- und Bildungsplänen der Länder.
  • Die „ausreichende und verbindliche“ Verankerung der Medienbildung sowohl in „den Bildungswissenschaften als auch in der fachbezogenen Lehrerausbildung der ersten und zweiten Phase in den Prüfungsordnungen“.
  • Medienbildungs- und Medienentwicklungsplanung in den Schulen als Teil der Schulentwicklung.
  • Eine „anforderungsgerechte“ Ausstattung der Schulen, die zum Beispiel nicht nur Computerräume vorsieht, sondern auch einen technischen Support der Schulen.
  • „Sowohl Bildungsmedien, die nur für Unterrichtszwecke hergestellt werden, als auch andere bildungsrelevante Medienangebote, insbesondere Angebote der öffentlich-rechtlichen Rundfunk- und Fernsehanstalten, sollten für die Nutzung in Schulen erschlossen, dokumentiert und online verfügbar gemacht werden.“

Zum Thema Medienbildung in der Schule hat MediaCulture-Online einen eigenen Informationsschwerpunkt für die Zielgruppe der Lehrkräfte geschaffen.

Mädchen lernt draußen

GettyImages/demaerre

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Keine Bildung ohne Medien

Die Initiative Keine Bildung ohne Medien! wurde 2009 von zentralen medienpädagogischen Einrichtungen in Deutschland in Leben gerufen; sie strebt eine breitenwirksame, systematische und nachhaltige Verankerung von Medienpädagogik in allen Bildungsbereichen der Gesellschaft an. MediaCulture-Online hat mit Prof. Dr. Horst Niesyto ein Interview zum Thema durchgeführt.

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Quellen

Ingrid Bounin

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