Medienkompetenz macht fit für die Zukunft
Nach einer umfassenden Ausbildung zu sogenannten Schüler-Medienmentor(inn)en im Rahmen der Initiative „
Kindermedienland Baden-Württemberg“ fand am Donnerstag, 17.6.2010, „mit großem Bahnhof“ die Übergabe der Ausbildungs-Zertifikate an rund 50 Schülerinnen und Schüler im Landesmedienzentrum Baden-Württemberg (LMZ) statt. Im Beisein von Kultusministerin Prof. Dr. Marion Schick und dem Vorsitzenden der Geschäftsführung von dm-drogerie markt, Erich Harsch wurden Schüler/innen des Max-Planck-Gymnasiums, des Lessing-Gymnasiums, der Erich-Kästner-Schule, der Friedrich-Realschule, der Grund- und Hauptschule mit Werkrealschule Linkenheim und des Gymnasiums Neureut zertifiziert.
„Schüler können ihren Mitschülern überzeugend die Chancen, aber auch die Risiken der neuen Medien vermitteln. Deshalb leistet das Schülermedien-Mentoren-Programm einen bedeutenden Beitrag zur Medienkompetenz der Jugendlichen, ohne die sie weder in ihrer privaten noch in ihrer beruflichen Zukunft bestehen können.“, so Wolfgang Kraft, der Direktor des Landesmedienzentrums in seiner Eröffnungsrede. „Ich freue mich sehr, dass wir durch dieses Projekt im Rahmen der Initiative Kindermedienland in den nächsten Jahren jeweils bis zu 500 neue Medienmentoren ausbilden können“ so Kraft weiter.
Das Schüler-Medienmentorenprogramm (SMEP), ist ein Peer-to-Peer Programm, in dem Schüler/innen im Alter von 13 bis 18 Jahren in vier Ausbildungseinheiten grundlegendes Wissen über den Umgang mit den neuen Medien vermittelt wurde. Die Ausbildung von Schüler-Medienmentorinnen und -mentoren durch qualifizierte Trainer/innen bietet die Chance, Jugendlichen bereits frühzeitig Verantwortung zu übertragen und ihre Fähigkeiten und ihr Wissen weiter zu fördern, sodass sie anderen jungen Menschen – von Schüler zu Schüler – praktische Erfahrungen auch im kritischen Umgang mit Medien vermitteln können. Die Schüler-Medienmentoren können nach ihrer Ausbildung selbstständig medienpädagogische Projekte an ihrer Schule leiten und betreuen.
Wie notwendig der kompetente Umgang mit und in der neuen Medienwelt ist, betonte auch Kultusministerin Marion Schick in der der Zertifikatsverleihung voran gegangenen Talkrunde „Warum Medienkompetenz?“, an der der Vorsitzende der Geschäftsführung von dm-drogerie markt, Erich Harsch und drei SMEP-Schüler(inne)n teilnahmen. Geleitet wurde das Gespräch von Tina Joyeux, Moderatorin und Redakteurin beim SWR.
„Medien beherrschen zunehmend das Leben der jungen Menschen. Bereits Grundschulkinder bewegen sich wie selbstverständlich in sozialen Netzwerken. Es ist heute völlig unstrittig, dass unsere Jugendlichen als digital natives in eine Welt hineinwachsen, in der Medienkompetenz unverzichtbar ist – sowohl im privaten wie auch im beruflichen Bereich. Die Vermittlung von Medienkompetenz ist deswegen eine der großen Zukunftsaufgaben unserer Schulen im Land, deren Bedeutung immer größer wird. Das Programm Schüler-Medienmentoren leistet einen sehr wertvollen Beitrag, damit diese Herausforderung gemeistert werden kann und zeigt praktische Möglichkeiten auf, wie Medienkompetenz erfolgreich in der Schule vermittelt werden kann“, sagte Kultusministerin Marion Schick.
Inwiefern Medienkompetenz eine notwendige Voraussetzung für einen zukunftsorientierten Ausbil-dungsbetrieb ist, erläuterte dm-Geschäftsführer Erich Harsch: „Die Herausforderung der Zukunft liegt für junge Menschen von heute nicht darin, sich besonders viel Wissen anzueignen, sondern darin, Fähigkeiten zur situativen Problemlösung in komplexen Zusammenhängen zu entwickeln. Hierzu muss individuell und gezielt Wissen erschlossen werden können und vor allem aus der gewaltigen Informationsflut die Spreu vom Weizen getrennt werden. Die Kommunikation in sozialen Zusammenhängen, beispielsweise in Social Networks, wird hierfür ebenso eine zentrale Rolle spielen. Für beides – die Wissenserschließung wie die Kommunikation – sind in der modernen Welt die sich rasant entwickelnden technischen Möglichkeiten unverzichtbar. Wer den Umgang mit den zeitgemäßen Medien beherrscht, wer lernt, mit eigener Kompetenz und Urteilskraft den Schein vom Wesentlichen zu trennen, der wird sowohl in der beruflichen als auch in der privaten Welt er-folgreicher sein. Dies spielt natürlich ebenso für die Menschen bei dm eine große Rolle. Deshalb freuen wir uns über Bildungsinitiativen, die den jungen Menschen helfen, sich die Medien positiv zu Nutzen zu machen - sind doch auch die Gefahren hinsichtlich Verführung oder Eingriff in die Privatsphäre nicht unerheblich."
Erich Harschs Ausführungen konnte SMEP-Schüler Jan Zenkner (Friedrich Realschule) voll und ganz zustimmen: „Ich habe mich zu SMEP angemeldet, weil ich kompetenter im Umgang mit Medien werden wollte.“
Die Bewirtung fand durch die Schülerfirma EKS-Café der Erich-Kästner-Schule für Hörgeschädigte und Sprachbehinderte statt. In dieser Catering-Firma werden die Schüler/innen der jeweils 7. Klassen auf das spätere Berufsleben vorbereitet, indem sie als Mitarbeiter oder Leiter der Abteilungen Logistik, Buchführung und Marketing selbstständig ihre Firma organisieren. Neben dem täglichen Frühstücksverkauf in der Schule ist es der Schülerfirma gelungen, sich in den vergangenen Jahren einen Namen in der Catering-Branche zu machen. Mehrmals im Jahr wird sie für die Bewirtung von Großveranstaltungen gebucht.





Seitenanfang
Seite drucken
Inhalt