Fachtag zum MEP BW: Diskussionen und fachlicher Austausch zur Medienentwicklungsplanung

„Auf der Medienentwicklungsplanung wird unser Aufgabenschwerpunkt in den kommenden Jahren liegen.“

Mit diesem Ausblick auf die Zukunft hat der Leiter des Landesmedienzentrums Baden-Württemberg (LMZ), Wolfgang Kraft, vor kurzem den Fachtag zum MEP BW in Karlsruhe eröffnet. Gemeinsam mit der kommissarischen Leiterin der Abteilung Pädagogik, Nadine Giebenhain, begrüßte Kraft die rund 120 Teilnehmer, bestehend aus Leitungen der regionalen Medienzentren, Schulnetz- und medienpädagogischen Beraterinnen und Beratern sowie weiteren Experten.

Da „Neues“ immer Veränderungen mit sich bringt, wurden die Teilnehmer zum Auftakt durch Nicola Fritze – Trainerin und Coach – mit einem aktiven Vortrag auf einen solchen Changeprozess eingestimmt.

Hans-Christoph Schaub, stellvertretender Leiter des Referats für Medienpädagogik und digitale Bildung beim Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg, stellte die Rahmenbedingungen der MEP-Beratung vor. „Die Medienentwicklungsplanung ist integraler Bestandteil der Schul- und Unterrichtsentwicklung“, eröffnete Schaub seinen Vortrag und ging auf dieser Grundlage auf die konkreten Rahmenbedingungen ein. Sie fordere einen wechselseitigen Prozess, der sowohl das Personal als auch die Technologie, die Schule als Organisation und deren Kooperationspartner betreffe. „Unser Ziel ist es, das Lernen besser zu machen und dafür den Unterricht zu verbessern“, so Schaub. 

Medienentwicklungsplanung heißt nicht, einen Einkaufszettel zu schreiben

Ein Medienentwicklungsplan ist notwendig, um Fördergelder aus dem Digitalpakt Schule beantragen zu können. Dabei sei es jedoch nicht damit getan, einen Einkaufszettel zu erstellen, so Schaub weiter. Vielmehr müssten die Bereiche Personal- und Unterrichtsentwicklung sowie die Ausstattung und die schulischen Prozesse in Balance gehalten werden. Eine vollumfängliche Prozessbegleitung durch das Beraterteam am regionalen Medienzentrum sei bei der Medienentwicklungsplanung nicht möglich, sagte Schaub. „Bevor sich eine Schule auf den Weg der Medienentwicklungsplanung macht, benötigt sie zuerst einmal Informationen.“ Diese seien aber nicht schulspezifisch erforderlich, vielmehr seien hier Informationsveranstaltungen in den Landkreisen sinnvoll, bei denen Schulen voneinander lernen und sich austauschen sowie die Medienzentren vor Ort Input liefern können.  


Die Beraterteams sollen vier konkrete Beratungspunkte bedienen: Zu Beginn bei der Ist-Analyse bzw. bei deren Auswertung, im Folgenden bei der Festlegung der Ziele und bei der Planung der Maßnahmen sowie zum Abschluss wieder bei der Auswertung, wenn erstmalig Bilanz der Medien-entwicklungsplanung gezogen wird. Für jede Schule steht für den gesamten Prozess der Medienentwicklungsplanung so ein abgestimmtes Basisberatungsangebot zur Verfügung. Der MEP-Prozess selbst ist ein Dauerprozess, der nach abgeschlossener Evaluation immer wieder neu beginnen soll. Die Beantragung von Fördermitteln aus dem Digitalpakt wird je nach Intensität der Bearbeitung mindestens drei Monate dauern.

MEP BW-Tool bietet roten Faden für die Erstellung eines Medienentwicklungsplans

Die MEP BW-Applikation des LMZ unterstützt Schule und Schulträger bei diesem Prozess und strukturiert die Erarbeitung eines Medienentwicklungsplanes. Wer diesen Prozess mit Unterstützung der Berater an den Medienzentren durchläuft, erhält von diesen am Ende eine so genannte Freigabe, die Voraussetzung für die Freigabe von Fördergeldern aus dem Digitalpakt ist.


Die Universität Mannheim hat, unter Leitung von Professor Ifenthaler, die Entwicklung des MEP BW wissenschaftlich begleitet und die Pilotphase der Anwendung evaluiert – mit positivem Fazit: „Der MEP BW wurde von den Anwendern aus der Pilotphase als zielführender Prozess bewertet. Die Applikation bietet einen roten Faden, an dem sich die Beteiligten entlang bewegen können, um einen Medienentwicklungsplan zu erarbeiten“, sagte Clara Schumacher. Die wissenschaftliche Mitarbeiterin der Universität betonte, dass vor allem die Zusammenarbeit von Schule und Schulträger sehr gut angekommen sei und dass das gesamte Kollegium in den MEP BW einbezogen würde. „Bei der gesamten Medienentwicklungsplanung gilt das Primat der Pädagogik vor der Technik“, so Schumacher weiter. „Der MEP BW macht in diesem Zusammenhang den Technologieeinsatz zur Verbesserung der Pädagogik noch bewusster.“ Die bei der Evaluation ermittelten Verbesserungs-potentiale werden nun bis zum landesweiten Start des MEP BW umgesetzt.

 
Der Leiter der Ernst-Reuter-Schule Karlsruhe, Micha Pallesche, zeigte auf, von welchen Faktoren eine gelingende Schulentwicklung abhängt und präsentierte viele Beispiele seiner eigenen Schule, die den Weg der Digitalisierung bereits erfolgreich beschritten hat. So hat Pallesche die Schulräume in seiner Schule durch den Einsatz von Medien geöffnet. Lernen ist dort mobil geworden, was bedeutet, dass Schüler nicht in einem Klassenzimmer zusammensitzen müssen, sondern auf dem Flur, im Hof oder an anderen Orten lernen können. Zudem produzieren Schüler an der Ernst-Reuter-Schule selbst Medien und eignen sich auf diese Weise Medienkompetenz an, die sie als Schülermedienmentoren auch an andere weitergeben. 


Workshops rund um den MEP BW, die Schulentwicklung und weitere aktuelle Themen rundeten den Fachtag zum MEP BW ab. 

Zur MEP BW-Applikation

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