Jugendmedienschutz in der Leitperspektive Medienbildung

„Ziel von Medienbildung ist es, Kinder und Jugendliche so zu stärken, dass sie den neuen Anforderungen sowie den Herausforderungen dieser Mediengesellschaft selbstbewusst und mit dafür erforderlichen Fähigkeiten begegnen können. Dazu gehören eine sinnvolle, reflektierte und verantwortungsbewusste Nutzung der Medien sowie eine überlegte Auswahl aus der Medienvielfalt in Schule und Alltag.“

Die Leitperspektive Medienbildung und damit das Lernen über und mit Medien ist seit dem Bildungsplan 2016 fester Bestandteil der schulischen Bildung in Baden-Württemberg in allen Fächern und allen Jahrgangsstufen. Der zunehmenden Digitalisierung und Durchdringung aller Lebensbereiche wie Familie, Arbeit und Freizeit durch digitale Medien wird damit Rechnung getragen. Die ständige Erreichbarkeit, der rasche Zugriff auf eine Fülle an Informationen, veränderte Kommunikationsformen über Soziale Netzwerke oder die Vormachtstellung reiner Medienunternehmen wie Facebook, Alphabet oder Amazon, führen zu weitreichenden gesellschaftlichen Veränderungen im Digitalisierungszeitalter. Bildungseinrichtungen haben neben dem Elternhaus die Aufgabe Kinder und Jugendliche auf die mannigfaltigen Chancen und Herausforderungen neuer Medien vorzubereiten. Lehrkräfte sind aufgefordert, sich mit der differenzierten Betrachtung von Medienangeboten sowie deren verantwortungsvolle Nutzung zu beschäftigen und den Schülerinnen und Schülern einen entsprechenden produktiven aber auch kritischen Umgang mit Medien zu vermitteln.

Hände mit Smartphones

GettyImages/ViewApart

Nutzen eines schuleigenen Jugendmedienschutzcurriculums

Ein schuleigenes Jugendmedienschutzcurriculum ist Grundlage und gleichzeitig Ausdruck für ein gemeinsames Verständnis des Lernens über Medien zwischen Schulleitung, Lehrerkollegium, Eltern und Schüler/-innen. Der Jugendmedienschutz (JMS) wird damit spiralcurricular und systematisch in der Schulrealität verankert, angepasst an die spezifischen Rahmenbedingungen und Erfordernisse der jeweiligen Schule.  

Nutzen eines schuleigenen Jugendmedienschutzcurriculums

  • Prävention, unter anderem von (Cyber)mobbing
  • Gutes Schulklima durch Beteiligung von Eltern und Schülern an einem pädagogischen Vorhaben
  • Beitrag zur Schulentwicklung, gesteigerter Teamgeist im Kollegium durch Arbeit an gemeinsamer Sache  
  • Neue Impulse für den Unterricht
  • Gesteigerte Profilbildung der Schule
  • Verstärkte Außenwirkung und positive öffentliche Wahrnehmung 

Mindmap „Unsere Jugendmedienschutz-Themen“

Die relevanten Themenfelder des Jugendmedienschutzes hat das Landesmedienzentrum in einer Mindmapstruktur zusammengefasst. Die Clusterung der Begriffe folgt den Hauptkompetenzbereichen der Leitperspektive Medienbildung Mediengesellschaft und -analyse, Information und Wissen, Kommunikation und Kooperation, Informationelle Selbstbestimmung und Datenschutz, Informationstechnische Grundlagen sowie Produktion und Präsentation. Bildungseinrichtungen erhalten die Mindmap als Plakat kostenlos über die Medienpädagogische Beratungsstelle entweder telefonisch montags bis donnerstags von 9 bis 16 Uhr und freitags von 9 bis 12 Uhr unter 0711 2850-777 oder per E-Mail beratungsstelle@lmz-bw.de

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Unterstützungsangebote des LMZ

Das Landesmedienzentren hat Grundlagen des JMS, neue Strömungen und rechtlichen Aspekte zu Kernthemen wie Cybermobbing, Soziale Netzwerke oder Hass im Netz und Extremismus und vieles mehr hier zusammengetragen.  

Mit den Programmen 101 Schulen, das Schüler- und das Eltern-Medienmentoren-Programm (SMEP, EMM) fördert das LMZ die Medienkompetenz von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen. Die Schulen erhalten hochwertige, kostenlose Veranstaltungen wie Workshops, Elternabende und die Ausbildung von Mentoren zu Themen des Jugendmedienschutzes.

Unterstützung durch Medienpädagogische Berater

Machen Sie sich auf dem Weg zum schuleigenen JMS Curriculum dann unterstützen Sie unsere Medienpädagogischen Berater an den Kreismedienzentren. Das flächendeckende Netz der Kreis- und Stadtmedienzentren steht Lehrkräften und Schulen für Anfragen und Beratung rund um Themen der Medienpädagogik und -didaktik zur Verfügung. Auf der interaktiven Karte finden Sie alle Ansprechpartner und Kontaktdaten in Baden-Württemberg.

Medienentwicklungsplanung und Jugendmedienschutz

Der Medienentwicklungsplan (MEP) des Landesmedienzentrums Baden-Württemberg ermöglicht eine strukturierte Vorgehensweise hin zu einem passgenauen Medienkonzept – inklusive Medienbildungskonzept, Ausstattungskonzept und Fortbildungskonzept. Die Medienbildung beinhaltet das Lernen mit Medien und über Medien, damit ist der Jugendmedienschutz ein Baustein der Medienentwicklungsplanung einer Schule. Im MEP-Online-Tool begleiten wir Sie durch den Prozess, liefern Ihnen Anregungen, Hilfestellungen und Materialien zur Erstellung Ihres schuleigenen MEP. 

Quellen

[1] Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg :

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