Verankerung des Jugendmedienschutzes

Ein schuleigenes Jugendmedienschutzcurriculum schlägt relevante Themen und Medien für den Unterricht vor, die nach Klassenstufen und Fächern strukturiert behandelt werden können. Zusätzliche außerunterrichtliche Aktivitäten wie Workshops, Medienkompetenztage oder Elternabende helfen, den Jugendmedienschutz dauerhaft zu etablieren.  

Beispiele für eine Verankerung des Jugendmedienschutzes im Schulkontext:  

  • Fächerintegrative Behandlung von Themen des Jugendmedienschutzes
  • Klassenlehrerstunde anteilig für den Jugendmedienschutz
  • Fächerübergreifende Einheiten zu einem ausgewählten Jugendmedienschutzthema  
  • Medienerziehungstage mit Projekttagen / -wochen zum Thema Jugendmedienschutz
  • Unterstützung von Seiten der SMV / Schulsozialarbeit
  • Schüler-Workshops mit externen (LMZ-)Referenten im Rahmen von 101 Schulen
  • Ausbildung von Schüler-Medienmentoren (SMEP)
  • Schüler-Eltern-Lehrer-Informationstage

In wenigen Schritten zum schuleigenen Jugendmedienschutzcurriculum

Für die Entwicklung eines schuleigenen Jugendmedienschutzcurriculums schlagen wir fünf zentrale Schritte vor, die – nach Bedarf angepasst werden können. Sie können die Reihenfolge verändern, einzelne Schritte weglassen oder hinzufügen und so nach Ihren Wünschen modifizieren. Zahlreiche Checklisten und Kopiervorlagen für die Praxis finden Sie in unserer Handreichung zur Erstellung eines schuleigenen Jugendmedienschutzcurriculums.

Download Handreichung

Schritt 1: Impuls und Einstieg

Um erfolgreich den Jugendmedienschutz in der Schule zu verankern, muss die Entscheidung und die spätere Umsetzung von allen beteiligten Personengruppen mitgetragen werden. Idealerweise werden Schulleitung, Lehrer-, Eltern- und Schülerschaft von Anfang an in den Prozess eingebunden. Die Zustimmung der Gesamtlehrer- und Schulkonferenz ist unabdingbar, zum Beispiel kann während eines pädagogischen Tages das Vorhaben auf eine breite Basis gestellt werden. Vertreter des Schulträgers bzw. der Stadtverwaltung sind dann einzubinden, wenn die technische Schulausstattung ausgebaut werden soll.

Bildung einer Steuergruppe Jugendmedienschutz

Eine Steuergruppe ist notwendig, um den Prozess zu organisieren und zu koordinieren. Sie soll fachlich geeignet sein und das Kollegium repräsentieren. Ein hohes Maß an Interesse, Motivation und Engagement hilft die neue Aufgabe als besondere Herausforderung in Angriff zu nehmen. 

Bestandsaufnahme und -analyse  

Eine Bestandsaufnahme in Form einer genauen Analyse des IST-Zustands ist notwendig, um Ziele formulieren zu können. Die Steuergruppe sammelt die notwendigen Informationen und benennt Verantwortliche. Alle bisherigen schulischen Aktivitäten rund um den Jugendmedienschutz werden dabei in den Blick genommen. Betrachten Sie dabei auch die technische Ausstattung. Der Medienentwicklungsplan des LMZ hilft Ihnen bei der Erstellung eines technischen Konzepts weiter.

PDF: Vorlage zur Bestandsaufnahme

Schritt 2: Auswertung

Die erhobenen Daten können kommuniziert und diskutiert werden, zum Beispiel in Form eines Runden Tisches. Die Steuergruppe stellt dazu geeignete Methoden zur Verfügung, die eine Systematisierung und Reduktion der Diskussionsergebnisse gewährleisten und die Zielsetzung stets im Blick haben.

PDF: Workshop zur Datenauswertung

Schritt 3: Zielklärung und -vereinbarung

Jede Schule entscheidet individuell, welche Ziele sie in Angriff nehmen möchte und mit vorhandener Personalausstattung umsetzen kann. Veränderungsprozesse sind dann am erfolgversprechendsten, wenn möglichst schnell konkrete Maßnahmen ergriffen werden, die rasch erste Ergebnisse zeitigen. Bei der Planung und Zielformulierung soll die Evaluation mit eingeplant werden. Ziele sollten stets positiv und im Präsens formuliert sein. Das SMART-Prinzip kann bei der Zielformulierung hilfreich sein: S = spezifisch, d.h. konkret beschrieben, M = messbar, A = aktionsorientiert, ausführbar, attraktiv, R = realistisch, relevant, T = terminbezogen, transparent.

PDF: Möglicher Ablauf des Zieleworkshops

PDF: Vorlage für Tabelle mit Handlungszielen

PDF: Checkliste Zielformulierung

Schritt 4: Aktionsplanung und Durchführung

Die vereinbarten Ziele sind Grundlage und Orientierungspunkt für die konkrete Aktionsplanung. Die zentrale Fragestellung lautet: Was muss alles geleistet bzw. getan werden, um das Projektziel zu realisieren? Nachdem der Aktionsplan erstellt ist, bietet es sich zum Beispiel an, diesen in Gesamtlehrer- und Schulkonferenz vorzustellen. In der Umsetzungsphase wird der Aktionsplan durchgeführt. Es empfiehlt sich, mit einem Pilotvorhaben zu beginnen, zum Beispiel mit der Einführung des Jugendmedienschutzcurriculums in Klassenstufe 5. Eine schrittweise Umsetzung folgt über alle Klassenstufen hinweg. Die Lehrkräfte können nach und nach geschult werden und medial geeignete Räumlichkeiten werden sukzessive eingerichtet.

PDF: Workshop zur Aktionsplanung

PDF: Beispiel für einen Aktionsplan

Schritt 5: Verstetigung und Evaluation

Nach der Erprobungsphase soll der Jugendmedienschutz zu einem „normalen“ Teil der schulischen Unterrichtspraxis bzw. außerunterrichtlichen Aktivitäten werden. Die Erprobungsphase hat Modellcharakter für die Umsetzung in den weiterführenden Stufen. An diesem Punkt sollten auch Lehrkräfte, die noch nicht mit Themen des Jugendmedienschutzes in Berührung gekommen sind, qualifiziert werden. Die Steuergruppe entwickelt geeignete Formen der Qualifizierung und legt den zeitlichen Ablauf fest. Die Evaluation untersucht und bewertet den Verankerungsprozess, überprüft die Qualität der erreichten Ergebnisse und hilft, die Effektivität des erarbeiteten Konzepts und Aktionsplans zu bewerten. Ein bewährtes Evaluationsmittel sind Fragebögen. Auch das Schülerfeedback sollten Sie berücksichtigen, um erfolgreich Bilanz ziehen zu können. Eine Methode ist die Durchführung eines Gruppeninterviews mit den Schülerinnen und Schülern, in deren Klasse Themen des Jugendmedienschutzes im Rahmen des Pilotprojektes umgesetzt wurden. Die Ergebnisse der Evaluation müssen den beteiligten Personengruppen kommuniziert und in die weitere Arbeitsplanung einbezogen werden. Der Prozess beginnt anschließend von vorne.

PDF: Checkliste „Gestaltung eines Evaluationsfragebogens“

PDF: Vorlage für ein Lehrtagebuch

PDF: Leitfaden zum Gruppeninterview

PDF: Evaluationsbogen

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