Soziale Netzwerke

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Was sind Soziale Netzwerke?

Ursprünglich bezeichnet der Begriff Soziales Netzwerk die Gesamtheit der persönlichen Kontakte zu anderen Menschen, die man pflegt. Ein soziales Netzwerk ist zum Bespiel die Familie, der Freundeskreis, die Schulclique, Arbeitskollegen oder ein Verein. Innerhalb dieser Netzwerke tauschen Menschen Meinungen aus, machen gemeinsame Erfahrungen oder helfen sich gegenseitig.

 

Übertragen auf das Internet versteht man unter einem Sozialen Netzwerk eine Plattform, auf der sich die Mitglieder miteinander vernetzen, austauschen und kommunizieren. Voraussetzung dafür ist, dass man sich im Netzwerk anmeldet (einen Account anlegt) und sich ein Profil einrichtet. Das eigene Profil ist eine Art persönliche Pinnwand, auf der man sich präsentiert – mit Interessen, Hobbies, Fotos und vielem mehr. Wie der Name bereits sagt, leben Soziale Netzwerke von der Vernetzung der Mitglieder untereinander. Man vernetzt sich zum Beispiel mit Freunden oder Bekannten, die man bereits kennt oder weil man sich über gemeinsame Interessen, gemeinsame Bekannte, den gleichen Wohnort oder sonstige Überschneidungen im Netzwerk findet.

 

Kein Medium hat unsere Kommunikation in den letzten Jahren so radikal verändert wie Soziale Netzwerke. Die Auseinandersetzung mit diesem Thema beinhaltet eine Reihe von gesellschaftlichen und kulturellen Aspekten. Allein die Nutzerzahlen, die mittlerweile im mehrfach millionenstelligen Bereich liegen, verdeutlichen die Dynamik von Sozialen Netzwerken. Damit einher gehen natürlich auch Probleme, wie überall, wo viele Menschen aufeinander treffen. Insofern eignet sich dieses Thema für den Unterricht, um Fragen des Miteinanders in der Gesellschaft, aber auch Themen wie Privatsphäre, Persönlichkeitsrechte und Datenschutz im Netz zu diskutieren. Soziale Netzwerke sind außerdem ein Thema, über das sich für Lehrkräfte auch allein wegen der enormen Beliebtheit unter Jugendlichen informieren müssen.

Beispiele

Facebook ist das bekannteste und größte Soziale Netzwerk. 2004 wurde es gegründet und war zunächst nur für Studenten der Harvard University offen. Seit 2006 kann sich jeder ab dem Alter von 13 Jahren anmelden. Facebook hat laut eigenen Angaben rund 800 Millionen täglich aktive Nutzer (April 2014). [1]

StudiVZ ist das deutsche Pedant zu Facebook und ging 2005 noch vor der weltweiten Öffnung von Facebook online. Seit 2007 gehören die VZ-Netzwerke – dazu gehören studiVZ, schülerVZ und meinVZ zur Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck. Im Juli 2012 wurden die VZ-Netzwerke in Poolworks umbenannt. Die Netzwerke leiden bereits seit längerem unter einem stetigen Rückgang der Mitglieder.

Als Google+ im Sommer 2011 an den Start ging, galt das Netzwerk noch als potenzieller Konkurrent zum Branchenriesen Facebook. Diese Aufregung hat sich allerdings bald gelegt, Google+ kam nie an die Bedeutung von Facebook heran. 2014 zog der Konzern etliche Entwickler von dem Projekt ab. [2]

Bevor Facebook seinen Siegeszug antrat, war MySpace das beliebteste Soziale Netzwerk in den USA. Der Schwerpunkt lag von Anfang an auf Musik und auf der Möglichkeit, dass Fans mit Bands in Kontakt treten können, beziehungsweise für Bands, sich und ihre Musik zu präsentieren. Seit einigen Jahren ist ein stetiger Rückgang der Nutzerzahlen zu verzeichnen.

Xing ist ein Soziales Netzwerk, bei dem es hauptsächlich um berufliche Vernetzung und Kontaktaufnahme geht. Nach eigenen Angaben nutzen es im März 2014 14 Millionen Mitglieder weltweit. [3]

YouTube wird von den meisten Nutzerinnen und Nutzern hauptsächlich als Videoplattform wahrgenommen. Doch das zu Google gehörende Portal bietet zudem alle Funktionen eines Sozialen Netzwerks und wird gerade von Jugendlichen gerne als solches genutzt.

