Inhaltliche Kriterien und formale Aspekte

Das Landesmedienzentrum hat im Auftrag des Kultusministeriums ein Online-Tool für die Medienentwicklungsplanung von Schulen und Kommunen entwickelt. Unter dem Namen MEP BW steht es ab dem Schuljahr 2019/2020 allen Schulen und Schulträgern in Baden-Württemberg zur Verfügung.

Das Kultusministerium hat Anforderungen veröffentlicht, die für einen Medienentwicklungsplan (MEP) maßgeblich sein werden. Diese Kriterien bilden auch eine verlässliche Grundlage für das vorgesehene Verfahren bei der Beantragung von Mitteln aus dem Digitalpakt Schule. Schulen und Schulträger sollten diese Kriterien daher bereits jetzt bei ihren Planungen berücksichtigen.

Als formale Kriterien sollten folgende grundsätzliche Aspekte beachtet werden:

  • Der MEP beinhaltet eine Bestandsaufnahme (IstAnalyse), die neben der technischen Ausstattung und der Fortbildung auch die Analyse schulinterner Prozesse umfasst.
  • Ziele, Maßnahmen und Umsetzung werden verbindlich und überprüfbar festgehalten.
  • Innerhalb aller Kriterien werden die verschiedenen Facetten der Schulentwicklung (Auswirkungen auf den Unterricht, Lehrkräftefortbildung, Prozesse innerhalb der Organisation „Schule“, technische Entwicklung) mitgedacht und abgebildet.
  • Evaluationskriterien und Messgrößen werden festgelegt.
  • Es ist ein Umsetzungszeitplan vorhanden.

Inhaltliche Aspekte:

  • Aus den Zielen entwickeln Schule und Schulträger ein passendes unterrichtliches Ausstattungsszenario (Soll-Zustand).
  • Der MEP beinhaltet vom IST-Stand über konkrete Ziele bis zu den Maßnahmen für die Unterrichtsentwicklung unter Nutzung digitaler Medien eine stimmige Planung. Diese Ziele werden zwischen Schule und Schulträger zeitlich terminiert. Wichtig in diesem Prozess ist, dass neben der unterrichtlichen Umsetzung auch die erforderlichen Schritte in der schulischen Personalentwicklung und der Lehrkräftefortbildung einbezogen werden.
  • Gemeinsam erarbeiten Schule und Schulträger einen Maßnahmenkatalog und Umsetzungszeitplan. Hierbei werden die geplante Ausstattung und Infrastruktur mit dem Schulträger und seinen finanziellen Möglichkeiten abgestimmt. Für Schule wie Schulträger ist es darüber hinaus wichtig, dass mit der Maßnahmenplanung auch ein tragfähiges Betriebs- und Supportkonzept zugrunde gelegt wird, welches mit dem Schulträger abgestimmt ist.
  • Bereits zu Beginn des MEP-Prozesses sollte eine Evaluation fest eingeplant werden. Dabei werden dann weitere Schritte erkannt und benannt.
  • Ein Medienentwicklungsplan ist dann gelungen, wenn er die unterrichtlichen Erfordernisse und die finanziellen Möglichkeiten des Schulträgers für beide Partner überzeugend zusammenbringt.

Schulische Ausstattung und unterrichtliche Umsetzung sind ein wichtiges Ziel des schulischen MEP. Für Schule wie Schulträger ist es darüber hinaus wichtig, dass dem ein tragfähiges Betriebs- und Supportkonzept zugrunde liegt, das mit dem Schulträger abgestimmt ist. In dem Online-Tool MEP BW des LMZ sind diese Kriterien bereits implementiert und Schulen und Schulträger können mit der Anwendung den Nachweis für die Erfüllung der Kriterien erbringen. Die Praxis hat beispielsweise gezeigt, dass diese Abstimmung mit dem Schulträger nicht erst nach Fertigstellung des unterrichtlichen Ausstattungszieles beginnen sollte. Der MEP BW sieht deshalb bereits geeignete Zeitpunkte vor, zu denen diese Abstimmung erfolgen sollte.

Das gemeinsame Vorgehen der einzelnen Schule(n) und ihres Schulträgers wird im MEP BW dokumentiert, es kann als Datei exportiert und einem möglichen Antrag an den „Digitalpakt Schule“ beigelegt werden.

Einen ersten Eindruck des MEP BW vermittelt die Homepage www.mep-bw.de. Das Tool wurde an 30 Schulen erprobt und von der Uni Mannheim evaluiert. Nach weiteren Verbessrungen der Anwendung wurde MEP BW im August 2019 von den Hauptpersonalräten für den Einsatz an Schulen freigegeben und steht ab 11.09.2019 allen Schulen in Baden-Württemberg zur Verfügung.  

Tablet im Unterricht

GettyImages/ monkeybusinessimages

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