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Die Gesellschaft hat sich in den vergangenen Jahren sehr stark verändert. Entscheidenden Anteil daran haben neue IT-Technologien, neue Medienformate und immer neue Anwendungsmöglichkeiten. Dies betrifft nicht nur persönliche Lebensgewohnheiten, sondern auch Ausbildung und Beruf. Das hat selbstverständlich auch Auswirkungen auf die Bildung und macht eine umfassende Medienbildung erforderlich. Diesen Begriff gebraucht das Landesmedienzentrum Baden-Württemberg (LMZ) als Oberbegriff für die Bereiche Lernen mit und Lernen über Medien, das heißt für die Mediendidaktik sowie die Medienerziehung.

Bei der Medienbildung spielen zahlreiche verschiedene Aspekte eine Rolle, so etwa die „Gestaltungsmöglichkeiten von Medien“ (Texte, Bilder, Hörbeiträge, Filme und Web 2.0-Anwendungen), das „Wissen über Medieneinflüsse“ (auf Emotionen, Wissen, Realitätsvorstellungen, Verhalten und Wertorientierungen) und „Kenntnisse über die Bedingungen der Medienproduktion und Medienverbreitung“ (technische und ökonomische Bedingungen, rechtliche Bedingungen sowie institutionelle und politische Bedingungen). Zur Medienbildung gehört auch informationstechnische Grundbildung, ein mindestens grundlegendes Verständnis von Algorithmen sowie eine Werteerziehung, die ein sozial verantwortliches Miteinander mit (und auch ohne) Medien und IT-Technologie möglich macht.

Um diese verschiedenen Kompetenzen im Fachunterricht vermitteln zu können, sind ganz unterschiedliche Lehr-Lern-Szenarien denkbar. Diese gilt es zu planen und die Ausstattung der (Klassen-)Räume entsprechend auszurichten, zum Beispiel mit Internetanbindung, Computerausstattung (mobile Einheiten?, Medienecken?), Beamer, Whiteboard etc. Mehr dazu unter Medienentwicklungsplanung.

Mit den neuen Bildungsplänen ab dem Schuljahr 2016/17 wird eine Leitperspektive Medienbildung eingeführt, die für alle Fächer und Klassenstufen verbindlich verankert wird.

Darüber hinaus wird in Klasse 5 ein Basiskurs Medienbildung eingeführt, der für alle Schülerinnen und Schüler eine einheitliche Grundlage an Kenntnissen und Kompetenzen schaffen soll.

Erstmals wurde mit der Leitperspektive Medienbildung auch an Grundschulen die Vermittlung von Medienkompetenz verpflichtend.

Bildungspläne 2016

Medienbildung entwickelt sich zunehmend zu einer zentralen Schlüsselqualifikation, über die junge Menschen verfügen müssen, um sich angemessen in unserer heutigen Mediengesellschaft bewegen zu können. Dieser gesellschaftlichen Entwicklung entsprechend ist Medienbildung eine Pflichtaufgabe schulischer Bildung und soll in der Schule nachhaltig verankert werden – so lautet der Beschluss der Kultusministerkonferenz vom 8. März 2012 zur Medienbildung in der Schule.

Baden-Württemberg nimmt die Bildungsplanreform 2016 zum Anlass, die Medienbildung erstmals explizit im Unterricht zu verankern. Die Leitperspektive Medienbildung wird als eine von sechs übergeordneten verbindlichen Leitperspektiven eingeführt. Medienbildung soll demnach die Kinder und Jugendlichen dazu befähigen, selbstbewusst und kompetent den Anforderungen und Herausforderungen der heutigen Mediengesellschaft zu begegnen. Die Jugendlichen sollen Medien sinnvoll, reflektiert und verantwortungsbewusst nutzen und überlegt aus der Medienvielfalt auswählen.

Ein Basiskurs Medienbildung schafft in Klasse 5 die medienbildnerischen Grundlagen, auf denen in den weiteren Schuljahren aufgebaut werden kann. Neben dem Lernen mit Medien wird auch dem Lernen über Medien ein zentraler Stellenwert eingeräumt. Das Landesmedienzentrum Baden-Württemberg (LMZ) bietet Informationsseiten zur Medienbildung in den neuen Bildungsplänen 2016 sowie umfangreiche Beratung zur Umsetzung der medienbildnerischen Inhalte an den Schulen.

Quellen

[1] Vgl. Tulodziecki, Gerhard/Herzig, Bardo/Grafe, Silke:

Medienbildung in Schule und Unterricht. Grundlagen und Beispiele. Bad Heilbrunn 2010, S. 187ff. zurück nach oben

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