Faszination

Soziale Netzwerke greifen das tiefe menschliche Bedürfnis nach Austausch und Gemeinschaft mit anderen Menschen auf. Sie bieten Menschen eine Plattform, auf der sie ihre Neugierde, was das Leben der anderen anbelangt, hemmungslos befriedigen können: Mit wem sind die anderen befreundet, wo waren sie im Urlaub, mit was beschäftigen sie sich und wie stellen sie sich dar? Gleichzeitig haben Soziale Netzwerke die Kommunikation vereinfacht, da sie eine einfache und unkomplizierte Möglichkeit bieten, mit alten Schulfreunden, Bekannten, die man selten sieht, oder Freunden im Ausland unverbindlich in Kontakt zu bleiben.

 

Auf Jugendliche üben Soziale Netzwerke eine besonders große Faszination aus; viele kommunizieren beinahe ausschließlich über eine Online-Community mit ihren Freunden, E-Mails sind für sie fast ein Relikt aus einer anderen Zeit. Neben den bereits erwähnten Möglichkeiten, sich mit anderen über Fotos, Videos, Kommentare und Statusmeldungen auszutauschen und in Kontakt zu bleiben, sind Soziale Netzwerke für Jugendliche eine Plattform zur Selbstdarstellung. Eine Art Bühne, auf der sich Jugendliche auf der Suche nach der eigenen Identität ausprobieren, in verschiedene Rollen schlüpfen und testen können, wie diese bei Gleichaltrigen ankommen. Oft verwenden Jugendliche viel Zeit damit, ihr Profil zu gestalten, das richtige Foto hochzuladen, Texte zu schreiben oder mit kryptischen Sonderzeichen zu gestalten. Gleichzeitig ermöglichen Soziale Netzwerke, sich von der Welt der Erwachsenen abzugrenzen und gleichzeitig die Gemeinschaft mit der eigenen Peer-Group durch gemeinsame Gruppen oder Markierungen auf Fotos zu stärken.

Was Soziale Netzwerke können – am Beispiel von Facebook

Soziale Netzwerke bieten umfangreiche Funktionen an. Manche der Funktionen verändern sich mit der Zeit, entwickeln sich weiter oder es kommen neue hinzu. Am Beispiel von Facebook – dem weltweit größten Sozialen Netzwerk – sollen im Folgenden die wichtigsten Funktionen erläutert werden.

Profil

Jeder, der sich bei Facebook zum ersten Mal registriert – also ein Konto einrichtet – bekommt automatisch ein Profil zugewiesen, das er dann nach seinem Geschmack gestalten kann. Das Profil ist also das, was die anderen von mir bzw. meiner digitalen Identität bei Facebook sehen: Wie alt ich bin, welche Filme ich mag, auf welche Musik ich stehe, welche Schule ich besuche und vieles mehr. Gleichzeitig ist das Profil auch eine Art Pinnwand, auf der die Nutzer Fotos oder Kommentare hinterlassen (man spricht hier von „posten“) und mit anderen teilen.

Chronik

Seit Ende 2011 gibt es die Chronik, die neue Profilansicht von Facebook. Der Unterschied zum alten Profil ist, dass die Informationen in ihrer zeitlichen Reihenfolge auf einem Zeitstrang (im Englischen heißt die Chronik „Timeline“) angeordnet werden. Auch ältere Inhalte können so schneller auf einem Blick gesichtet werden.

Pinnwand

Auf der Pinnwand (beziehungsweise der Chronik) kann man selbst Beiträge posten oder Freunde können Nachrichten hinterlassen, sofern man dies zulässt. Die Beiträge in Form von Statusmeldungen, Fotos, Videos oder Links können so eingrenzt werden, dass sie nur für einen bestimmten Personenkreis (zum Beispiel nur für enge Freunde) sichtbar sind. Ein besonderer Reiz bei Facebook ist es, sich die Pinnwände anderer anzusehen. Aus diesem Grund empfiehlt es sich, bei jedem Post neu zu entscheiden, wer ihn lesen soll. Wichtig ist es auch, in den Privatsphäre-Einstellungen zu bestimmen, wer auf der eigenen Pinnwand posten darf. Eine wichtige Funktion der sozialen Interaktion zwischen den Nutzern ist das Kommentieren von Beiträgen anderer. Ebenso der Like-Button (oder Gefällt-mir-Button), der gedrückt wird, um auszudrücken, dass einem der Beitrag von einem anderen Nutzer gefällt.

