Einrichtung eines WLAN–Netzes

Die Anforderungen an eine professionelle WLAN-Infrastruktur unterscheiden sich stark von den Anforderungen an ein WLAN zu Hause. Dies sollten Schulen bei der Beschaffung und der Einrichtung von Hardware berücksichtigen. Ein WLAN ist eine Erweiterung der bestehenden schulischen IT-Infrastruktur, die im Gegensatz zum Kabelnetz, einige Besonderheiten aufweist, auf die Sie achten sollten.

Die Einrichtung von WLAN ist abhängig von verschiedenen Faktoren:

  • Pädagogisches Konzept – Wie soll im Schulnetz gearbeitet werden?
  • Räumliche Bedingungen – In welchen Räumen der Schule sollen wie viele Geräte zum Einsatz kommen?
  • Quantität des Zugriffs – Sollen einzelne Geräte oder ganze Klassenverbände gleichzeitig auf das WLAN zugreifen?
  • Auf welche Infrastruktur wird das WLAN aufgesetzt? – Ist eine strukturierte Verkabelung in den Räumen, in denen WLAN zur Verfügung gestellt werden soll, vorhanden? Wie schnell ist die Anbindung an das Schulnetz?

 

Weitere Infos und Ansprechpartner:

Schulnetzberatung

Medienentwicklungsplanung

Schülerinnen und Schüler beim Lernen.

Raumsituation, Nutzungsintensität und pädagogisches Konzept bestimmen die WLAN-Nutzung in der Schule. | GettyImages/ TommL

WLAN in der Schule

Was Sie bei der Planung berücksichtigen sollten.

Im Zuge des Digitalpakts möchten viele Schulen die finanziellen Unterstützungsmöglichkeiten des Bundes nutzen, um ihre IT-Ausstattung aufzurüsten. WLAN spielt dabei häufig eine wichtige Rolle, doch worauf sollten Schulträger bei der Planung eines schulischen WLAN-Netzwerkes achten? Wie stattet man einzelne Räume oder ein ganzes Schulgebäude flächendeckend mit WLAN aus? Eine Standard-Lösung gibt es nicht, zu unterschiedlich sind die baulichen und technischen Gegebenheiten vor Ort. Hinzu kommen unterschiedliche Vorstellungen darüber, in welchem Umfang und mit welcher Nutzungsintensität das digitale Lernen stattfinden soll. Während in einer Grundschule vielleicht nur wenige Tablets zum Einsatz kommen, arbeiten an vielen Berufsschulen über tausend User gleichzeitig im WLAN-Netzwerk. Daraus ergeben sich völlig unterschiedliche Anforderungen an die Technik, die Administration und den Datenschutz. Bevor Schulträger in Drahtlosnetzwerke investieren, sollten sie daher unbedingt einen Medienentwicklungsplan erstellen. Dabei werden zum Beispiel folgende Fragen erörtert:

  • Wie viele Personen sollen das WLAN gleichzeitig nutzen können?
  • Wie viele Endgeräte sollen im WLAN-Netzwerk eingebunden werden?
  • Welche Sicherheitsvorkehrungen zum Datenschutz sind zu beachten?
  • Mit welchen Lastspitzen ist bei der WLAN Nutzung zu rechnen?
  • Gibt es bauliche Hindernisse für ein WLAN? Eignet sich die vorhandene Infrastruktur?

In folgenden Beitrag erörtern wir wichtige Aspekte wie Netzinfrastruktur, Bandbreite, pädagogisches Konzept und Sicherheit.

WLAN in der Schule

Zwei Schüler vor Tablet im Klassenzimmer

Zwei Schüler teilen sich ein Tablet. Es ist ein großer Unterschied, ob eine Klasse das WLAN nutzt oder ob mehrere Hundert Schülerinnen und Schüler gleichzeitig WLAN benötigen. | GettyImages/HRAUN

Checkliste WLAN

Ergänzend zum Artikel „WLAN in der Schule“ erhalten Sie hier eine Zusammenstellung mit den wichtigsten W-Fragen zur WLAN-Planung.

