Informationen zum Medienentwicklungsplan

Im Auftrag des Kultusministeriums hat das Landesmedienzentrum Baden-Württemberg eine Applikation und eine Dokumentenvorlage entwickelt, die alle für den DigitalPakt nötigen Kriterien erfüllen und Schulen und Schulträger durch den wechselseitigen Prozess begleiten.

In sieben vorstrukturierten Phasen erarbeiten die Partner ein Medienkonzept für die Schule – vom Zukunftsbild über den Ist-Zustand bis zur Umsetzung und Evaluation.

Bei Fragen bezüglich Fördergeldern können Sie sich direkt hier bei der L-Bank informieren.

I. Fragen zum Medienentwicklungsplan

1. Was ist ein Medienentwicklungsplan (MEP)?

Ein Medienentwicklungsplan (MEP) ist eine Kooperation zwischen Schule und Schulträger, aus der ein pädagogisch-technisches Konzept für die Medienbildung entsteht.

Ein MEP kann Schulleitung und Kollegium in Abstimmung mit dem Schulträger durch den Prozess der Planung leiten und stellt sicher, dass die pädagogischen Voraussetzungen für den Medieneinsatz mit den finanziellen Gegebenheiten des Schulträgers in Einklang gebracht werden.

Pädagogisch-didaktische Anforderungen und finanzielle Rahmenbedingungen des Schulträgers werden dabei berücksichtigt. So werden die Voraussetzungen geschaffen, dass Lehrkräfte, die für ihre pädagogische Arbeit erforderliche technische Unterstützung haben und dem Schulträger ein zielgerichteter Mitteleinsatz gesichert.

Ergebnis ist ein schuleigenes Medienbildungskonzept, die dazu passende Auswahl der schulischen Medienausstattung und die erforderliche Vernetzung des Schulgebäudes. Es definiert darüber hinaus die erforderlichen Fortbildungsmaßnahmen, die Lehrkräfte benötigen, um die medienbildnerischen Vorgaben des Bildungsplanes umzusetzen.

2. Welche Vorteile bringt ein Medienentwicklungsplan meiner Schule?

  1. Der sinnvolle Medieneinsatz wird auf Dauer gewährleistet.
  2. Er regelt den Weg, auf dem medienpädagogische und technische Zielsetzungen definiert werden, und ermöglicht die Planung von Fortbildungen für das Kollegium.
  3. Der MEP ermöglicht dem Schulträger die sichere Planung seiner Ressourcen. So können Fehlanschaffungen vermieden werden.
  4. Der Medienentwicklungsplanung ist Voraussetzung für die Beantragung von Mitteln aus dem DigitalPakt Schule von Bund und Ländern.

 

3. Wer macht mit beim Erstellen eines Medienentwicklungsplanes?

Vertreterinnen und Vertreter der Schule und des Schulträgers arbeiten zusammen. Wichtig ist die ständige Rückkoppelung zum Kollegium.

4. Wann ist ein MEP sinnvoll?

  1. Wenn eine Schule eine Weiterentwicklung der unterrichtlichen Möglichkeiten anstrebt und dabei auch digitale Medien eine Rolle spielen, dann ist eine gemeinsame Planung mit dem Schulträger elementar. Hierzu bietet es sich an, die notwendigen Fortbildungen in einem Medienentwicklungsplan konzeptionell zu verankern.
  2. Wenn Schulträger vor Investitionsentscheidungen zum Beispiel im Bereich Schulhaussanierung stehen. Hier ist es sinnvoll, die Vernetzung der Schule im Inneren und nach außen gleich mitzuplanen und mit der Schule gemeinsam im Medienentwicklungsplan Entwicklungsziele festzuhalten.
  3. Der MEP ist Voraussetzung für die Gewährung von Fördergeldern aus dem DigitalPakt Schule.

5. Wie beginnt man am besten mit dem Medienentwicklungsplan?

Ein Medienentwicklungsplan kann sowohl von der Schule als auch durch den Schulträger initiiert werden.

  1. Sammeln Sie am Anfang Anregungen aus verschiedenen Quellen rund um das Thema Medienentwicklungsplanung. Auf unserem Portal mep-bw.de erhalten Sie einen Überblick über den Prozessablauf.
  2. Binden Sie alle Beteiligten in den Prozess mit ein (Kollegium, Schulträger, Eltern etc.) und tauschen Sie sich regelmäßig mit allen Beteiligten aus.
  3. Erkundigen Sie sich nach MEP-Leuchtturmschulen in Ihrer Nähe, mit denen Sie in Kontakt treten können.
  4. Nehmen Sie frühzeitig Kontakt zu Ihrem Beraterteam am regionalen Medienzentrum in Ihrer Nähe auf.
  5. In dieser Anfangsphase ist es wichtig, dass sie aus den Impulsen eigene Ideen und Visionen entwickeln, wie Sie zukünftig medienpädagogisch arbeiten wollen.