Freunde-Listen

Facebook-Kontakte lassen sich in Listen organisieren. Es empfiehlt sich, diese selbst zu erstellen, da Facebook sonst so genannte intelligente Listen automatisch nach den im Profil ausgefüllten Informationen anlegt. Das bedeutet, wenn ich als Nutzer beispielsweise angebe, dass ich die Musterschule Musterstadt besuche, ordnet Facebook dieser Liste automatisch alle Freunde zu, die ebenfalls angegeben haben, auf dieser Schule zu sein. Es ist empfiehlt sich, selbst Listen anzulegen, die die Leserschaft von Statusmeldungen einschränken. Listen sind ein wichtiges Instrument des Privatsphärenschutzes.

Chat

Mit Personen, mit denen man auf Facebook befreundet ist, kann man direkt in Facebook chatten. Dazu müssen diese ebenfalls online sein und die Chat-Funktion aktiviert haben.

Nachrichten

Auf Facebook kann man auch persönliche Nachrichten versenden. Nur der Empfänger bekommt die Nachricht, alle anderen können nicht mitlesen.

Gruppen

Jeder Nutzer hat die Möglichkeit, selbst Gruppen zu gründen oder einer bereits bestehenden Gruppe beizutreten. Eine Facebook-Gruppe dient dazu, Inhalte mit anderen Leuten zu teilen, die nicht unbedingt miteinander befreundet sein müssen, aber ein gemeinsames Interesse haben.

Fotoalben

Facebook bietet die Möglichkeit, Fotos hochzuladen und in Alben zu veröffentlichen. Beliebt ist es auch, die Fotos anderer Nutzer zu betrachten. Es ist außerdem möglich, Personen auf den Fotos mit deren Profil zu verlinken (markieren).

Soziale Netzwerke und Smartphones

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Mit der zunehmenden Bedeutung von mobilen Endgeräten wie Tablets und vor allem Smartphones stieg in den vergangenen Jahren die mobile Nutzung Sozialer Netzwerke immer weiter an. Gerade Jugendliche nutzen sie fast ausschließlich über das Smartphone, alle wichtigen Netzwerke bieten kostenlose Apps für verbreitete Smartphone-Betriebssysteme wie iOS oder Android an. Diese Apps sind vom Funktionsumfang meist nicht ganz so umfangreich wie die browserbasierten Desktopversionen, doch ermöglichen sie die Nutzung jederzeit und von überall: Fotos und Videos können direkt von der Party oder aus dem Urlaub gepostet, geliked und kommentiert werden, Neuigkeiten aus dem Freundeskreis darüber hinaus sind abrufbar.

 

Neben klassischen Netzwerken wie Facebook konnten sich gerade im Bereich des mobilen Internets neue Dienste etablieren, die spezielle Inhalte und Nutzungsweisen in den Mittelpunkt stellen. Eine solche Spielart der Sozialen Netzwerke sind die sogenannten Handymessenger, allen voran WhatsApp. Hierbei handelt es sich um Apps, die schlicht das Versenden von SMS ersetzen: WhatsApp ermöglicht das Chatten via Smartphone mit den Kontakten, die man im Adressbuch hat und die ebenfalls die App installiert haben. Die App an sich ist zwar kostenpflichtig, das Versenden von Nachrichten dagegen nicht. Neben Text können auch Smileys und Fotos verschickt werden. Besonders interessant für Jugendliche sind die Gruppenunterhaltungen: Man kann mehrere Nutzerinnen und Nutzer zu einer Gruppe einladen und jede in dieser Gruppe veröffentlichte Nachricht geht an alle Mitglieder der Gruppe. Wegen gravierender Sicherheitslücken geriet WhatsApp immer wieder in die Schlagzeilen, dennoch konnte bislang kein anderer Anbieter ernsthaft in Konkurrenz zu der beliebten App treten.

