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Netzwerk „Bildung Digital“ formuliert Leitlinien zur digitalen Bildung

Corinna Kirstein
Netzwerk Bildung Digital mit Netzwerklogo

Netzwerk Bildung Digital

Bereichsübergreifender Diskurs

Fachleute aus Forschung und Praxis verschiedener Bildungsbereiche haben im Frühjahr 2022 Fachdiskussionen geführt, um Leitlinien zur Weiterentwicklung der digitalen Bildung in Deutschland zu erarbeiten. Entstanden sind fünf konkrete Leitlinien, die aufzeigen, wo die Schlaglichter des bereichsübergreifenden Diskurses liegen. Sie greifen ineinander, bedingen sich wechselseitig und ermöglichen einen ganzheitlichen Blick auf digitale Bildung in Deutschland. Die Beschäftigung mit den verschiedenen Bildungsbereichen und ihren Übergängen war Kern der Entwicklung diese Leitlinien, die das Netzwerk Bildung im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung durchgeführt hat.

 

Was zeichnet gute digitale Bildung aus?  

Wie können wir gute digitale Bildung gestalten? In allen Bildungsbereichen und entlang der Bildungskette? Bildungsbiografien entstehen in der frühkindlichen Bildung, gedeihen in der Schulzeit, vertiefen sich in der Ausbildungs- und Studienzeit und entfalten ihre volle Wirkung im lebenslangen Lernen. Gute digitale Bildung kann nur entlang der gesamten Bildungsbiografie gedacht werden: vom Kindergarten über die Schul-, Studien-und Ausbildungszeit bis zum lebenslangen Lernen. Dabei bestehen thematisch keine großen Unterschiede zwischen den einzelnen Bildungsbereichen, so das Ergebnis der Untersuchung. 

 

Leitlinien

Die fünf Leitlinen umfassen  

  1. Ziele finden und formulieren – als Wegweiser und Verständigungshilfe über die Bildungsbereiche hinweg
  2. eine offene und positive Haltung aller Beteiligten mit der Möglichkeit, sich ausprobieren zu können – in einem geschützten Rahmen und nach eigenem Tempo  
  3. Technische Ausstattung als Grundvoraussetzung, entlang der Bildungsbiografie denken und alle Bildungsbereiche berücksichtigen
  4. kompetenz- und bedarfsorientierte Fortbildung und Beratung als kontinuierliche Begleitung des Prozesses  
  5. Kommunikation und Austausch mit sämtlichen Zielgruppen

Die Empfehlungen gehen auf Ergebnisse einer Umfrage sowie Workshops zurück, in denen Leitlinien identifiziert wurden, die einen ganzheitlichen und bereichsübergreifenden Blick auf die digitale Bildung in Deutschland ermöglichen sollen.

Eine Erfahrung aus den digitalen Schulformaten in der Coronakrise sei, dass die beste Technik nichts nützt, wenn sie im Schrank liege und niemand etwas damit anzufangen wisse. Daher sei es nun wichtiger, eine Art Masterplan mit Zielen zu formulieren, als über die Ausstattung zu sprechen, so der Bildungsforscher Kai Maaz vom Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation. Dass die Ausstattung stimmen müsse, sei klar, dann müsse man aber fragen, wie es danach weitergehe, welche Unterstützung, Beratung und Fortbildung Lehrkräfte bräuchten.

„Die Leitlinien zeigen deutlich, dass wir eine Gesamtvision für digitale Bildung in Deutschland brauchen“, sagte Jacob Chammon, Vorstand des Forum Bildung Digitalisierung. „Ob Haltung, Qualifizierung oder technische Ausstattung – die Herausforderungen in allen Bildungsbereichen sind ähnlich.“ Die Kultur der Digitalität erfordere von uns, „dass wir das Silodenken überwinden und Unterstützungsmaßnahmen auf den Weg bringen, von denen alle Bildungsbereiche profitieren. Nur so können wir gute Übergänge auf dem individuellen Bildungsweg sicherstellen“, so Chammon.

 

Netzwerk Bildung Digital: Leitlinienprozess

Ergebnisbericht Leitlinienprozess

Corinna Kirstein

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