Media Spots 2: Medienbildung an der Grundschule

Nadine Giebenhain, Referatsleiterin für Pädagogische Unterstützungssysteme am Landesmedienzentrum Baden-Württemberg. Bild: Martin Storz

Themen und Gegenstände aus dem Alltag aufgreifen, selbstständiges Arbeiten fördern: Mit diesem Konzept kann an Grundschulen mit Medien gearbeitet werden. „Ich möchte Ihnen einfache Beispiele aus der Grundschule zeigen, wie sie im alltäglichen Unterricht stattfinden“, erklärte LMZ-Referatsleiterin für Pädagogische Unterstützungssysteme Nadine Giebenhain.

 

Die folgenden Unterrichtsideen wurden an Referenzschulen mit unterschiedlicher Medienausstattung und -erfahrung für andere Lehrkräfte in Baden-Württemberg entwickelt. Dabei wird der Bildungsplan sowie die Leitperspektive Medienbildung umgesetzt. 

Tablets und Zahlen: Foto-Jagd nach Zahlen und Mengen

Bereits in der 1. und 2. Klasse kann in Mathematik mit dem Einsatz von Tablets begonnen werden. Die Schülerinnen und Schüler sollen Zahlen kennen lernen und lernen, mathematisch zu argumentieren. Dabei soll über Mengen, Maßzahlen oder Rangfolgen gesprochen werden.

 

Ein Auftrag kann lauten, Zahlen in der Umgebung zu finden und zu fotografieren – seien es Legosteine oder Stifte im Mäppchen. Dabei setzen sich die Kinder sowohl mit den Funktionen des Tablets als auch mit den zu findenden Zahlen auseinander. Im Anschluss kann mit den anderen Schüler(-inne)n über die Ergebnisse diskutiert und die verschiedenen Zahlenverständnisse verglichen werden. Zeitgleich kann besprochen werden, was überhaupt fotografiert werden darf: Darf ich einfach die fünf Leute auf dem Schulhof fotografieren oder muss ich erst fragen?

 

Im Bereich der prozessbezogenen Kompetenzen werden das Kommunizieren, Argumentieren und Darstellen vertieft, im Bereich der inhaltsbezogenen Kompetenzen der Punkt Zahlen und Operationen. In Bezug auf die Leitperspektive Medienbildung wird der Punkt Produktion und Präsentation erfüllt.

Software und räumliches Denken: Mein Schulweg

In Klasse 3 und 4 kann ebenfalls in Mathematik der Umgang mit Software geübt werden. Hier wird der jeweilige Heimweg der Schülerinnen und Schüler analysiert. Zunächst sollen die Lernenden die Länge des Schulweges einschätzen, indem sie diesen skizzieren oder beispielsweise ihre Schritte messen. Danach wird der Weg mit Hilfe der Website wegeundpunkte.de nachgemessen. Hier können sie ihren Schulweg auf einer Karte eintragen und zur Verbesserung des logischen Denkens nachvollziehen, warum sie genau diesen Weg laufen. Dabei können sie auch einen Wortspeicher für Wegbeschreibungen anlegen, indem sie ihren Weg den Mitschüler(-inne)n, die keine Karte vor sich haben, erklären. Als Transferaufgabe kann auch ein bis jetzt unbekannter Weg angelegt werden.

 

Im Bereich der prozessbezogenen Kompetenzen wird das Kommunizieren, Argumentieren und Problemlösen gefördert. Inhaltsbezogen werden die Themen Raum und Form sowie Größen und Messen behandelt. Die Leitperspektive Medienbildung wird durch die Kompetenzen Information und Wissen sowie Produktion und Präsentation umgesetzt.

Analog und digital: Orthografie üben

In den ersten beiden Jahrgangsstufen kann das Schreiben lernen digital und analog verknüpft werden. Zuerst werden Lernwortkarten mit Bildchen gebastelt, deren Wörter dann ins Heft oder am Computer geschrieben werden. Das kann auch als Partnerdiktat geschehen – analog und digital. Die Wörter können von den Schüler(-inne)n mit Hilfe von Tablets aufgenommen und abgespielt werden. Falls es schneller gehen soll, kann auch Lernsoftware wie die „Lernwerkstatt“ verwendet werden.

 

Mit Blick auf den Bildungsplan wird die prozessbezogene Kompetenz Schreiben gefördert, inhaltsbezogen werden die Kompetenzen Mit Texten und anderen Medien umgehen sowie Texte verfassen – richtig schreiben umgesetzt.  Aus der Leitperspektive wird der Punkt Produktion und Präsentation erfasst.

Text, Bild und Ton: Elfchen vertonen

Ab der 2. Klasse können die Text-, Bild- und Tonarbeit in den Fächern Deutsch und Musik verknüpft werden.

 

Nach dem Schreiben eines Elfchens wird dieses am Computer abgetippt. In die entsprechende Datei wird ein von den Schüler(-inne)n gemaltes, passendes Bild eingebunden. Zusätzlich können thematisch unterstützende Geräusche aus dem Alltag aufgenommen und hinterlegt werden.

 

Hier werden die prozessbezogenen Kompetenzen Schreiben und Lesen sowie die inhaltsbezogenen Kompetenzen Präsentieren und Texte verfassen gefördert. Die Leitperspektive Medienbildung wird durch Kommunikation und Kooperation umgesetzt.

 

Die hier vorgestellten Ideen finden Sie hier in ausführlicher Form.