 

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Foto-Apps: Instagram und SnapChat

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Während WhatsApp vornehmlich auf Textkommunikation abzielt, steht eine andere erfolgreiche Netzwerk-App der vergangenen Jahre ganz im Zeichen der Fotografie: Instagram. Der mittlerweile von Facebook aufgekaufte Dienst ermöglicht das Veröffentlichen von Fotos, entweder nur für befreundete Nutzer oder für alle einsehbar. Besonderes Markenzeichen von Instagram sind die „Vintage“-Effekte, die die quadratischen Digitalfotos aussehen lassen wie vergilbte Polaroids. Wie bei WhatsApp handelt es sich auch bei Instagram um einen reinen Smartphone-Dienst. Die Fotos lassen sich zwar auch mit dem Desktop-PC betrachten, doch zum Einstellen derselben braucht man die App. Wie bei Twitter sind auch hier sogenannte Hashtags weit verbreitet: mit vorangestelltem „#“ gekennzeichnete Wörter, über die automatisiert inhaltlich verwandte Bilder angezeigt werden können.

 

Instagram hat sich in den letzten Jahren zu einer beliebten Selbstdarstellungsplattform für Jugendliche entwickelt. Der Trend zum Selfie wird hier besonders intensiv ausgelebt. Dabei handelt es sich um Selbstportraits, die meist mit dem in der eigenen Hand gehaltenen Smartphone aufgenommen wurden. Die zahlreichen Effekte bei Instagram geben zusätzlich Raum für einen kreativen Umgang mit dem Bildmaterial. Per Synchronisation kann man seine Bilder auch direkt auf Facebook posten und hier wie dort nach Aufmerksamkeit und „Likes“ heischen. Neben Selfies haben sich zahlreiche weitere Trends etabliert, der medialen Selbstdarstellung sind keine Grenzen gesetzt. Beliebt sind etwa Fotos von Essen (Hashtag: #foodporn) oder Wolken und Sonnenuntergängen.

 

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Eine spezielle Form der Foto-App ist SnapChat. Ähnlich wie bei Instagram lassen sich Fotos aufnehmen und teilen, doch liegt der Fokus hier mehr auf dem gezielten Senden an eine Person als auf der Veröffentlichung. Und das Besondere: das Foto löscht sich nach einigen Sekunden Betrachtungszeit von selbst. Der Dienst wird daher gerne für das Sexting, also den Austausch erotischen Bildmaterials, verwendet. Die Nutzerinnen und Nutzer wähnen sich in der sicheren Lage, die Fotos könnten nur kurz betrachtet werden und blieben nicht gespeichert. Mittlerweile existieren jedoch Apps, die gezielt dazu dienen, Fotos von SnapChat mittels Screenshots zu speichern.

 

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YouTube als Soziales Netzwerk

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YouTube, bereits 2006 von Google übernommen, wird üblicherweise als Videoportal wahrgenommen, doch handelt es sich auch hier um ein Soziales Netzwerk: Man kann sich ein Profil anlegen, Kontakte hinzufügen, Privatnachrichten versenden und Kommentare posten. Zwar nutzen die meisten YouTube in erster Linie rezeptiv, doch viele Jugendliche posten dort ihre eigenen Videos und vor allem Kommentare. Hoch im Kurs liegen Tutorials, also Videoanleitungen: Von Fitnessübungen über Bastelanleitungen bis zum Erkennen von Versmaßen, von semi-professionell bis zur Handykameraproduktion ist hier alles vertreten. Nicht nur für Jugendliche ist die Nutzung solcher Tutorials mittlerweile zur Selbstverständlichkeit geworden. Der Trend lässt sich in der Medienpädagogik aufgreifen: Mit solchen selbst produzierten Tutorials können Schülerinnen und Schüler, die besondere Fertigkeiten in einzelnen Bereichen haben, diese an die anderen weitergeben – und gleichzeitig wird die Produktion geübt, ein fruchtbarer Peer-to-peer-Ansatz.

 

Ein anderer Trend im Zusammenhang mit YouTube sind die Internet-Memes, serienmäßige Reproduktionen und Zitate bekannter Werke, meist Musikvideos. Dabei wird das Original meist bewusst leicht variiert, um eine persönliche Note dazu zu geben, nicht selten handelt es sich auch um Persiflagen. Beispiele sind etwa das massenhaft zitierte Video zu dem Song Happy von Pharell Williams oder die aus allerlei Ländern stammenden Parodien auf die russische Boygroup Stecklovata und ihren Videoclip zu Noviy Noviy God. Auch hier ist die Bandbreite hinsichtlich der Professionalität groß und das Prinzip eignet sich bestens für die aktive Medienarbeit.

