Stop-Motion-Trick im Sachunterricht

An der Paul-Hindemith-Grundschule in Freiburg im Breisgau wird der Sachunterricht in Klasse 3 und 4 in Form von Projektunterricht durchgeführt. Da hier das jahrgangskombinierte Lernen angewandt wird, sind an den Projekten immer Kinder der 3. und 4. Klassen gemischt beteiligt. Ein solches Projekt umfasst 16 Schulstunden, die auf vier Projekttage verteilt sind, an denen je ein Vormittag dafür verwendet wird. Die Klassen- und Fachlehrer/-innen jeder 3./4. Klassen stellen dabei ein Projekt auf die Beine, das sie dann mehrmals mit den unterschiedlichen Klassen durchführen.

Da die Paul-Hindemith-Grundschule seit 2015 Referenzschule für Medienbildung ist, finden sich natürlich auch Medienprojekte darunter. Lehrerin Verena Gerlich hat zum Märchen „Peter und der Wolf“ ein Stop-Motion-Trickfilmprojekt mit iPads durchgeführt. Zum Einsatz kamen dabei iPads, die vom Kreismedienzentrum Freiburg ausgeliehen wurden. Verwendet wurde die Trickfilm-App iStop-Motion.

„Die Idee bei dem Projekt war, das Thema Instrumentenkunde, das sich ja bestens mit ‚Peter und der Wolf‘ verknüpfen lässt, zusätzlich mit Medienbildung zu verbinden. Mit dem Trickfilm-Ansatz konnten wir dem doch etwas angestaubten ‚Peter und der Wolf‘-Märchen einen neuen Anstrich geben“, berichtet Verena Gerlich. Die Aufgabe der Kinder war es, in Gruppen jeweils eine Szene eines gemeinsamen „Peter und der Wolf“-Films zu drehen. Dabei sollten sie selbst das Bühnenbild entwerfen und das Drehbuch schreiben. Zur Gestaltung stand ein breites Spektrum an Materialien zur Verfügung: Schleich-Tiere, Playmobil-Männchen, Spielzeughäuser, Bäume, Zäune, Tonpapier, Watte und vieles mehr. Jede Gruppe erhielt ein iPad und kleine, praktische Stative aus Holz, um die iPads beim Anfertigen der Aufnahme zu fixieren.

Trickfilmprojekt „Peter und der Wolf“

Im Sachunterricht-Projekt von Verena Gerlich erstellten die Kinder einen Trickfilm zu „Peter und der Wolf“ mit dem iPad. | Jiří Hönes

Ablauf

Am ersten Tag stand zunächst die Geschichte von „Peter und der Wolf“ im Mittelpunkt, zudem gab es eine Einführung in das Thema Trickfilm. Der zweite Projekttag wurde vor allem für die Gestaltung der Bühnenbilder und für die Drehbücher verwendet. Die Kinder waren dabei recht kreativ und bauten unterschiedliche Kulissen aus verschiedenen Materialien. Am dritten Tag wurde schließlich gefilmt und am vierten waren die Tonaufnahmen an der Reihe. „Natürlich war das nur ein grober Richtwert, die Übergänge waren fließend. Eine Gruppe war schon recht schnell so weit, dass sie noch weitere Szenen nachdrehten“, so Verena Gerlich.

Für die Tonaufnahmen konnten die Kinder meist ungenutzte andere Räume verwenden, um sich nicht gegenseitig zu stören. Zum Projektabschluss gab es dann in der darauffolgenden Woche für jedes Kind ein individuelles Rückmeldungsgespräch und einen Projektbericht. Dies ist insbesondere deshalb wichtig, da die Paul-Hindemith-Grundschule an dem Schulversuch „Grundschule ohne Noten“ teilnimmt. Individuelles Feedback ist also ein wichtiger Teil der Schulkultur.

Eine Gruppe übernahm zudem das Intro, eine andere den Abspann. Dabei kamen aus Papier ausgeschnittene Buchstaben zum Einsatz, die nach und nach hinzugefügt und abfotografiert wurden. Die einzelnen Szenen wurden dann am Ende zu einem Film zusammengeschnitten, der sich sehen lassen kann. Die Kinder waren sehr motiviert bei der Sache und haben in der aktiven Auseinandersetzung vieles über die Funktionsweise des Trickfilms gelernt.

Entstanden sind im Projekt die beiden Trickfilme der „Igel“ sowie der „Mäuschen“ und „Drachen“. Neben den Trickfilmfiguren wurden fünf iPads mit der App iStopMotion für das Projekt benötigt.

Trickfilmprojekt: „Peter und der Wolf“

Mit ausgeschnittenen Buchstaben wurde der Abspann erstellt. | Jiří Hönes

Ergebnisse

Jiří Hönes

E-Mail senden

Diese Seite teilen: