Ideen für die Medienpraxis: Mit Kyub Lautsprecher bauen

Ulrike Boscher
Schülerinnen mit Tablet im Unterricht

Schülerinnen konstruieren am Tablet mit der Kyub-Software 3D-Modelle. | hraun E+ via GettyImages

Kyub verbindet analoges und digitales Arbeiten

Das Hasso-Plattner-Institut (HPI) hat das Softwaresystem Kyub für Schulen entwickelt. Damit lassen sich in kurzer Zeit dreidimensionale Gegenstände (wie z.B. Musikinstrumente, Bluetooth-Lautsprecher, Möbel) fertigen. Egal ob PC, Mac, Tablet oder Handy, die Software läuft auf jedem Endgerät über einen Webbrowser.

Im ersten Schritt entwickeln die Schüler/-innen eigene Ideen und beginnen dann mit ihren digitalen Entwürfen. Damit die Gestaltung ihrer Objekte nicht zu schwierig wird, stellt Kyub eine Art Bausatz mit würfelförmigen Elementen zur Auswahl. Diese vorgefertigten Bauteile lassen sich ähnlich wie bei Minecraft zu individuellen Designobjekten zusammenfügen.

Ist das konstruierte 3D-Modell fertig, wird es von der Kyub-Software in zweidimensionale Teile zerlegt. Diese Daten werden an einen Laser-Cutter geschickt, der die Einzelteile präzise und schnell aus Sperrholzplatten (oder anderen Materialien) heraussägt. Im Gegensatz zum 3D-Drucker entstehen also keine fertigen räumlichen Gebilde, sondern maßgeschneiderte Einzelteile, die dann von den Schüler/-innen von Hand zusammengebaut werden können.

Und wie gut funktioniert das in der Praxis?

Digital entwerfen, manuell bauen

Die Grace-Hopper-Gesamtschule in Teltow (Brandenburg) hat das Softwaresystem getestet – mit Erfolg und großer Begeisterung, wie der Schulleiter Alexander Otto dem Deutschen Schulportal berichtete. Zuerst schickte er acht seiner Lehrkräfte in die Erprobung und ließ sie verschiedene Trommeln für den Musikunterricht bauen. Danach widmete sich eine Schulklasse dem Bau von Lautsprechern. Mit Kyub stellten die Schüler/-innen schon in der ersten Doppelstunde das Gehäuse mit Verzierungen fertig, danach folgte der Einbau der Lautsprecher-Technik. Innerhalb kürzester Zeit waren die Boxen fertig.

Das spornt natürlich an, wenn Schüler/-innen etwas zum Vorzeigen in den Händen halten können, erklärte ein Fachlehrer im Interview dem Deutschen Schulportal. Mit Blick auf seinen Konstruktionsplan meinte ein Schüler der siebten Klasse vor der Kamera: „Mein Lautsprecher wird groß und breit und wenn ich Geburtstag habe, dann wird eine richtige Party geschmissen.“ (HPI, Kyub-Video, YouTube).

„Mein Lautsprecher wird groß und breit und wenn ich Geburtstag habe, dann wird eine richtige Party geschmissen.“

Schüler mit Holzbox vor einem Laser-Cutter

Schüler mit Holzbox vor einem Laser-Cutter | Михаил Руденко/iStock via GettyImages

Kyub motiviert, weil es schnell vorangeht

Die Vorteile von Kyub liegen angeblich in der schnellen Umsetzung und der intuitiven Handhabung: Eigene Ideen lassen sich demnach präzise und schnell umzusetzen. Das dürfte auch ungeduldige Schüler/-innen motivieren, am Ball zu bleiben. Positiv zu bewerten ist die enge Verzahnung von digitalem und analogem Lernen mit verschiedenen Arbeitsschritten: digitales Entwerfen und Konstruieren, Bauteile herausfräsen, von Hand herauspressen und zusammenbauen, Objekte nachbearbeiten und im Unterricht einsetzen.

Einen Haken hat das Ganze: Hardware, Software und digitale Schneidemaschinen müssen vorhanden sein und finanziert werden. Zu den Kosten macht der Hersteller keine Angaben. Im genannten Beispiel förderte der Landkreis Potsdam-Mittelmark die Maßnahme. Dabei erhielt die Grace-Hopper-Gesamtschule drei Schneidemaschinen (Laser-Cutter), die zur effektiven Auslastung auch von anderen Schulen im Kreis mitgenutzt werden können.
Hier gelangen Sie zum Video: Siebtklässler bauen einen Lautsprecher mit Kyub (YouTube)

Kyub kennenlernen und ausprobieren

Wer sich für Kyub interessiert, kann mit dem HPI-Institut Kontakt aufnehmen. Hier finden Sie auch eine Beschreibung und Anleitung zu Kyub sowie ein Demo Video. Beim Deutschen Schulleitungskongress (25.11.-27.11.2021) besteht die Möglichkeit, Kyub auszuprobieren.

Beschreibung und Anleitung zu „Kyub“ (PDF)

Demo Video zu „Kyub“ (YouTube)

Artikel: „Kyub“ will digitales und analoges Lernen verbinden

Ulrike Boscher

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