 

In der Gamer-Szene machen dagegen sogenannte „Let's-Play“-Videos die Runde: Spielerinnen und Spieler präsentieren sich gegenseitig ihre Art, bestimmte Spiele zu spielen. Dazu wird per Hard- oder Software der Bildschirm abgefilmt und über die live aufgenommene Audiospur wird das Spielgeschehen kommentiert. [4]

Privatsphäre und Datenschutz

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Alle, die Soziale Netzwerke nutzen, sollten sich im Klaren darüber sein, dass sie den Betreibern die Rechte an den veröffentlichten Daten vollständig oder teilweise abtreten. Das heißt aber nicht, dass man machtlos ist. Mit den richtigen Einstellungen kann man einfach und schnell seine Privatsphäre schützen und die Kontrolle über seine Daten zumindest teilweise zurückerobern. Bei der Anmeldung bei einem Sozialen Netzwerk unterstellen die Betreiber zu ihren eigenen Gunsten, dass der Nutzer möglichst viel von sich preisgeben will. Die vorinstallierten Einstellungen sind dementsprechend locker. Hier muss man selbst aktiv werden und seine Einstellungen überprüfen, wenn man sich nicht der Gefahr aussetzen will, unfreiwillig persönliche Daten preiszugeben. Außerdem sollte jeder für sich klären, was Privatsphäre für einen selbst bedeutet und ob man mehrere Dutzend oder Hundert „Freunde“ an privaten Dingen teilhaben lassen möchte.

 

In den Einstellungen kann man bestimmen, wer darf das eigene Profil sehen kann, was Nutzer sehen dürfen, mit denen man nicht befreundet ist, ob man auf Fotos verlinkt werden darf und falls ja von wem, von wem man Nachrichten empfangen darf, ob das eigene Profil in Suchmaschinen (wie Google) gefunden werden soll und vieles mehr. Nutzen Sie diese Möglichkeit.

Tipps

Persönliche Daten wie E-Mail-Adresse, Telefonnummern und Anschrift sollten prinzipiell nie für alle Nutzer einsehbar sein, da hierdurch die Gefahr unerwünschter Kontakte und der Datenmissbrauch stark erhöht werden. In den Privatsphäre-Einstellungen kann man bestimmen, wer welche persönlichen Daten, Fotos oder Statusmeldungen sehen darf: Nur Freunde, Freunde von Freunden oder alle.

 

Standardmäßig ist beispielsweise bei Facebook die Einstellung aktiviert, dass jedes Profil über die Google-Suche gefunden werden kann. Es ist ratsam, diese Einstellung zu deaktivieren. Mit ein paar Klicks kann das Profil aus der öffentlichen Suche entfernt werden. Bei unter 18-Jährigen ist die öffentliche Suche nicht verfügbar. An gleicher Stelle findet sich dort die Option Aktivieren, wenn ich 18 bin, die vorsorglich ebenfalls deaktiviert werden sollte.

 

Nachdenken, bevor man etwas postet! Einmal im Netz veröffentlicht, lassen sich Daten nur schwer oder überhaupt nicht mehr löschen. Deshalb sollten man bei jedem Kommentar und bei jedem Foto, das man hoch lädt, überlegen, welche Folgen dies haben könnte. Man sollte deshalb nur Fotos hochladen, die sich nicht nachteilig für einen selbst auswirken können. Andere Nutzer des Netzwerks könnten das Foto herunterladen und für andere Zwecke verwenden, das heißt, auch wenn man es zu einem späteren Zeitpunkt löscht, muss es nicht unbedingt verschwunden sein. Bei Fotos, auf denen Freunde zusehen sind, sollte man ebenfalls vorsichtig sein und diese vor der Veröffentlichung fragen. Auch Arbeitgeber nutzen Soziale Netzwerke, um sich über Bewerber zu informieren.

Datenschutz und Like-Button (Gefällt-mir-Button)

Datenschützern ist der Like-Button ein Dorn im Auge. Das Problem dabei ist nicht das so genannte „Liken“ innerhalb von Facebook, sondern außerhalb, auf Websites, die den hochgereckten Daumen auf ihrer Seite eingebettet haben. Er übermittelt Daten an Facebook, selbst wenn man ihn gar nicht drückt. Personen, die bei Facebook eingeloggt sind, können durch ihn von Facebook beobachtet werden: Welche Websites sie besuchen (sofern diese einen Like-Button integriert haben, was inzwischen bei vielen der Fall ist), wann sie diese besuchen und welchen Browsertyp sie verwenden. Diese Informationen kann Facebook mit einer konkreten Person verknüpfen, was den Gefällt-mir-Button datenschutzrechtlich problematisch macht. Das Bemerkenswerte am Like-Button ist außerdem, dass auch Daten von Nichtmitgliedern gesammelt werden, wenn diese Websites mit integriertem Gefällt-mir-Button besuchen.

