Mediennutzung von Jugendlichen: Fünf überraschende Ergebnisse aus der JIM-Studie 2019

Sascha Schmidt
Zwei Mädchen sehen auf ein Smartphone

GettyImages/Antonio-Guillem

Rückgang von Smartphone-Besitz und Streaming-Diensten

Die JIM-Studie untersucht jährlich das Mediennutzungsverhalten der deutschen Jugendlichen. Wir haben fünf überraschende Ergebnisse der kürzlich veröffentlichten JIM-Studie 2019 zusammengefasst.


1.    Verbreitung von Video-Streaming-Diensten geht zurück
2019 verfügen 73 Prozent der Familien über ein Video-Streaming-Abo wie Netflix oder Amazon prime. Dabei gilt: Je älter die Jugendlichen, desto eher haben sie Zugriff auf einen Streaming-Dienst. Überraschend ist allerdings, dass die Verbreitung von Video-Streaming-Diensten im Vergleich zu 2018 (77 Prozent) zurückging.


2.    Jugendliche sind weniger online
Im Vergleich zum Vorjahr hat sich die aktive Online-Zeit der Jugendlichen um neun Minuten auf 205 Minuten pro Tag verringert. Inhaltlich nutzen 33 Prozent der Jugendlichen digitale Angebote vor allem zur Kommunikation. Dies entspricht einem Rückgang von acht Prozent im Vergleich zu 2016. Die Nutzung digitaler Spiele hingegen stieg im selben Vergleichszeitraum von 19 auf 26 Prozent an. Es ist nicht davon auszugehen, dass sich die generelle Kommunikationszeit im Netz verringert hat, zumal entsprechende Formen ohnehin nicht trennscharf zu unterscheiden sind. Die Ergebnisse zeigen hingegen, dass sich die Online-Kommunikation möglicherweise weg von Messenger-Diensten auch zunehmend in den Bereich der digitalen Spiele verlagert. Ein Beispiel ist das nach wie vor sehr beliebte Online-Spiel Fortnite.


3.    Gedruckte Bücher sind beliebter als e-Books
43 Prozent der Jugendlichen lesen täglich oder mindestens mehrmals pro Woche gedruckte Bücher in ihrer Freizeit. Lediglich 18 Prozent geben an, überhaupt nie gedruckte Bücher freiwillig zu lesen. Bei den e-Books zeigt sich ein anderes Bild: Lediglich sieben Prozent greifen regelmäßig zur digitalen Lektüre. Drei Viertel der Jugendlichen geben sogar an, niemals ein e-Book zu lesen.


4.    Radio wird vor allem im Auto gehört
Zwei von drei Jugendlichen geben an, regelmäßig Radio zu hören. Darunter nutzen 77 Prozent am häufigsten das Autoradio, beispielsweise bei gemeinsamen Fahrten mit den Eltern. Auf klassische UKW-Geräte greifen nur 43 Prozent der Jugendlichen zurück. Radio über das Smartphone konsumieren nur zwölf Prozent regelmäßig.


5.    Weniger Jugendliche besitzen ein Smartphone
Gegenüber 2018 ist der Anteil der Jugendlichen im Alter von 12 bis 13 Jahren, die ein Smartphone besitzen, um elf Prozent zurückgegangen. In dieser Altersgruppe besitzen entsprechend nur noch 84 Prozent ein eigenes Smartphone. Möglicherweise ist diese Entwicklung auf eine kritischere Betrachtung der Smartphone-Nutzung durch die Eltern zurückzuführen. Ob dies tatsächlich der Grund ist, wird sich aber erst über einen längeren Zeitraum zeigen.


Die JIM-Studie wird jährlich vom Medienpädagogischen Forschungsverbund Südwest (mpfs) durchgeführt und untersucht das Mediennutzungsverhalten deutscher Jugendlichen im Alter von 12 bis 19 Jahren. Für die JIM-Studie 2019 wurden im Frühsommer letzten Jahres 1.200 Jugendliche telefonisch befragt.

Zur vollständigen JIM-Studie 2019 (PDF)

Sascha Schmidt

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