6. Wer kann mich bei der Erarbeitung eines MEP unterstützen?

Die Medienpädagogischen Berater/-innen (MPB) und Schulnetzberater/-innen (SNB) an den regionalen Medienzentren sowie die Medienzentrenleitenden.
Für Privatschulen gibt es gesonderte Hinweise – siehe hier.

7. Gibt es Anrechnungsstunden für die Beauftragten in der Schule?

Nein, die Teilnehmenden der Koordinationsgruppen erhalten keine Anrechnungsstunden von den vorgesetzten Behörden.

8. Muss man Expertin/Experte für Medien sein, um sich in der Koordinationsgruppe für den MEP-Prozess zu engagieren?

Nein. Bei der Zusammensetzung der Koordinationsgruppe an der Schule sollten „mediennahe“ und „medienfernere“ Kolleginnen und Kollegen in der Gruppe vertreten sein. Nur so kann ein Medienentwicklungsplan entstehen, hinter dem das gesamte Kollegium steht. Bei Verbundschulen sollten jeweils Kolleginnen und Kollegen aus den verschiedenen Schularten vertreten sein.

II. Fragen zur Applikation MEP BW

1. Welche technischen Voraussetzungen gibt es für eine Schule, um an MEP BW teilzunehmen?

MEP BW ist eine plattformunabhängige, browserbasierte Applikation, die einen Zugang zum Internet voraussetzt.

2. Muss ich alle sieben Schritte der Applikation MEP BW durchlaufen, um einen Förderantrag für den DigitalPakt Schule zu stellen?

Nein, die ersten vier Schritte reichen für die Beantragung einer Förderung im Rahmen eines Digitalpaktes.

Da ein Medienentwicklungsplan jedoch ein kontinuierlicher Prozess ist, empfehlen sich die Fortsetzung der Schritte 5 bis 7 und insbesondere die Evaluation.

3. Entstehen für die Schule und den Schulträger Kosten für die Nutzung von MEP BW?

Nein, die Applikation MEP BW ist ein kostenloses Angebot des LMZ für alle öffentlichen und privaten Schulen und Schulträger in Baden-Württemberg.

4. Ist ein mit der Applikation erstellter Medienentwicklungsplan individuell?

Ja. Die Schule kann selbstständig und individuell planen, eigene Schwerpunkte setzen und den Technologieeinsatz zur Unterstützung und Verbesserung ihrer Pädagogik gestalten. Die Applikation unterstützt die Partner und führt sie durch die Prozesse von Planung, Finanzierung und Organisation zu einem individuell passenden Medienkonzept.

5. Kann man mit der Applikation MEP BW Fördergelder beantragen?

Wenn Sie die Applikation MEP BW gemeinsam mit dem Berater des regionalen Medienzentrums durchlaufen haben, wird dieser in Phase 4, Schritt 1, eine Freigabebestätigung in der Applikation erteilen, in Form einer zum Download bereitgestellten PDF Datei. Diese Exportdatei wird dem Förderantrag beigelegt.

Damit ist die grundlegende Voraussetzung für die Förderung nach dem DigitalPakt erfüllt.

Medienentwicklungspläne, die ohne Beratung des regionalen Medienzentrums erstellt wurden, bedürfen einer gesonderten Prüfung und Freigabe am Landesmedienzentrum.

6. Wo finde ich Hilfe zu technischen Fragen?

Wir haben für die technischen Fragen zur Applikation eine Sonderseite angelegt. Hier finden Sie Antworten zu vielen Fragen und einige Videotutorials.

III. Fragen zur Dokumentenvorlage MEP BW

1. Welche technischen Voraussetzungen gibt es für eine Schule, um an MEP BW teilzunehmen?

Die Dokumentenvorlage liegt im Format *doc vor und kann mit handelsüblichen Textverarbeitungsprogrammen bearbeitet werden.

2. Kann man mit der Dokumentenvorlage MEP BW Fördergelder beantragen?

Wenn Sie die Dokumentenvorlage gemeinsam mit dem Berater des regionalen Medienzentrums ausgefüllt haben, wird dieser am Ende des Prozesses ihren Plan freigeben.

Medienentwicklungspläne, die nach anderen Vorlagen oder ohne Berater/-innen des Medienzentrenverbundes erstellt wurden, bedürfen einer gesonderten Prüfung und Freigabe am Landesmedienzentrum.

3. Entstehen für die Schule und den Schulträger Kosten für die Nutzung von MEP BW?

Nein, die Dokumentenvorlage MEP BW ist ein kostenloses Angebot des LMZ für alle öffentlichen und privaten Schulen und Schulträger in Baden-Württemberg.

IV. Fragen zur Freigabe

1. Welche Dokumente müssen eingereicht werden zur Freigabe?

Es muss lediglich der Medienentwicklungsplan ohne die Dokumentation des Prozesses eingereicht werden.

