Elf Gebote für eine demokratische Streitkultur im Netz – Projekt #anstanddigital

Madeleine Hankele-Gauß
Hatespeech Megafon

GettyImages/SIphotography

Diskussion über Umgangsformen im Internet angestoßen

„Wer sich vom schnellen Netz hetzen lässt, hat schon verloren“ – Im Zeitalter von Instant Messaging und sozialen Netzwerken neigen wir dazu, ununterbrochen und in Sekundenschnelle mit Freunden, Bekannten, aber auch Fremden zu kommunizieren. Was dabei leicht auf der Strecke bleiben kann, sind vorheriges Innehalten zum Nachdenken, Sachlichkeit und Respekt. Um unter anderem diese Werte im Netz zu stärken und zu kultivieren, haben die Katholische Akademie Berlin und das Kulturbüro der Evangelischen Kirche Deutschlands das Projekt #anstanddigital ins Leben gerufen.

Seit dem Startschuss des Projekts im Jahr 2019 äußerten Kirchenvertreter/-innen, Politiker/-innen, Wissenschaftler/-innen, Schriftsteller/-innen, Philosophinnen und Philosophen sowie Influencer/-innen in unterschiedlichen Formaten ihre Gedanken zu Umgangsformen im Netz und tauschten sich dazu aus. Über den Fragebogen „Was geht, was geht nicht?“ konnten auch Bürger/-innen ihre Meinung zum Thema einbringen.

Gesicht und Respekt zeigen

Ergebnis dieses Reflexions- und Austauschprozesses sind elf Gebote für ein respektvolles und tolerantes Miteinander im Netz. Sie wurden Anfang Februar 2021 veröffentlicht und sollen praktische Orientierung für eine demokratische Streitkultur im Internet bieten. Zu den Geboten gehört beispielsweise die Empfehlung, sich mit Äußerungen im Netz Zeit zu lassen. Das kann zum Beispiel heißen, Antworten, Kommentare oder Posts nicht unüberlegt abzusenden. Auf diese Weise kann vermieden werden, dass an die Stelle des Streits der Argumente der Streit der Emotionen tritt und fragwürdige Inhalte ungeprüft weiterverbreitet werden.

Weiterhin gehöre es zu einer fairen Debattenkultur in einem demokratischen Land wie Deutschland dazu, Gesicht zu zeigen. Internetnutzer/-innen sollten ihre Meinung offen, klar und namentlich vertreten – ohne den Deckmantel der Anonymität, den das Internet bietet. Die elf Gebote fordern jedoch nicht nur dazu auf, Gesicht, sondern auch Respekt anderen gegenüber zu zeigen. Wie das gelingen kann? Zum Beispiel, indem man keine moralischen Urteile über andere fällt, ihnen öffentliche Scham erspart und ihren Widerspruch schätzt – als Chance auf bessere Einsichten.

Die elf Gebote in voller Länge und als Video finden Sie hier. Mit #RespektBW hat die Landesregierung Baden-Württemberg vor rund einem Jahr ein ähnliches Projekt ins Leben gerufen, um die Zielgruppe der Schüler/-innen für ein respektvolles Miteinander im Netz zu sensibilisieren. Auf der Projektseite haben wir alle wichtigen Informationen für Sie zusammengestellt.

Projekt #RespektBW

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Madeleine Hankele-Gauß

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