Neue Studie: Kinder kennen Risiken der Online-Kommunikation

Anja Stein
Junge macht Stop-Geste mit rechter Hand

Viele Kinder kennen Schutzmechanismen in ihrer Online-Umgebung | Anastasiia Makarevich via iStock/GettyImages

Wie gehen Kinder und Jugendliche mit Risiken bei ihren Online-Aktivitäten um?

Im Auftrag des Deutschen Kinderhilfswerks führte das JFF – Institut für Medienpädagogik in Forschung und Praxis eine qualitative Studie mit 9- bis 13-Jährigen durch. Erfragt wurde, mit wem die Kinder und Jugendlichen in Online-Umgebungen in Kontakt stehen, wo sie Risiken sehen und wie sie mit diesen umgehen.

Die Befragten nutzen überwiegend WhatsApp, TikTok und YouTube. Die meisten spielen außerdem Online-Games wie Brawl-Stars, Clash Royal, Fortnite oder Minecraft.

Über WathsApp lehnen alle den Kontakt zu Fremden ab und interagieren im Rahmen ihres Bekannten- und Verwandtenkreises. Bei Instagram oder Online-Spielen sieht es anders aus: Je nach Alter und Vorerfahrung zeigen sich die Kinder hier offener für Kontakte zu Fremden. Sie sind sich der damit einhergehenden Risiken bewusst, wünschen sich aber mehr Schutz.

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Die befragten Kinder und Jugendlichen kennen viele Möglichkeiten, um negative Kontakterfahrungen im Internet zu vermeiden. Damit sie diese nutzen, müssen sie leicht aufzufinden sein und dürfen dem Erlebnis, das sie suchen, nicht entgegenstehen. Wenn die Privatsphäre-Einstellungen beispielsweise so gewählt werden, dass bestimmte Beiträge in einem sozialen Netzwerk nicht mehr angezeigt werden, gilt es abzuwägen, ob das Bedürfnis nach Teilhabe oder der Schutz vor einem potenziellen Risiko überwiegt.

Technische Jugendschutzeinstellungen sind ein sinnvoller Anfang, reichen aber nicht aus. Spätestens am Ende der Grundschulzeit wünschen sich die meisten Kinder eine privatere, weniger kontrollierte Online-Kommunikation. Eltern und pädagogische Einrichtungen sollten Kinder entsprechend rechtzeitig auf einen selbstständigen Umgang mit Online-Kommunikation vorbereiten.

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