2. Wie läuft der Freigabeprozess für die Beantragung der Fördergelder ab?

  1. Erstellung eines Medienentwicklungsplanes
  2. Einholen der Freigabeempfehlung in Form eines Zertifikates
  3. Schulträger reicht Antrag, Freigabeempfehlung, MEP und Supportkonzept bei der L-Bank ein

3. Wie erhält man die Freigabeempfehlung?

Grundsätzlich ist es Schulen und Schulträgern selbst überlassen, in welcher Form die Dokumentation der Medienentwicklungsplanung stattfinden soll. Zur Freigabe durch das Landesmedienzentrum ist nur der daraus resultierende Medienentwicklungsplan notwendig, nicht die gesamte Dokumentation des Prozesses. Schulen und Schulträger sollten bei der Erstellung eines individuellen Medienentwicklungsplans darauf achten, dass alle vom Kultusministerium Baden-Württemberg aufgestellten Kriterien von Anfang an beachtet werden.

Die geforderten Prüfkriterien sind hier einsehbar.

Drei Wege zur Freigabe der Fördergelder

 

1. Erstellung eines MEP mit Hilfe der MEP BW Applikation oder Dokumentenvorlage in Zusammenarbeit mit Beratung aus einem Medienzentrum

Dies stellt eine komfortable und sichere Möglichkeit dar, einen MEP zu erstellen, der alle formalen und inhaltlichen Förderkriterien erfüllt. Die Beratenden erteilen am Ende des Prozesses die Freigabeempfehlung in Form eines Zertifikats.

 

2. Arbeit mit der MEP BW Applikation oder der Dokumentenvorlage ohne Beratung aus einem Medienzentrum

Hier können die Beratenden keine Freigabe erteilen. Der erarbeitete Medienentwicklungsplan, den die Applikation als Exportdatei anbietet bzw. die Dokumentenvorlage, muss in diesem Fall durch das Landesmedienzentrum geprüft werden. Der MEP ohne Beratung muss am Landesmedienzentrum elektronisch oder postalisch eingereicht werden. Liegt ein formaler und/oder inhaltlicher Nachbearbeitungsbedarf vor, wird der MEP an Schule und Schulträger mit einem schriftlichen Feedback zurückgegeben. Entspricht der MEP den Kriterien, wird das Zertifikat ausgestellt.

  • elektronische Übermittlung: mep@lmz-bw.de  
  • postalische Übermittlung: Landesmedienzentrum Baden-Württemberg, Standort Karlsruhe, Postfach 21 07 55, 76057 Karlsruhe

 

3. MEP Erstellung ohne MEP BW oder Dokumentenvorlage

Das Landesmedienzentrum prüft diesen MEP nach definierten Kriterien und erteilt dann eine Freigabeempfehlung bzw. gibt ihn zur Überarbeitung mit einem entsprechenden Unterstützungsangebot durch das LMZ zurück.

4. Gibt es Vorlagen und schulartspezifische Beispiele für Mindestanforderungen zum MEP, die zu erfüllen sind?

Ja. Für die formalen und inhaltlichen Kriterien finden Sie Informationen auf unserer LMZ-Seite unter MEP – inhaltliche Kriterien und formale Aspekte und im Downloadbereich schulartspezifische Beispiel MEP.

V. Fragen zum Bereich Privatschulen

1. Können Privatschulen und staatlich anerkannte Schulen in privater Trägerschaft die Anwendung MEP BW und die dazugehörige Beratung in den Landkreisen in Anspruch nehmen?

Ja. Privatschulen können die webbasierte Anwendung MEP BW kostenfrei nutzen. Dies erfolgt über eine Selbstregistrierung auf mep-bw.de.
Schulen in privater Trägerschaft können für eine Gesamtgebühr ein MEP-Paket buchen. Enthalten sind hier die Nutzung der Supporthotline sowie die Beratungsangebote vor Ort. Die Höhe der anfallenden Gebühren wird in der Gebührenordnung des LMZ geregelt. Weitere Informationen für Privatschulen und MEP BW finden Sie hier.

2. Sind Privatschulen öffentlichen Schulen gleichgestellt?

Für Privatschulen ist die Nutzung von MEP BW genauso kostenlos wie für öffentliche Schulen.
Auch der Freigabeprozess unterscheidet sich in seinem Ablauf und den Kriterien nicht von den öffentlichen Schulen.

3. Bei der Registrierung der Applikation MEP BW wird eine „Poststellen-Adresse“ verlangt. Was bedeutet das für Privatschulen?

Den Schulen in Baden-Württemberg wird vom Kultusministerium ein Dienststellenschlüssel zugewiesen, aus dem eine Poststellen-Adresse generiert wird. Privatschulen ist diese Poststellen-Adresse meist nicht bekannt, da sie mit einer eigenen Adresse arbeiten.
Um eine Registrierung mit einer Schul-E-Mail-Adresse zu ermöglichen, wird ihnen auf Anfrage unter mep@lmz-bw.de ein Formular zur Anpassung der Kontaktdaten von Privatschulen zugesendet.
Sobald dieses unterschrieben auf postalischem oder digitalem Weg zurückgesendet wird, steht einer Registrierung nichts mehr im Weg.

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