Urheberrecht und Persönlichkeitsrechte

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Bilder hochladen und mit anderen teilen, ist einer der beliebtesten Beschäftigungen in Sozialen Netzwerken. Doch viele der geposteten Fotos verletzen die Rechte anderer. Alle, die im Internet und in Sozialen Netzwerken Fotos veröffentlichen, sollten sich daher mit dem Urheber- und dem Persönlichkeitsrecht auseinandersetzen.

 

Das Urheberrecht besagt, dass der Urheber eines Werks (in diesem Fall der Fotograf) selbst entscheidet, was damit geschieht. Zum Beispiel wo und wie die Fotos veröffentlicht werden.

 

Zu den Persönlichkeitsrechten gehört das Recht am eigenen Bild. Es besagt, dass jede Person selbst darüber entscheiden kann, ob und wie sie in der Öffentlichkeit dargestellt werden möchte. Ausnahmen sind Personen aus dem öffentlichen Leben (zum Beispiel Politiker), sofern die Aufnahmen im Zusammenhang mit ihrer Funktion stehen und nicht ihre Privatsphäre verletzen. Bei öffentlichen Veranstaltungen wie Demonstrationen, Festivals, Versammlungen und so weiter gelten ebenfalls Ausnahmen. Hier muss man nicht die versammelte Menge um Erlaubnis, ein Foto machen zu dürfen, fragen. Allerdings ist es auch hier nicht erlaubt, sich eine Person aus der Menge herauszugreifen.

 

Übertragen auf Soziale Netzwerke heißt dies, dass man nur eigene Fotos oder Fotos, bei denen man ein Nutzungs- oder Lizenzrecht erworben hat veröffentlichen darf. Außerdem darf man nicht einfach Fotos, auf denen andere Personen abgebildet sind, veröffentlichen, sondern muss vorher um Erlaubnis fragen.

 

Weiterführende Informationen liefert der Artikel Fotos und Urheberrecht: Auf Motivsuche – wen und was darf man fotografieren von Matthias Spielkamp in der Bibliothek.

Cybermobbing

Immer öfter kommt es vor, dass Menschen durch Veröffentlichungen über ihre Person im Internet oder auf dem Handy verletzt, verunglimpft, bloßgestellt, bedroht oder gedemütigt werden. Zum Beispiel werden im Internet peinliche Fotos oder Videos einer Person in Umlauf gebracht oder in Sozialen Netzwerken Hassgruppen gegründet. Für die Betroffenen wirkt sich Cybermobbing rund um die Uhr in alle Lebensbereiche aus, da sie per Handy und im Internet ständig erreichbar sind. Darüber hinaus verbreiten sich Bilder oder Beiträge über Personen blitzschnell und unkontrollierbar in Sozialen Netzwerken.

 

Weitere Informationen finden Sie im Themenbereich Cybermobbing.

Alles umsonst oder wie finanzieren sich Soziale Netzwerke?

Rund 870 Millionen Menschen nutzen weltweit Facebook, knapp 24 Millionen alleine in Deutschland. Dabei ist die Nutzung der Dienste kostenlos. Doch woher kommen die Milliardenumsätze, die das Unternehmen jährlich verbucht?

 

Grundlage für das Geschäftsmodell von Facebook und anderen Sozialen Netzwerken ist das Beziehungsgeflecht der Nutzer untereinander und vor allem die zahlreichen Daten und Informationen, die jeder von sich preisgibt und mit anderen teilt und austauscht. Die Informationen zu Interessen, Aktivitäten, Freizeit, Konsumverhalten, Geschlecht, Wohnort, Beziehungen, Wünschen und vielem mehr sind für die Werbeindustrie eine wahre Goldgrube. Facebook und Co. sind zwar kostenlos, doch die Nutzer zahlen mit ihren Daten, die sie hinterlassen. Facebook erfasst diese Daten, wertet sie aus und verkauft sie an Drittunternehmen. Diese nutzen die ausgewerteten und personenbezogenen Daten, um den Nutzern personalisierte Werbung auf ihren Profilen zu schalten.

