Fabian Karg neuer stellvertretender Direktor am LMZ

Marlene Feller
Fabian Karg, stellvertretender Direktor am LMZ.

Fabian Karg ist neuer stellvertretender Direktor am Landesmedienzentrum Baden-Württemberg. | Fabian Karg

Fabian Karg wird Nachfolger von Dr. Peter Jaklin

Mit der Verwaltungsratssitzung vom 11. Oktober 2021 ist es offiziell: Fabian Karg ist neuer stellvertretender Direktor des Landesmedienzentrums Baden-Württemberg (LMZ). Der Pädagoge, Referats- und Abteilungsleiter des LMZ tritt die Nachfolge von Dr. Peter Jaklin an, der nach 31 Jahren am LMZ in den Ruhestand verabschiedet wurde. Wir haben mit Fabian Karg über seine Person und die Herausforderungen der kommenden Zeit gesprochen.

Herr Karg, herzlichen Glückwunsch zur neuen Stelle. Welche Ziele verfolgen Sie als neuer stellvertretender Direktor am LMZ an der Seite von Direktor Michael Zieher?

Wir möchten den Medienzentrenverbund (MZV) stärken und gemeinsam mit den regionalen Medienzentren und den zentralen Strukturen des LMZ weiterhin ein starker Partner in Baden-Württemberg sein. Durch die Förderprogramme des DigitalPakt Schule ist eine Unmenge an Technik in die Schulen gekommen. Mobile Endgeräte durch das Soforthilfe-Programm oder Leihgeräte für Lehrkräfte, um nur drei Beispiele zu nennen. Die Herausforderung, die jetzt vor uns liegt, besteht darin, Lehrkräften zu helfen, diese Technik auch sinnvoll im Unterricht einzusetzen. Außerdem arbeiten wir daran, die Zusammenarbeit im Haus zu stärken. Wir überlegen fortlaufend, wie wir unsere Mitarbeitenden unterstützen können, dass wir sowohl nach innen wie auch nach außen weiterhin sehr gute Arbeit leisten können.

„Die Herausforderung, die jetzt vor uns liegt, besteht darin, Lehrkräften zu helfen, diese Technik auch sinnvoll im Unterricht einzusetzen.“

Welche Erfahrungen aus vorherigen beruflichen Stationen können Sie als neuer stellvertretender Direktor gut gebrauchen?

Was mir sehr geholfen hat, ist die Tatsache, dass ich an vielen verschiedenen Schularten unterrichtet habe. Meine erste Stelle war an einem Bildungszentrum mit Grundschule, Hauptschule, Realschule und Gymnasium, die zweite Stelle an einem allgemeinbildenden Gymnasium. Danach habe ich noch in einer beruflichen Schule unterrichtet. Die Arbeit mit vielen unterschiedlichen Menschen und Gruppen erweitert den Horizont; das hat mir sehr weitergeholfen. Gerade auch in Bezug auf den Umgang mit dem DigitalPakt Schule weiß man einfach, dass verschiedene Schularten völlig unterschiedliche Bedarfe haben.

Vor der Ernennung zum stellvertretenden Direktor waren Sie Projektleiter in der Stabsstelle Medienentwicklungsplanung (MEP) und Referatsleiter für Grundsatz und Innovation am LMZ. Game-based Learning ist einer dieser innovativen Ansätze, mit denen Sie sich immer wieder beschäftigen. Warum begeistert Sie dieses Thema? Inwiefern wird es Ihre Arbeit als stv. Direktor beeinflussen?

Ich denke, dass wir mit Game-based Learning ein zukunftsorientiertes Thema gefunden haben, um alle Lernenden dauerhaft zu motivieren. Minetest (Open-Source Variante zum Spiel Minecraft, Anm. d. Red.) ist eine Plattform, mit der wir es schaffen, Problemlösefähigkeit und vielfältige weitere Kompetenzen zu schulen. Das Ganze verbunden mit großer Motivation und Spaß. Wir haben bereits rund 60 Lehrkräfte in Baden-Württemberg, die Minetest an Schulen im Unterricht einsetzen. Jetzt gilt es, das Thema Game-based Learning weiter voranzutreiben und in den Unterricht zu integrieren.

Welche Baustellen in Bezug auf digitale Bildung gibt es? Welche möchten Sie vorrangig angehen?

Wir werden daran arbeiten, dass die Technik, die im Rahmen des Digitalpakts an die Schulen gekommen ist, sinnvoll im Bildungskontext eingesetzt werden kann. Außerdem muss es uns gelingen, allen Lehrerinnen und Lehrern ein flächendeckendes, aber auch differenziertes Angebot zu unterbreiten. Wir müssen sie dort abholen, wo sie gerade stehen. Kolleginnen und Kollegen, die vielleicht nicht ganz digitalaffin sind, dürfen wir nicht zurücklassen.

Was würden Sie jungen Lehrkräften in Bezug auf den Einsatz von digitalen Medien im Unterricht gerne mit auf den Weg geben?

Einfach ausprobieren und den Mut haben, auch Fehler zu machen. Es ist oft so, dass man sich in einer Schulstunde viel vorgenommen hat, dann aber die Technik nicht mitspielt und man unter Zeitdruck gerät. Da sollte man nicht gleich aufgeben und den Mut haben, auszuprobieren und sich die Zeit zu nehmen.

Wie sieht die ideale Lernumgebung für Schülerinnen und Schüler Ihrer Meinung nach aus?

Die ideale Lernumgebung ist für mich kein einziger fester Ort. In der Schule beispielsweise findet Lernen nur für eine bestimmte Zeit statt. Ich sehe viel mehr Orte, an denen zeit- und ortsunabhängig gelernt werden kann. Medienzentren, Bibliotheken, Einrichtungen oder alle möglichen Plätze unserer Gemeinschaft. Gelernt werden kann überall, deswegen sollte die ideale Lernumgebung auch offen und nicht beschränkt auf einen Ort sein.

Was ist Ihr Geheimtipp, um neben dem herausfordernden Arbeitsalltag auch mal abschalten zu können?

Sport machen. Auf’s Fahrrad schwingen und den Berg runter rasen, das leert den Kopf. Ich schalte am besten ab, indem ich Bildschirm und Handy ausschalte und dann raus in die Natur gehe. Das ist tatsächlich so ein Punkt, den man im Arbeitsalltag nicht vergessen darf.

Wenn Sie einen Blick in die Glaskugel werfen könnten: Wie lernen Menschen in 100 Jahren?

Ich hoffe zu sehen, dass Menschen in Netzwerken lernen. Dass sie auch noch in Schulen lernen, aber darüber hinaus an verschiedenen Orten der Gesellschaft verteilt miteinander und voneinander lernen. Wie beispielsweise Einrichtungen, in denen Erwachsene von Kindern lernen, Kinder von Senioren lernen, Senioren von Kindern und so weiter. Eine offene Gesellschaft, die sich weiterentwickeln möchte und Lust am lebenslangen Lernen hat.

 

Herr Karg, herzlichen Dank für das Gespräch.

Marlene Feller

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