  • An was sollten Schulen denken, wenn sie in Drahtlosnetzwerke investieren möchten?
  • Welche Fragen sind für den IT-Dienstleister wichtig?
  • Auf welche Fragen sollten sich Schulen im Rahmen einer Medienentwicklungsplanung gut vorbereiten?

Der Fragenkatalog berücksichtigt technische Aspekte (wie Stromversorgung, Verkabelung und Anschlüsse), Anwendergruppen und Nutzungsszenarien, Sicherheitsvorkehrungen zur Netztrennung, mobiles Arbeiten, Lastspitzen und einiges mehr. Für die Beantwortung dieser Fragen sind zum Teil interne Entscheidungen notwendig, das heißt, Schulen sollten sich darüber im Klaren sein, welches pädagogische Konzept sie verfolgen möchten und in welchem Umfang digitale Geräte zum Einsatz kommen sollen. Wer am Ende den größten Teil der Fragen beantworten kann, verfügt über eine gute Gesprächsbasis zur Einleitung konkreter Realisierungen.
 

Checkliste WLAN: Wichtige Fragen zur Planung

Fragezeichen

Welche Fragen sind bei der WLAN-Planung besonders wichtig? Wir haben sie in einer Checkliste zusammengestellt. | GettyImages/ akinbostanci

Rechtliche Aspekte

  • Die Schule muss sich als Betreiberin absichern gegen urheberrechtlichen, jugendschutzrechtlichen und strafrechtlichen Missbrauch des Zugangs (sogenannte Störerhaftung). Die paedML des LMZ bringt bereits eine Filtersoftware mit, die mindestens den jugendschutzrechtlichen Bereich absichert.
  • Es sollten daher Nutzungsvereinbarungen abgeschlossen werden. Dafür gibt es bereits verschiedene Beispiele.
  • Die Nutzerinnen und Nutzer sollten sich im jeweiligen WLAN authentifizieren müssen. Dies ist beim Einsatz einer paedML bereits gewährleistet.

Infos zur paedML

paedML für schulische Computernetze

Produkte paedML

paedML und Datenschutz

Paragraf vor roter Wand

Rechtliche Aspekte bei der WLAN-Nutzung | GettyImages/ rclassenlayouts

Strahlenbelastung

Immer wieder flammt die Diskussion über eine Strahlenbelastung durch WLAN-Netze auf. Hierzu gibt das LMZ die Informationen des Bundesamtes für Strahlenschutz wieder: „Bei Einhaltung der empfohlenen Höchstwerte sind nach derzeitiger Kenntnis keine gesundheitlich nachteiligen Wirkungen auf Körpergewebe nachgewiesen“.

  • Die Strahlenbelastung durch WLAN ist signifikant geringer als durch Mobilfunknetze.
  • Die Höchstwerte werden in Schulen unterschritten beziehungsweise mindestens eingehalten.

Dennoch: Grundsätzlich gilt, je geringer die Strahlenbelastung, desto besser. Deshalb empfiehlt das LMZ, nicht nur die Strahlenbelastung durch Handys zu minimieren, sondern auch ein WLAN-Netz so aufzubauen, dass die Strahlenbelastung so gering als möglich ist. Dies ist schon mit einigen wenigen Maßnahmen möglich:

  • Das LMZ empfiehlt den Schulen eine strukturierte Verkabelung mit einer Datendose in jedem Klassenraum.
  • Je nach pädagogischer Erfordernis kann dann ein interner Access-Point angeschlossen werden oder eine feste Verkabelung. In jedem Fall reduziert sich die Datenintensität deutlich, wenn nicht dicke Zimmerwände überwunden werden müssen.
  • Es könnte außerdem sinnvoll sein, zeitbasierte WLAN-Netze zu verwenden, die sich außerhalb der Unterrichts- und Schulzeiten deaktivieren lassen.
WLAN-Symbol

WLAN in der Schule: Auf geringe Strahlenbealstung achten. | GettyImages/ hudiemm

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