 

Mit den neuen AGBs vom 30. Januar 2015 hat das Soziale Netzwerk Facebook das Sammeln von Daten über die Online-Aktivitäten seiner Nutzer/innen sogar noch verstärkt. Facebook registriert seitdem nicht mehr nur die Aktivitäten der Nutzer/innen im Sozialen Netzwerk selbst, sondern kann deren Aktivitäten über verschiedene Webseiten und Apps hinweg verfolgen. Grundlage hierfür bildet das Werbenetzwerk Atlas, das Facebook im Jahr 2013 von Microsoft übernahm und weiter ausbaute. Das Netzwerk ermöglicht es Werbetreibenden, Daten über die verschiedenen Online-Aktivitäten der Nutzer/innen zu sammeln, zu verwerten und auszutauschen. Stöbert man als Nutzer/in also beispielsweise auf bestimmten Reisewebseiten nach dem nächsten Urlaubsziel, so verändern sich auch die personalisierten Werbeangebote in Facebook und die Werbebanner enthalten nun z.B. passgenaue Urlaubsangebote. Auf diese Weise generiert Facebook anhand des Surfverhaltens für jedes Profil eine individuelle (Werbe-)Identität. Personalisierte Werbung erscheint dabei plattformübergreifend: Erhalten die Nutzer/innen beispielsweise am Desktop-PC aufgrund ihres Surfverhaltens Werbeanzeigen von Urlaubsportalen, so erscheinen entsprechende Werbeanzeigen auch auf Smartphone, Tablet und allen anderen Endgeräten, über die sie sich mit dem gleichen Profil bei Facebook einloggen. Mittels neuer Berechtigungen kann Facebook als App auch auf standortbezogene Daten der Nutzer/innen zugreifen. Theoretisch ist es so möglich, Werbung für Geschäfte, Restaurants oder Attraktionen in der Nähe zu schalten.

 

Wie viele Informationen Facebook über jeden Nutzer Facebook sammelt, zeigte der Fall des österreichischen Studenten Maximilian Schrems, der 2011 gegen das Unternehmen juristisch vorgegangen ist und Auskunft über seine Daten, die Facebook über ihn gespeichert hat, gefordert hat. Das Ergebnis waren 1.222 DIN A4 Seiten voller Daten, darunter auch solche, die Schrems bereits gelöscht hatte.

 

Weitere Informationen zu den neuen Facebook-ABGs vom 30. Januar 2015 und wie man sich gegen den Datenhunger des Sozialen Netzwerks schützen kann, finden Sie hier.

Praxis & Unterricht

Bild: Ed Yourdon, Lizenz: CC BY-SA

Jeder zweite Jugendliche zwischen 12 und 19 Jahren loggt sich täglich in ein Soziales Netzwerk ein (siehe JIM-Studie 2011). Das Leben im Netzt bietet großartige Möglichkeiten, zum Beispiel der Freundschaftspflege und Kommunikation, aber auch der Selbsterfahrung, Information und Unterhaltung. Neben vielen positiven Eigenschaften bestehen auch Risiken. Oftmals sind Jugendliche unbekümmert, was ihre persönlichen Daten angeht und geben ohne darüber nachzudenken, wer diese sehen kann, private Infos preis. Auch das Thema Cybermobbing spielt hier eine Rolle. Um Kinder und Jugendliche für die Risiken zu sensibilisieren und einen verantwortungsvollen Umgang mit und in Sozialen Netzwerken zu fördern, ist eine Thematisierung von Sozialen Netzwerken im Unterricht sinnvoll.

Was sollen die Schülerinnen und Schüler über Soziale Netzwerke lernen?

Wenn man das Thema Soziale Netzwerke, beziehungsweise Facebook mit Schülerinnen und Schülern im Unterricht aufgreifen möchte, sollten die folgenden Lernziele eine Rolle spielen. Die Schülerinnen und Schüler sollten angeleitet werden, die im Jugendmedienschutzcurriculum ausgewiesenen Kompetenzen zu erwerben:

 

• die eigene Privatsphäre definieren und in Sozialen Netzwerken schützen;

 

• die Persönlichkeitsrechte anderer und den Datenschutz in Sozialen Netzwerken beachten;

 

• Missbrauch durch die Veröffentlichung von unerlaubten Inhalten in Bild und Text vermeiden und entgegentreten;

 

• personalisierte Werbung erkennen und deren Vor- und Nachteile bewerten.

 

Anhand dieser Aufzählung wird ersichtlich, dass es bei der Reflektion hauptsächlich um ethische und moralische Fragen geht. Die baden-württembergischen Bildungspläne bieten dafür eine Reihe von Anknüpfungspunkten. Dabei spielen die so genannten Leitfächer der Medienbildung (Deutsch, Kunst, Musik, Gemeinschaftskunde, evangelische und katholische Religionslehre, Ethik, moderne Fremdsprachen) eine besondere Rolle.

Ideen für die Reflektion über Soziale Netzwerke

Was bedeutet Freundschaft im digitalen Zeitalter? Möchte ich wirklich mit allen 476 Facebook-Freunden persönliche Dinge teilen? Was ist überhaupt persönlich und privat, und was ist öffentlich? Bei der Auseinandersetzung mit diesen Fragen lernen Schülerinnen und Schüler, die eigene Privatsphäre in Sozialen Netzwerken zu erkennen und zu schützen und den Freundschaftsbegriff, wie er in Sozialen Netzwerken definiert ist, kritisch zu reflektieren. Beim Thema Datenschutz geht es nicht nur um die eigene Person, sondern auch um die Persönlichkeitsrechte anderer. Auch ist es wichtig zu wissen, welche Bilder und Texte im Internet veröffentlicht werden können, ohne das Urheberrecht oder das Recht am eigenen Bild zu verletzen. Soziale Netzwerke wie Facebook sind kostenlos, das Unternehmen finanziert sich durch Werbung. Personenbezogene Daten wie Hobbys, Musikgeschmack, Interessen oder Vorlieben sind bares Geld wert, da die Netzwerke somit personalisierte Werbung auf die Profile seiner Nutzer platzieren können.

Quellen

[1] Quelle: Facebook Newsroom [zurück]

[2] Quelle: Vic Gundotra: Google verabschiedet sich von Google+. In: FAZ online, 25.04.2014. [zurück]

[3] Quelle: XING AG [zurück]

[4] Vgl. Eike Rösch / Daniel Seitz: YouTube als Teil der Jugendkultur – eine kleine Genrekunde. In: Lars Gräßer/Aycha Riffi (Hrsg.): Einfach fernsehen? Zur Zukunft des Bewegtbildes. Schriftenreihe zur digitalen Gesellschaft NRW Band 2. München 2013, S. 45–51, hier S. 47. [zurück]

Links

Posten, Liken, Teilen – aber sicher! (Teil 1)

Tipps zum Urheberrecht in Sozialen Medien von den Rechtsanwälten Henning Krieg und Thorsten Feldmann (Produktion des WDR).

 

Posten, Liken, Teilen – aber sicher! (Teil 2)

Tipps zu Fotos und Bildrechten in Sozialen Medien von den Rechtsanwälten Henning Krieg und Thorsten Feldmann (Produktion des WDR).

 

Posten, Liken, Teilen – aber sicher! (Teil 3)

Impressum, Abmahnung, Äußerungen in Sozialen Medien von den Rechtsanwälten Henning Krieg und Thorsten Feldmann (Produktion des WDR).

Pädagogische Praxis

Unterrichtsmodul: Verleumdung von Flüchtlingen

Gemeinschaftskunde, Klasse 9–12, Sek I/Gym: Der pauschale Vorwurf, Nachrichten einflussreicher Medien seien manipuliert („Lügenpresse“) hält einer genaueren Nachprüfung nicht stand. Solche Thesen dienen eher dazu, Stimmung gegen Flüchtlinge zu machen.weiterlesen

Unterrichtsmodul: Kleine Medienapotheke

Katholische Religionslehre/Ethik, Klasse 5–6, Sek I/Gym: Unbedachte Mediennutzung bringt Kummer, Ärger und Störungen im Unterrichtsalltag. Aufklärung stärkt Jugendliche.weiterlesen

Unterrichtsmodul: Cybermobbing – erkennen und handeln

Deutsch/fachunabhängig, Klasse 6, GY/WRS/RS: Anhand vieler praktischer Übungen bekommen die Schülerinnen und Schüler schnell heraus, welche Rollen beim Mobbingprozess von Bedeutung sind. Sie werden über Risiken der Nutzung von Sozialen Netzwerken informiert. Sie erkennen, dass Mobbing, egal in...weiterlesen

Weitere Anregungen für die pädagogische Praxis